Eine junge Frau steht an einen Fluss, trägt eine Maske und schaut auf das Smartphone © iStock.com/South_agency

30. Mai 2021, 10:00 Uhr

Durch­at­men Corona-Risi­ko­ge­bie­te: Das müssen Reisende beachten

Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet, Virusvarianten-Gebiet – seitdem die Corona-Pandemie unseren Alltag bestimmt, ist die Urlaubsplanung komplizierter geworden. Sich auf ein passendes Ziel zu einigen, dass allen Mitreisenden gefällt, ist nur die halbe Miete. Denn viele Regionen weltweit gelten als Risikogebiete, vor Reisen dorthin wird gewarnt. Hier erfährst du, welche Arten von Risikogebieten es gibt und was Reisende beachten müssen.

Auch auf Reisen jederzeit gut abgesichert >>

Risi­ko­ge­biet im Ausland bedeutet Rei­se­war­nungMehr Informationen zum Thema Privatrechtsschutz

Grundsätzlich sind Reisen ins Ausland nicht verboten. Allerdings sind die Bundesbürger im Rahmen der geltenden Kontaktbeschränkungen angehalten, nicht unbedingt notwendige private und berufliche Reisen sein zu vermeiden. Mitunter lassen Länder Touristen auch gar nicht einreisen. Seit dem 1. Oktober 2020 gelten bezüglich der Coroanvirus länderspezifische Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

  • Wenn ein Land von der Bun­des­re­gie­rung als Corona-Risi­ko­ge­biet ein­ge­stuft wurde, gilt eine Rei­se­war­nung.
  • Wenn es in einem Land lediglich Ein­schrän­kun­gen für Reisende gibt, etwa eine ver­pflich­ten­de Qua­ran­tä­ne nach der Einreise oder beschränk­te Rei­se­mög­lich­kei­ten innerhalb des Landes, wird keine Rei­se­war­nung Es wird aber von Reisen abgeraten.
  • Selbst wenn die Infek­ti­ons­zah­len niedrig sind und keine Ein­schrän­kun­gen für Reisende bestehen, wird zu beson­de­rer Vorsicht geraten.

Zum “einfachen” Risikogebiet erklärt werden Länder oder auch nur Regionen, in denen die Zahl der Corona-Infektionen stark ansteigt. Maßgeblich ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Steigt dieser Wert auf über 50, ist eine Einstufung als Risikogebiet möglich.

Daneben sprechen die Behörden von

  • Hoch­ri­si­ko­ge­bie­ten mit besonders hohen Fall­zah­len und einer 7-Tage-Inzidenz von min­des­tens 200 (min­des­tens 200 Neu­in­fek­tio­nen pro 100.000 Einwohner)
  • und Virus­va­ri­an­ten-Gebieten, in denen Muta­tio­nen des Coro­na­vi­rus fest­ge­stellt wurden, die bisher in Deutsch­land nicht ver­brei­tet sind.

Für welche Regionen eine Einstufung als Covid-19-Risikogebiet, Hochrisikogebiet oder Virusvarianten-Gebiet vorliegt, lässt sich dieser fortlaufend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts entnehmen. Wichtig: Da immer die vergangenen sieben Tage betrachtet werden, kann es täglich zu Änderungen kommen.

Welche Reise- und Sicherheitshinweise aktuell für dein Reiseziel gelten, kannst du in der Länderübersicht des Auswärtigen Amtes nachschlagen.

Urlaubs­rei­se: Vor Antritt gut infor­mie­ren

Weil sich die Situation so schnell ändern kann, solltest du bei Reiseplänen außerdem:

Möchtest du deine Pauschalreise aus Angst vor Ansteckung absagen, hast du Anspruch auf eine Rückerstattung von Reisekosten. Allerdings nur dann, wenn für das Ziel zum Zeitpunkt des geplanten Urlaubs eine Reisewarnung besteht. Andernfalls bist du auf die Kulanz des Reiseveranstalters angewiesen.

Ich reise aus einem Corona-Risi­ko­ge­biet nach Deutsch­land ein. Was muss ich beachten?

Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gelten bei der Einreise nach Deutschland besondere Auflagen. Mit verpflichtenden Corona-Tests und häuslicher Quarantäne ist zu rechnen. Dies kann auch Auswirkungen auf deinen Lohnfortzahlungsanspruch haben, wenn du deswegen nicht zur Arbeit gehen kannst.

Mehr zum Thema Einreise aus Risikogebieten liest du in diesem Streitlotse-Ratgeber.

Corona-Hotspots in Deutsch­land: Welche Vorgaben gelten?

Das Auswärtige Amt mahnt zu besonderer Vorsicht bei Reisen ins Ausland. Doch auch wenn es innerhalb Deutschlands keine offiziellen Reisewarnungen gibt und Regionen mit erhöhtem Infektionsrisiko nicht als “Risikogebiet” bezeichnet werden: Urlaub im eigenen Land muss nicht zwingend sicherer sein als eine Fernreise.

Denn auch hierzulande wird der kritische Wert an Neuinfektionen immer wieder überschritten. Davon betroffene Regionen erlauben häufig von vornherein keine touristischen Aufenthalte oder Tagestouren. Zudem greifen innerhalb Deutschlands die Regelungen der Bundes-Notbremse. Wenn die 7-Tage-Inzidenz am Urlaubsort an drei aufeinanderfolgenden Tage 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner übersteigt, gelten ab 22 Uhr eine Ausgangssperre sowie die bekannten Lockdown-Regelungen. Die meisten Bundesländer haben bereits angekündigt, etwaige Lockerungen für Touristen bei einem Inzidenzwert von über 100 wieder zurückzunehmen. Dementsprechend wären Übernachtungen dann nicht mehr möglich. (Stand: 26. Mai 2021).

Grundsätzlich bestimmen die einzelnen Bundesländer selbst, welche Möglichkeiten sie Touristen einräumen. Also beispielsweise, welche Unterbringungsarten sie für welchen Personenkreis öffnen und ob touristische Attraktionen zugänglich sind.

Wenn die gebuchte Unterkunft der örtlichen Vorgaben nach keine Touristen beherbergen darf, brauchst du dir zumindest keine Sorgen um die Kosten zu machen. Bereits geleistete Zahlungen müssen dir in einem solchen Fall vollständig erstattet werden, da die gebuchte Leistung nicht erbracht werden kann.

FAZIT
  • Risi­ko­ge­biet im Ausland gleich Rei­se­war­nung: Reisen dorthin sollten nach Mög­lich­keit vermieden werden.
  • Wer trotzdem reist, sollte sich laufend über mögliche Ände­run­gen infor­mie­ren, denn die Ein­stu­fung einer Region als Risi­ko­ge­biet kann täglich variieren.
  • In Deutsch­land spricht man offiziell nicht von Risi­ko­ge­bie­ten, trotzdem gelten in Regionen mit erhöhter 7-Tage-Inzident besondere Rege­lun­gen und oft auch Rei­se­ver­bo­te.
Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.