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8. Dezember 2020, 16:15 Uhr

So geht’s richtig Selbst­iso­la­ti­on wegen Corona: Welche recht­li­chen Aspekte gibt es?

Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben einige Begriffe in den öffentlichen Fokus gerückt, die zuvor eher selten zu hören waren. “Quarantäne” gehört zum Beispiel dazu. Auch von “Selbstisolation” ist öfter die Rede. Beide Bezeichnungen werden schon mal in einen Topf geworfen. Tatsächlich aber haben sie eine unterschiedliche Bedeutung. Was Selbstisolationen im Gegensatz zu Quarantäne heißt und welche Regelungen mit dieser Maßnahme verbunden sind, erfährst du in diesem Ratgeber.

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Qua­ran­tä­ne und Selbst­iso­la­ti­on – das ist der Unter­schied

Grundsätzlich sind sowohl Quarantäne als auch Selbstisolation Mittel des Infektionsschutzes und stehen für die Absonderung einzelner Menschen von anderen. Angeordnet werden sie in der Regel vom Gesundheitsamt. Trotz dieser und weiterer Gemeinsamkeiten unterscheidet das Robert-Koch-Institut (RKI) beide Begriffe in einem wesentlichen Punkt:

  • Qua­ran­tä­ne wird für dich ange­ord­net, wenn du Kontakt zu Personen mit einer hoch­an­ste­cken­den Krankheit wie Covid-19 gehabt hast. Damit stehst du unter dem Verdacht, dich ange­steckt zu haben. Aber: Du bist (noch) nicht erkrankt und zeigst auch keine ent­spre­chen­den Symptome. Das RKI empfiehlt eine Qua­ran­tä­ne­dau­er von 14 Tagen.
  • Selbst­iso­la­ti­on betrifft dich, wenn du Symptome hast, die auf eine Covid-19-Infektion hindeuten oder dich nach­weis­lich mit Corona ange­steckt hast. Damit gehörst du laut RKI zu “Personen, von denen eine erhöhte Infek­ti­ons­ge­fahr für die Umgebung ausgeht (oder die dessen ver­däch­tig sind)”. Die Maßnahme wird bei einer sym­ptom­lo­sen oder eher leicht ver­lau­fen­den Covid-19-Infektion oft in Form einer häus­li­chen Iso­lie­rung ange­ord­net. Die Selbst­iso­la­ti­on endet mit Aufhebung durch die zustän­di­ge Behörde, in der Regel nach zehn Tagen.

Das ist bei einer häus­li­chen Isolation zu beachten

Nach einer festgestellten Ansteckung mit Corona müssen Betroffene von anderen Menschen separiert werden, zum Beispiel mittels häuslicher Isolierung. Du musst dann so lange in deiner Wohnung bleiben, bis du nicht mehr ansteckend beziehungsweise wieder gesund bist.

Du kannst dich auch vorsorglich in die Selbstisolation begeben, wenn du verdächtige Symptome an dir feststellst. Dann bleibst du zu Hause und informierst deinen Arzt, der dich gegebenenfalls untersucht und über das weitere Vorgehen entscheidet.

Eine häusliche Isolation wegen Corona ist mit einigen Bedingungen und Empfehlungen verbunden. Hier die wichtigsten im Überblick:

  • Möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen. Das gilt auch für Personen, mit denen du in einem Haushalt lebst. Der Abstand zu ihnen sollte min­des­tens 1,5 Meter betragen. Außerdem ist bei unver­meid­ba­rem Kontakt stets ein Mund­schutz zu tragen.
  • Am besten bleibst du möglichst oft getrennt von anderen in einem Ein­zel­zim­mer.
  • Halte dich an die Hygie­ne­re­geln und wasche dir regel­mä­ßig und gründlich die Hände – min­des­tens 20 bis 30 Sekunden lang mit Wasser und Seife.
  • Für den Fall, dass sich die Symptome ver­schlim­mern, solltest du vor­sorg­lich mit deinem Arzt bezie­hungs­wei­se mit dem Gesund­heits­amt bespre­chen, was in einem Notfall (auch außerhalb der Öff­nungs­zei­ten) zu tun ist.

Weitere Informationen dazu findest du in einem RKI-Flyer zum Herunterladen.

Selbst­iso­la­ti­on, Qua­ran­tä­ne und arbeits­recht­li­che Rege­lun­gen

Hast du dich mit Corona infiziert, kann das nicht nur gesundheitliche Konsequenzen haben. Quarantäne und Selbstisolation wirken sich unter Umständen auch auf deine Arbeit  aus. Hier drei der wichtigsten Aspekte:

  • Bist du nicht erkrankt in Qua­ran­tä­ne, musst du im Home-Office arbeiten, sofern das möglich ist. Bei einer ange­ord­ne­ten häus­li­chen Iso­lie­rung bist du krank und somit arbeits­un­fä­hig.
  • Dein Gehalt oder dein Lohn wird bei Bedarf für sechs Wochen wei­ter­ge­zahlt (Ent­gelt­fort­zah­lung). Das übernimmt auch im Fall einer Qua­ran­tä­ne dein Arbeit­ge­ber. Ausnahme: Du musst nach dem Urlaub in einem Risi­ko­ge­biet in Qua­ran­tä­ne. Dann hast du keinen Anspruch auf Ent­gelt­fort­zah­lung. Nach den sechs Wochen bekommst du Kran­ken­geld. Wichtig: Als Selbst­stän­di­ger kannst du dich wegen deines Ver­dienst­aus­falls an das Gesund­heits­amt wenden und dort deine Ansprüche geltend machen.
  • Trittst du eine Selbst­iso­la­ti­on oder eine Qua­ran­tä­ne frei­wil­lig an, dann musst du das vorher mit deinem Arbeit­ge­ber bespre­chen. Dabei ist bei­spiels­wei­se zu klären, ob du für die Zeit noch nicht ver­plan­ten oder unbe­zahl­ten Urlaub nehmen kannst. Sprechen wichtige betrieb­li­che Gründe dagegen, hast du darauf keinen Anspruch. Frei­wil­li­ge Qua­ran­tä­ne und Selbst­iso­la­ti­on sind grund­sätz­lich nur im Ein­ver­neh­men mit deinem Vor­ge­setz­ten möglich. Andern­falls drohen arbeits­recht­li­che Kon­se­quen­zen, etwa Abmahnung oder auch Kündigung.

Übrigens: Quarantäne und Selbstisolation wirken sich unter Umständen auf das Umgangsrecht getrennt lebender Eltern aus. Mehr dazu erfährst du im Ratgeber “Umgangsrecht und Corona”.

Fazit
  • Selbst­iso­la­ti­on bzw. häusliche Isolation betrifft Menschen, die eine hoch anste­cken­de Krankheit haben. In Qua­ran­tä­ne kommen Personen, die Kontakt zu Infi­zier­ten hatten und/oder unter Anste­ckungs­ver­dacht stehen, aber nicht selbst erkrankt sind.
  • Die Selbst­iso­la­ti­on wird vom Gesund­heits­amt ange­ord­net, kann aber bei Verdacht auf eine Erkran­kung vor­sorg­lich auf eigene Faust ange­tre­ten werden. In dem Fall muss eine Ärztin oder ein Arzt darüber infor­miert werden und das weitere Vorgehen klären.
  • Eine frei­wil­li­ge Qua­ran­tä­ne oder Selbst­iso­la­ti­on muss ggf. mit dem Arbeit­ge­ber abge­spro­chen werden.
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