Nah­auf­nah­me Test­stäb­chen © iStock.com/filadendron

26. Februar 2021, 9:57 Uhr

Darf ich eigent­lich? Urlaub in Corona-Risi­ko­ge­bie­ten: Das droht nach der Rückkehr

Die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie machen vielen Bundesbürgern einen Strich durch ihre Urlaubspläne. Wer dennoch Reisefieber hat, muss sich auf seinem Trip im In- oder Ausland an viele Regeln halten, um sich nicht mit dem Virus anzustecken. Aber auch nach der Rückkehr läuft derzeit nicht alles wie gewohnt. Besonders für jene, die allen Gefahren zum Trotz in Corona-Risikogebieten unterwegs waren. Worauf sie sich bei und nach ihrer Ankunft in Deutschland einstellen müssen und wann nach dem Urlaub Quarantäne droht, erfahren sie hier.

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Was sind Corona-Risi­ko­ge­bie­te?

Das prüft die Bundesregierung. Stellt sie fest, dass in einem Land oder einer Region ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, dann setzt sie den Bereich unter anderem auf eine Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI). Alle Informationen zu der privaten Rechtsschutzversicherung von ADVOCARD

Neben Risikogebieten sprechen die Behörden von Hochrisikogebieten mit besonders hoher 7-Tage-Inzidenz und von Virusvarianten-Gebieten, für die entsprechend strengere Auflagen gelten.

Mehr zu Corona-Risikogebieten erfährst du in diesem Streitlotse-Ratgeber.

Einreise aus einem Risikogebiet: Tests und Quarantäne für Reiserückkehrer

Seit Mitte Januar 2021 regelt die Coronavirus-Einreiseverordnung, was bei einer Einreise nach Deutschland aus einem Risikogebiet zu tun ist. Daneben gelten weiter die individuellen Regelungen der Bundesländer.

Gemäß der Einreiseverordnung gilt:

Wer im Ausland Urlaub gemacht hat und aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland einreist oder sich in den letzten zehn Tagen vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat (ausgenommen ist die bloße Durchreise ohne Aufenthalt),

  • muss vor seiner Einreise die digitale Ein­rei­se­an­mel­dung ausfüllen,
  • sich nach der Einreise direkt für zehn Tage in häusliche Qua­ran­tä­ne begeben
  • und spä­tes­tens 48 Stunden nach Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen können. Der Test­ab­strich darf auch schon vor der Einreise vor­ge­nom­men werden, jedoch höchstens 48 Stunden vorher.
  • Die Test­pflicht gilt für alle Ein­rei­sen­den ab sechs Jahren.

Die zehntägige Quarantäne bei Einreise nach Deutschland kann verkürzt werden, wenn innerhalb dieser Zeit ein weiterer Corona-Test negativ ausfällt. Dieser darf aber frühestens fünf Tage nach der Einreise erfolgen. Dies wird als Zwei-Test-Strategie bezeichnet.

Bei Einreise aus einem Hochrisiko- oder Virusvarianten-Gebiet nach Deutschland (oder Aufenthalt dort innerhalb der letzten zehn Tage) sind die Bestimmungen strenger:

  • Die digitale Ein­rei­se­an­mel­dung muss ebenfalls vor der Einreise aus­ge­füllt werden.
  • Ein­rei­sen­de müssen sich schon vor der Rückreise nach Deutsch­land testen lassen und gege­be­nen­falls der Flug­ge­sell­schaft den negativen Test vorlegen können.
  • Sie müssen mit Ein­rei­se­kon­trol­len an Flughäfen, an Bahnhöfen oder an Lan­des­gren­zen rechnen, bei denen das negative Test­ergeb­nis vor­zu­le­gen ist.
  • Auch in diesem Fall sind zehn Tage häusliche Qua­ran­tä­ne Ob diese mittels eines zweiten Tests früh­zei­tig beendet werden kann, bestimmt die ent­spre­chen­de Ver­ord­nung des Bun­des­lan­des.

Die Kosten für alle notwendigen und freiwilligen Corona-Tests müssen Einreisende aus Risiko-, Hochrisiko- und Virusvarianten-Gebieten grundsätzlich selbst tragen. Die einzelnen Bundesländer können aber Abweichendes regeln.

Für Berufspendler, Transportpersonal und Durchreisende gelten zum Teil Ausnahmen von Test- und Quarantänepflichten.

Verstöße gegen die Einreiseauflagen können mit einem hohen Bußgeld geahndet werden.

Einreise aus Corona-Risikogebieten: Das droht nach der Rückkehr

Selbst­ver­schul­de­te Qua­ran­tä­ne: Lohn­fort­zah­lung kann gefährdet sein

Ob du in ein Risikogebiet reist, solltest du dir nicht nur wegen einer eventuellen Ansteckung gut überlegen. Denn nimmst du die Infektionsgefahr in einem Risikogebiet bewusst in Kauf, kannst du für die Dauer der häuslichen Quarantäne deinen Lohnanspruch verlieren. Das hat das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil (5 AZR 195/81) bestätigt.

Demnach sind Arbeitnehmer sinngemäß verpflichtet, bei ihren Urlaubsplänen auf bekannte Reisewarnungen zu achten. Ignorieren sie das und können deswegen nach ihrer Rückkehr nicht oder erst verspätet arbeiten, darf ihnen ihr Unternehmen für die ausgefallene Zeit das Gehalt verweigern.

Achtung: Für einen solchen Zeitraum selbstverschuldeter Quarantäne steht dir keine Verdienstausfallentschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz zu, auch wenn du deine Kinder zu Hause betreuen musst.

Anders sieht es aus, wenn du in einem Land im Urlaub warst, dass vom Robert-Koch-Institut erst nach deinem Urlaubsantritt als Risikogebiet gelistet wurde. Musst du dann in Quarantäne, bekommst du bei einer Erkrankung Entgeltfortzahlung. Der Arbeitgeber kann sich diese gemäß § 56 Infektionsschutzgesetz von der zuständigen Behörde erstatten lassen. Auch möglich ist eine finanzielle Ersatzleistung in gleicher Höhe, wenn dich das Gesundheitsamt vorsorglich zur Absonderungspflicht aufgerufen hat.

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Situation vorab mit dem Arbeit­ge­ber klären

Damit (überraschende) Komplikationen mit deinem Arbeitgeber erst gar nicht entstehen, solltest du mit ihm vorab deine Reisepläne besprechen. Die gehen ihn zwar im Normalfall nichts an, aber während der Corona-Pandemie ist es sinnvoll, dass du dich mit ihm darüber austauscht.

Einreise aus Corona-Risikogebieten: Das droht nach der Rückkehr

Das ist auch im Sinne der allgemeinen Fürsorgepflicht, die dein Arbeitgeber gegenüber dir, aber auch gegenüber deinen Kollegen hat. Ähnlich sieht es mit Nachfragen zu dem Ergebnis deines Corona-Tests aus. Rechtlich wasserdicht sind solche Erkundigungen aber nicht, weil es dazu noch keine Urteile gibt.

Im Idealfall stimmen sich Unternehmensführung und Belegschaft über ein gemeinsames Vorgehen nach der Rückkunft aus einem Corona-Risikogebiet oder bei Corona-Verdachtsfällen ab. Das kann beispielsweise eine Homeoffice-Regelung betreffen.

Fazit
  • Für Urlaubs­rück­keh­rer aus Risiko-, Hoch­ri­si­ko- und Virus­va­ri­an­ten-Gebieten besteht unter anderem eine Test- und Qua­ran­täne­pflicht.
  • Wer trotz bestehen­der Rei­se­war­nung in ein Risi­ko­ge­biet reist, riskiert im Fall einer Qua­ran­tä­ne nach der Rückkehr seine Lohn­fort­zah­lung für diesen Zeitraum.
  • Unter­neh­men sollten den Umgang mit Rück­keh­rern vor Rei­se­an­tritt regeln.
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