Nah­auf­nah­me Test­stäb­chen © iStock.com/filadendron

10. September 2021, 11:00 Uhr

Darf ich eigent­lich? Einreise aus Corona-Risi­ko­ge­bie­ten: Das droht nach der Rückkehr

Die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie machen das Verreisen derzeit komplizierter als sonst. Deutsche, die ins Ausland fahren oder fliegen, müssen sich nicht nur bei der Einreise und am Urlaubsort an viele Regeln halten. Auch bei der Rückkehr sind diverse Auflagen der Coronavirus-Einreiseverordnung zu beachten.Alle Informationen zu der privaten Rechtsschutzversicherung von ADVOCARD

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Was sind Corona-Risi­ko­ge­bie­te?

Das legt die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) fest: Besteht in einem Land oder auch nur in bestimmten Landesteilen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, dann wird dieser Bereich unter anderem auf die regelmäßig aktualisierte Risikogebiet-Liste des RKI gesetzt. Ebenso, wenn dort neue Virusvarianten aufgetreten sind.

Seit dem 1. August 2021 gibt es dabei nur noch zwei Kategorien: Hochrisikogebiete (vorher: Hochinzidenzgebiete) und Virusvariantengebiete.

Mehr zu Corona-Risikogebieten erfährst du in diesem Streitlotse-Ratgeber.

Einreise aus dem Ausland: Nach­weis­pflicht für alle ab zwölf Jahren

Seit Mai 2021 regelt die Coronavirus-Einreiseverordnung (CoronaEinreiseV), was bei der Einreise nach Deutschland zu tun ist, insbesondere im Hinblick auf Risikogebiete. Die Verordnung gilt auch für Deutsche, die von Urlaubsreisen im Ausland zurückkehren. Sie wurde zwischenzeitlich mehrfach der aktuellen Situation angepasst und ist aktuell befristet bis zum Jahresende 2021. Daneben gelten weiter die individuellen Regelungen der Bundesländer.

Gemäß der Einreiseverordnung gilt:

Jede Person ab zwölf Jahren, die aus dem Ausland nach Deutschland einreist – egal, ob aus einem Risikogebiet oder nicht – muss einen der folgenden Nachweise parat haben:

  • Einen aktuellen negativen Coro­na­test, der zum Ein­rei­se­zeit­punkt maximal 48 Stunden (Antigen-Test) bezie­hungs­wei­se 72 Stunden (PCR-Test) zurück­lie­gen darf; bei Virus­va­ri­an­ten­ge­bie­ten sind es maximal 24 Stunden bei Antigen-Tests
  • oder einen Beleg über voll­stän­di­gen Impf­schutz, zum Beispiel über den gelben WHO-Impfpass oder in digitaler Form auf dem Smart­pho­ne
  • oder einen Genesenen-Nachweis, der eine über­stan­de­ne Covid-19-Infektion belegt

Die Kosten für alle notwendigen Corona-Tests, die im Ausland anfallen, müssen Einreisende grundsätzlich selbst tragen.

Fällt der Test vor der Rückreise positiv aus, dürfen beispielsweise Flugreisende gemäß der aktuellen Einreiseverordnung vorerst nicht nach Deutschland einreisen. Das dürfen sie erst dann, wenn sie nachweislich wieder negativ getestet werden. Gegebenenfalls müssen sie sich also am Urlaubsort in Quarantäne begeben. Die genauen Modalitäten für diesen möglichen Fall – insbesondere, was die Kosten angeht – solltest du vor der Reise mit dem Reiseveranstalter klären.

INFO

Reicht ein Selbsttest am Urlaubsort als Nachweis?

Ein selbst durchgeführter Coronatest wird bei der Einreise nach Deutschland nicht als Nachweis akzeptiert. Das negative Testergebnis muss von einem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft dokumentiert sein. An deutschen Flughäfen werden auch Testnachweise in englischer und französischer Sprache akzeptiert.

Aus diesem Grund gibt es an vielen Flughäfen im In- und Ausland Schnelltestzentren. Es empfiehlt sich, sich über den genauen Standort bereits vom geplanten Rückreisetag zu informieren und ausreichend Zeit für den Test am Flughafen einzuplanen.

Ein im Ausland durchgeführter Corona-Test muss bestimmte Mindestkriterien erfüllen, um in Deutschland anerkannt zu werden. Was nötig ist, damit ein Test anerkannt wird, erklärt das RKI hier.

Covid-19-Testbereich des Flughafens

© iStock.com/franckreporter

Hoch­ri­si­ko- und Virus­va­ri­an­ten­ge­bie­te: Wer muss wie lange in Qua­ran­tä­ne?

Ist deine Urlaubsregion kein Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet, dann musst du nach der Einreise nicht in Quarantäne, sofern dein verpflichtender Einreisetest negativ war. Ansonsten gelten die folgenden Regelungen.

Bei Einreise aus einem Hochrisikogebiet:

Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreist oder sich in den letzten zehn Tagen vor Einreise dort aufgehalten hat (ausgenommen ist die bloße Durchreise ohne Aufenthalt), hat folgende Pflichten:

  • Ausfüllen einer digitalen Ein­rei­se­an­mel­dung vor der Ankunft in Deutsch­land
  • Zehn Tage in häusliche Qua­ran­tä­ne auf direktem Weg nach der Einreise. Eine vor­zei­ti­ge Been­di­gung ist frü­hes­tens fünf Tage nach der Einreise möglich, wenn du innerhalb dieser Zeit ein weiteres negatives Test­ergeb­nis bezie­hungs­wei­se einen Impf- oder Genesenen-Nachweis über das digitale Ein­rei­se­por­tal der Bun­des­re­gie­rung hochlädst.
  • Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Qua­ran­tä­ne nach Auf­ent­halt in einem Hoch­ri­si­ko­ge­biet auto­ma­tisch nach fünf Tagen, falls keine Krank­heits­sym­pto­me auftreten. Einen weiteren Test müssen sie dafür nicht machen.

Was du beachten musst, wenn du in Quarantäne bist, liest du in diesem Streitlotse-Ratgeber. >>

INFO

Ausnahmen für Geimpfte, Genesene und Berufspendler

Für genesene und geimpfte Urlauber entfallen die Test- und Quarantänepflichten bei Einreise aus Hochrisikogebieten – nicht aber aus Virusvariantengebieten – unter folgenden Voraussetzungen:

  • Genesene: Die Infektion liegt min­des­tens 28 Tage und höchstens 6 Monate zurück.
  • Geimpfte: Die letzte erfor­der­li­che Teil­imp­fung liegt min­des­tens 14 Tage zurück.
  • Es liegt ein ärzt­li­cher Nachweis – auf Papier oder digital – über Impfung bezie­hungs­wei­se Genesung vor.

In Deutschland lebende Berufspendler, die für den Job regelmäßig die Landesgrenze überqueren müssen, sind gemäß Coronavirus-Einreiseverordnung von den Anmelde- und Quarantänepflichten befreit. Auch bei den Testnachweisen gibt es für sie in vielen Fällen Erleichterungen.

Bei der Einreise aus einem Virusvariantengebiet:

Um die Ausbreitung von Virusmutationen in Deutschland zu verhindern, gelten hier noch striktere Auflagen. Nur Bundesbürger und in Deutschland lebende Personen dürfen derzeit per Zug, Bus, Schiff und Flug aus Virusvariantengebieten in die Bundesrepublik einreisen. Für alle anderen Personen, die aus Ländern kommen, in denen neue Arten des Coronavirus grassieren, besteht ein Beförderungsverbot nach Deutschland.

Die allgemeinen Auflagen für Urlauber bei Einreise aus Virusvariantengebieten:

  • Es ist immer ein negativer Test­nach­weis vor­zu­le­gen – das gilt auch für geimpfte und genesene Personen. Daneben ist auch hier die digitale Ein­rei­se­an­mel­dung
  • Die Regelung für den Test­nach­weis ist strenger als beim Hoch­ri­si­ko­ge­biet: Antigen-Tests (Schnell­tests) dürfen zum Ein­rei­se­zeit­punkt höchstens 24 Stunden zurück­lie­gen.
  • Die häusliche Qua­ran­täne­pflicht beträgt 14 Tage und gilt auch für voll­stän­dig Geimpfte und Genesene. Sie kann nicht vorzeitig beendet werden.

Verstöße gegen die Einreiseauflagen können mit einem hohen Bußgeld geahndet werden.

Risi­ko­ge­biet nach­träg­lich her­ab­ge­stuft: Was gilt dann?

Wenn ein Virusvariantengebiet, in dem du dich aufgehalten hast, während deiner Quarantänezeit zu einem Hochrisikogebiet herabgestuft wird, gelten für dich ab diesem Zeitpunkt die Regeln für das Hochrisikogebiet. Das heißt zum Beispiel, dass du dich nach fünf Tagen “freitesten” kannst.

Außerdem endet die Quarantäne immer dann automatisch, wenn sich die Situation in deinem Reisegebiet mittlerweile schon so weit entspannt hat, dass das RKI es von der Liste der Risikogebiete streicht (sogenannte Entlistung).

Mann sitzt mit Kopfhörern vor PC und spricht via Videochat mit Freunden.

© iStock.com/AleksandarNakic

Selbst­ver­schul­de­te Qua­ran­tä­ne: Lohn­fort­zah­lung kann gefährdet sein

Ob du in ein Risikogebiet reist, solltest du dir nicht nur wegen einer eventuellen Ansteckung gut überlegen. Denn nimmst du die Infektionsgefahr in einem Risikogebiet bewusst in Kauf, kannst du für die Dauer der häuslichen Quarantäne deinen Lohnanspruch verlieren. Arbeitnehmer sind grundsätzlich verpflichtet, bei ihren Urlaubsplänen auf bekannte Reisewarnungen zu achten. Ignorieren sie das und können deswegen nach ihrer Rückkehr nicht oder erst verspätet arbeiten, darf ihnen ihr Unternehmen für die ausgefallene Zeit das Gehalt verweigern.

Achtung: Für einen solchen Zeitraum selbstverschuldeter Quarantäne steht dir keine Verdienstausfallentschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz zu, auch wenn du deine Kinder zu Hause betreuen musst.

Anders sieht es aus, wenn du in einem Land im Urlaub warst, das vom Robert-Koch-Institut erst nach deinem Urlaubsantritt zum Risikogebiet erklärt wurde. Musst du dann in Quarantäne, bekommst du weiter dein Gehalt und der Arbeitgeber kann sich dieses gemäß § 56 Infektionsschutzgesetz von der zuständigen Behörde erstatten lassen.

FAZIT
  • Wer derzeit nach Deutsch­land einreist, muss vorher einen negativen Corona-Test vorlegen oder nach­wei­sen, dass er voll­stän­dig geimpft oder genesen ist. Bei der Einreise aus Virus­va­ri­an­ten­ge­bie­ten ist grund­sätz­lich ein Test ver­pflich­tend, auch für Geimpfte und Genesene.
  • Für Urlaubs­rück­keh­rer aus Hoch­ri­si­ko- und Virus­va­ri­an­ten­ge­bie­ten besteht außerdem eine Qua­ran­täne­pflicht. Diese ist für Ein­rei­sen­de aus Virus­va­ri­an­ten­ge­bie­ten besonders streng.
  • Wer trotz bestehen­der Rei­se­war­nung in ein Risi­ko­ge­biet reist, riskiert im Fall einer Qua­ran­tä­ne nach der Rückkehr seine Lohn­fort­zah­lung für diesen Zeitraum.
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