Nah­auf­nah­me Test­stäb­chen © iStock.com/filadendron

3. Juni 2021, 9:00 Uhr

Darf ich eigent­lich? Einreise aus Corona-Risi­ko­ge­bie­ten: Das droht nach der Rückkehr

Die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie machen vielen Bundesbürgern einen Strich durch ihre Urlaubspläne. Wer dennoch Reisefieber hat, muss sich nicht nur am Urlaubsort an viele Regeln halten. Auch bei der Rückkehr sind diverse Auflagen der Coronavirus-Einreiseverordnung zu beachten.

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Was sind Corona-Risi­ko­ge­bie­te?

Das legt die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) fest: Besteht in einem Land oder auch nur in bestimmten Landesteilen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, dann wird dieser Bereich unter anderem auf die regelmäßig aktualisierte Risikogebiet-Liste des RKI gesetzt.

Neben “einfachen” Risikogebieten sprechen die Behörden von Hochinzidenzgebieten mit besonders vielen Infektionen und von Virusvariantengebieten, für die noch einmal strengere Auflagen gelten.

Mehr zu Corona-Risikogebieten erfährst du in diesem Streitlotse-Ratgeber.

Einreise aus dem Ausland: Tests für alle und Qua­ran­tä­ne für Rei­se­rück­keh­rer aus Risi­ko­ge­bie­ten

Seit dem 12. Mai 2021 regelt eine neue Coronavirus-Einreiseverordnung (CoronaEinreiseV) – zunächst befristet bis zum 30. Juni 2021 –, was bei einer Einreise nach Deutschland aus einem Risikogebiet zu tun ist. Daneben gelten weiter die individuellen Regelungen der Bundesländer.

Gemäß der Einreiseverordnung gilt:

Grundsätzlich muss jeder, der auf dem Luftweg aus dem Ausland nach Deutschland einreist – egal, ob aus einem Risikogebiet oder nicht – vor dem Abflug einen der folgenden Nachweise bei der Airline vorlegen:

  • einen aktuellen negativen Coro­na­test, der zum Ein­rei­se­zeit­punkt maximal 48 (Antigen-Test) bezie­hungs­wei­se 72 Stunden (PCR-Test) alt sein darf
  • einen Beleg über voll­stän­di­gen Impf­schutz, zum Beispiel über den gelben WHO-Impfpass
  • einen Genesenen-Nachweis, der eine über­stan­de­ne Covid-19-Infektion belegt

Ausgenommen von dieser Nachweispflicht sind Kinder unter sechs Jahren.

Bei Einreise aus einem Risikogebiet:

Wer aus einem einfachen Corona-Risikogebiet nach Deutschland einreist oder sich in den letzten zehn Tagen vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat (ausgenommen ist die bloße Durchreise ohne Aufenthalt), hat noch einige weitere Pflichten:

  • Ausfüllen einer digitalen Ein­rei­se­an­mel­dung vor der Ankunft in Deutsch­land
  • Zehn Tage in häusliche Qua­ran­tä­ne. Und zwar auf direktem Weg nach der Einreise.
  • Du musst spä­tes­tens 48 Stunden nach Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen, wenn du auf dem Land- oder Seeweg ein­ge­reist bist (Auto, Bus, Bahn, Fähre etc.). Für Flug­rei­sen­de entfällt diese Pflicht, da sie bereits vor dem Abflug einen negativen Test nach­wei­sen mussten. Alter­na­tiv werden auch Impf- und Genesenen-Nachweise akzep­tiert.

Die zehntägige Quarantäne nach der Einreise ist allerdings nicht in jedem Fall Pflicht. Sie kann verkürzt werden, wenn du innerhalb dieser Zeit ein weiteres negatives Testergebnis beziehungsweise einen Impf- oder Genesenen-Nachweis über das digitale Einreiseportal der Bundesregierung hochlädst. Ab dem Übermittlungszeitpunkt kann die Quarantäne beendet werden.

Bei Einreise aus einem Hochinzidenzgebiet:

Für jene, die aus einer Region mit hohem Infektionsgeschehen nach Deutschland kommen oder sich innerhalb der letzten zehn Tage vor der Einreise dort aufgehalten haben, gelten darüber hinaus folgende, strengere Regeln:

  • Ein­rei­sen­de müssen sich in jedem Fall schon vor der Rückreise nach Deutsch­land testen lassen. Sie müssen mit Ein­rei­se­kon­trol­len an Flughäfen, an Bahnhöfen oder an Lan­des­gren­zen rechnen, bei denen das negative Test­ergeb­nis vor­zu­le­gen ist.
  • Auch in diesem Fall sind zehn Tage häusliche Qua­ran­tä­ne Eine vor­zei­ti­ge Been­di­gung durch ein negatives Test­ergeb­nis ist frü­hes­tens fünf Tage nach der Einreise möglich.

Bei der Einreise aus einem Virusvariantengebiet:

Um die Ausbreitung von Virusmutationen in Deutschland zu verhindern, gelten noch strikte Auflagen für Reisende, die aus Ländern kommen, in den bereits neuartige Arten des Coronavirus grassieren. Sie können nur noch per Individualverkehr die deutschen Grenzen überqueren, also beispielsweise per Auto oder zu Fuß. Denn aus Virusvariantengebieten besteht ein Beförderungsverbot für den Verkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug nach Deutschland. Die allgemeinen Auflagen für die Einreise aus Risikogebieten werden folgendermaßen verschärft:

  • Ein negativer Corona-Test ist auch hier Vor­aus­set­zung für den Grenz­über­tritt, Antigen-Tests dürfen zum Ein­rei­se­zeit­punkt höchstens 24 Stunden zurück­lie­gen.
  • Die häusliche Qua­ran­täne­pflicht ver­län­gert sich auf 14 Tage und gilt auch für voll­stän­dig Geimpfte und Genesene. Sie kann nicht vorzeitig beendet werden.

Die Kosten für alle notwendigen und freiwilligen Corona-Tests müssen Einreisende aus Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten grundsätzlich selbst tragen.

Für Berufspendler, Transportpersonal und Durchreisende gelten zum Teil Ausnahmen von Test- und Quarantänepflichten. Verstöße gegen die Einreiseauflagen können mit einem hohen Bußgeld geahndet werden.

Einreise aus Corona-Risikogebieten: Das droht nach der Rückkehr

Selbst­ver­schul­de­te Qua­ran­tä­ne: Lohn­fort­zah­lung kann gefährdet sein

Ob du in ein Risikogebiet reist, solltest du dir nicht nur wegen einer eventuellen Ansteckung gut überlegen. Denn nimmst du die Infektionsgefahr in einem Risikogebiet bewusst in Kauf, kannst du für die Dauer der häuslichen Quarantäne deinen Lohnanspruch verlieren. Das hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) in einem Urteil (5 AZR 195/81) bestätigt.

Demnach sind Arbeitnehmer sinngemäß verpflichtet, bei ihren Urlaubsplänen auf bekannte Reisewarnungen zu achten. Ignorieren sie das und können deswegen nach ihrer Rückkehr nicht oder erst verspätet arbeiten, darf ihnen ihr Unternehmen für die ausgefallene Zeit das Gehalt verweigern.

Achtung: Für einen solchen Zeitraum selbstverschuldeter Quarantäne steht dir keine Verdienstausfallentschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz zu, auch wenn du deine Kinder zu Hause betreuen musst.

Anders sieht es aus, wenn du in einem Land im Urlaub warst, dass vom Robert-Koch-Institut erst nach deinem Urlaubsantritt als Risikogebiet gelistet wurde. Musst du dann in Quarantäne, bekommst du bei einer Erkrankung Entgeltfortzahlung. Der Arbeitgeber kann sich diese gemäß § 56 Infektionsschutzgesetz von der zuständigen Behörde erstatten lassen. Auch möglich ist eine finanzielle Ersatzleistung in gleicher Höhe, wenn dich das Gesundheitsamt vorsorglich zur Absonderungspflicht aufgerufen hat.

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Situation vorab mit dem Arbeit­ge­ber klären

Damit (überraschende) Komplikationen mit deinem Arbeitgeber erst gar nicht entstehen, solltest du mit ihm vorab deine Reisepläne besprechen. Die gehen ihn zwar im Normalfall nichts an, aber während der Corona-Pandemie ist es sinnvoll, dass du dich mit ihm darüber austauscht.

Einreise aus Corona-Risikogebieten: Das droht nach der Rückkehr

Das ist auch im Sinne der allgemeinen Fürsorgepflicht, die dein Arbeitgeber gegenüber dir, aber auch gegenüber deinen Kollegen hat. Ähnlich sieht es mit Nachfragen zu dem Ergebnis deines Corona-Tests aus. Rechtlich wasserdicht sind solche Erkundigungen aber nicht, weil es dazu noch keine Urteile gibt.

Im Idealfall stimmen sich Unternehmensführung und Belegschaft über ein gemeinsames Vorgehen nach der Rückkunft aus einem Corona-Risikogebiet oder bei Corona-Verdachtsfällen ab. Das kann beispielsweise eine Homeoffice-Regelung betreffen.

Fazit
  • Für Urlaubs­rück­keh­rer aus Risiko-, Hoch­in­zi­denz- und Virus­va­ri­an­ten­ge­bie­ten besteht unter anderem eine Test- und Qua­ran­täne­pflicht.
  • Wer trotz bestehen­der Rei­se­war­nung in ein Risi­ko­ge­biet reist, riskiert im Fall einer Qua­ran­tä­ne nach der Rückkehr seine Lohn­fort­zah­lung für diesen Zeitraum.
  • Unter­neh­men sollten den Umgang mit Rück­keh­rern vor Rei­se­an­tritt regeln.
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