Ales was du zum Thema Flug­gast­rech­te wissen musst © AboutLife, Fotolia

17. Oktober 2018, 15:25 Uhr

The­men­sei­te Flug­gast­rech­te: Alles was du wissen musst

Flugverspätung, Flugausfall oder Überbuchung sorgen für Ärger am Flughafen. So ungelegen ein solches Reisehindernis aber auch kommt: Deine Fluggastrechte räumen dir in einen Anspruch auf Entschädigung ein. Hier findest du einen Überblick darüber, was dir als Fluggast zusteht.

 

Inhalt

>> Diese Begriffe und Verordnungen solltest du kennen
>> Grundvoraussetzungen für eine Entschädigung
>> Hilfe durch Fluggastrechte-Experten Flightright
>> Flugverspätung
>> Flugausfall/Annullierung
>> Flug überbucht
>> Anschlussflug verpasst
>> Gepäckverlust

 

Diese Begriffe und Ver­ord­nun­gen solltest du kennen

EU-Fluggastrechteverordnung

Seit 2004 ist die EU-Verordnung 261/2004 in Kraft – die sogenannte Fluggastrechteverordnung. Sie räumt dir als Fluggast in vielen Fällen pauschale Entschädigungs-Ansprüche ein, wenn du von einer Flugverspätung oder Annullierung betroffen bist oder dein Flieger überbucht ist.

Die Verordnung gilt für folgende Flüge:

  • alle, die innerhalb der EU starten
  • alle, die innerhalb der EU landen, wenn die Flug­ge­sell­schaft ihren Sitz innerhalb der EU oder in Norwegen, der Schweiz oder Island hat

Auch für Pauschalreisen gilt die EU-Fluggastrechteverordnung.

Montrealer Übereinkommen

Das Montrealer Übereinkommen (MÜ) gilt in Deutschland seit 2004. Es ersetzt das bis dahin gültige Warschauer Abkommen.

Das MÜ ist vor allem auf internationale Flüge anwendbar und regelt viele Haftungsfragen – auch für Schäden und Nachteile, die Fluggästen durch Verspätungen entstehen.

Allerdings räumt das MÜ Fluggästen keine pauschalen Entschädigungsansprüche ein, sondern es wird jeder Einzelfall gesondert betrachtet.

 

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Grund­vor­aus­set­zun­gen für eine Ent­schä­di­gung

Damit die EU-Fluggastrechteverordnung in deinem Fall greift, müssen – unabhängig von der Art des Zwischenfalls – folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Du hast dein Ticket zu einem regulären Preis gekauft oder mit Bonus­mei­len bezahlt. Mit einem ver­güns­tig­ten Ticket, das nicht der All­ge­mein­heit zur Verfügung stand (z.B. Mit­ar­bei­ter­ti­cket), erhältst du keine Ent­schä­di­gung.
  • Damit auch für Kinder eine Ent­schä­di­gung gezahlt wird, muss ihr Ticket ebenfalls kos­ten­pflich­tig gewesen sein.
  • Es liegen keine außer­ge­wöhn­li­chen Umstände vor, die die Flug­ge­sell­schaft nicht beein­flus­sen kann – etwa ein schweres Unwetter, das für Ver­spä­tun­gen sorgt.
  • Die Änderung, Annul­lie­rung oder Umbuchung erfolgte weniger als 14 Tage vor dem geplanten Start­ter­min.
  • Deine For­de­run­gen sind noch nicht verjährt. Ver­jäh­rung tritt nach drei Jahren ein.

Wenn du Anspruch auf eine Entschädigung hast, dann richtet sich deren Höhe gemäß EU-Fluggastrechteverordnung nach der Flugstrecke.

Folgende Pauschalen gelten:

Flugstrecke (Luftlinie)

bis 1.500 km

1.500 bis 3.000 km

ab 3.500 km (außerhalb der EU)

Entschädigung

250 Euro (pro Person mit kostenpflichtigem Ticket)

400 Euro (pro Person mit kostenpflichtigem Ticket)

600 Euro (pro Person mit kostenpflichtigem Ticket)

 

 

Hilfe durch Flug­gast­rech­te-Experten Fligh­tright

Das Verbraucherportal Flightright nimmt dir die lästige Auseinandersetzung mit dem Fluganbieter ab. Sie vertreten deine Rechte gegenüber der Airline – für dich entfallen Papierkram, Zeitaufwand und Diskussionen. Dafür braucht Flightright nur die Infos zu deinem Flug. Diese übermittelst du bequem online oder telefonisch.

Das Portal vertritt deine Ansprüche als Fluggast – wenn nötig, auch vor Gericht. Du bleibst dabei natürlich jederzeit auf dem Laufenden und wirst über jeden Schritt informiert. Kosten entstehen nur im Erfolgsfall in Form einer Provision.

Das Plus für ADVOCARD-Kunden: Als Partner von Flightright übernimmt ADVOCARD alle anfallenden Kosten, du als Kunde erhältst die Entschädigungsleistung in voller Höhe.

 

So kommst du mit Flightright zu deinem Recht. >>

 

Flug­ver­spä­tung

 

Flugverspätung: Ist eine Entschädigung möglich?

Mehr zum Thema Flugverspätung erfährst du in unserem Ratgeber

Bei einer Flugverspätung kommt als Bedingung hinzu, dass sie mindestens drei Stunden betragen muss. Nur dann hast du nach der EU-Verordnung Anspruch auf Entschädigung.

Grundlage für die Bemessung ist die zeitliche Verspätung am Zielflughafen. Das heißt: Hebt das Flugzeug mit mehr als drei Stunden Verspätung ab, holt diese aber zum Teil wieder auf und landet mit weniger als drei Stunden Verspätung am Ziel, erhältst du keine Entschädigungszahlung.

Du hast aber bereits bei einer Verspätung ab zwei Stunden Anspruch auf Versorgungsleistungen: Die Fluggesellschaft muss dir Essen und Getränke stellen und dir Zugang zu Kommunikationsmitteln ermöglichen, damit du zum Beispiel telefonieren oder eine Mail verschicken kannst.

Übrigens: Das Montrealer Übereinkommen greift bei internationalen Flügen, anders als die EU-Verordnung, auch schon bei einer Verspätung von weniger als drei Stunden.

 

Flugverspätung bei einer Pauschalreise

Auch für Pauschalreisende gilt die EU-Fluggastrechteverordnung.

Ist dein Flug auf einer Pauschalreise mehr als drei Stunden verspätet, stehen dir zwei Wege offen:

  • Du wendest dich an die Flug­ge­sell­schaft und machst deine Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che gemäß der EU-Ver­ord­nung geltend.
  • ODER: Du wendest dich an den Rei­se­ver­an­stal­ter und meldest die Flug­ver­spä­tung als Rei­se­man­gel.

 

Dein Flug hat sich verspätet? Rechtsschutzkunden hilft Flightright. >>

 

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Flugausfall/Annullierung

Wenn dein Flug annulliert wird, steht dir grundsätzlich eine Entschädigung zu, die sich entsprechend der EU-Fluggastrechteverordnung nach der Länge der Flugstrecke richtet.

Gelingt es der Fluggesellschaft aber, dich mit einem Ersatzflug noch relativ schnell an dein Ziel zu bringen (je nach Flugstrecke maximal zwei bis vier Stunden verspätet), kann sich die Entschädigungssumme unter Umständen auf die Hälfte reduzieren.

Eine solche alternative Beförderung gilt unter folgenden Voraussetzungen als angemessen:

  • Wenn sie min­des­tens sieben Tage vorher ankündigt wurde:
    Der Ersatz­flie­ger darf nicht mehr als zwei Stunden früher als geplant starten.
    Er darf nicht mehr als vier Stunden später als geplant landen.
  • Wenn sie weniger als sieben Tage vorher ange­kün­digt wurde:
    Der Ersatz­flie­ger darf nicht mehr als eine Stunde früher als geplant starten.
    Er darf nicht mehr als zwei Stunden später als geplant landen.

Bei einer Annullierung hast du außerdem folgende Ansprüche:

  • Ver­sor­gungs­leis­tun­gen (Essen, Getränke, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel)
  • Wenn der Ersatz­flug erst am nächsten Tag startet: Hotel­über­nach­tung und Transfer vom und zum Flughafen auf Kosten der Flug­ge­sell­schaft
  • Wenn du durch die Annul­lie­rung deinen geplanten Termin am Zielort verpasst und nun nicht mehr reisen musst: Erstat­tung des Ticket­prei­ses

 

Fluggastrechte bei Streik

Zum Nachteil der Fluggäste gilt ein Piloten- oder Fluglotsenstreik meist als „außergewöhnlicher Umstand“. Die Fluggesellschaft muss dir daher in der Regel keine Entschädigung bei Flugausfall oder Verspätung zahlen.

Trotzdem hat die Fluggesellschaft dann aber bestimmte Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden. Mehr zu deinen Fluggastrechten bei Streik erfährst du in unserem Ratgeber.

 

Ist dein Flug ausgefallen, prüft Flightright, ob du ein Recht auf Entschädigung hast. >>

 

Flug überbucht

 

Flug überbucht: Das sind deine Rechte als Fluggast

Mehr zum Thema Überbuchung und zu deinen Rechten als Fluggast erfährst du in unserem Ratgeber.

Dein Flug ist überbucht? Du solltest trotzdem ausdrücklich darauf bestehen, mit dem gebuchten Flug befördert zu werden. Denn hast du bei einer Überbuchung das Nachsehen, handelt es sich rechtlich gesehen um eine Nichtbeförderung.

Gut zu wissen: „Außergewöhnliche Umstände“ kann die Fluggesellschaft bei einer Überbuchung nicht geltend machen. Schließlich hat sie bewusst mehr Plätze verkauft, als im Flugzeug vorhanden sind – und hat damit das Reisehindernis selbst zu verantworten.

Du hast demnach folgende Rechte gegenüber der Airline:

  • Erklärt sich kein anderer Fluggast bereit, dir seinen Platz zu über­las­sen, muss die Flug­ge­sell­schaft für schnellst­mög­li­che Ersatz­be­för­de­rung
  • Wenn du wegen Über­bu­chung den Flug gegen deinen Willen nicht antreten kannst, muss die Airline dir eine Ent­schä­di­gung
  • Du hast außerdem je nach Wartezeit Anspruch auf Ver­sor­gungs­leis­tun­gen wie Essen und Getränke.

Dein Flug ist überbucht und die Airline bietet dir einen Reisegutschein an, vielleicht auch ein Upgrade? Achtung: Wenn du dieses Angebot direkt akzeptierst, gibst du sämtliche weiteren Entschädigungsansprüche gegenüber der Airline auf.

 

Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) hat die Aufgabe, in Streitfällen zwischen Fluggästen und Fluggesellschaften zu vermitteln. Ihr Sitz befindet sich in Berlin. Sie ist von der EU und der Bundesregierung anerkannt.

Bevor die Schlichtungsstelle in Sachen Fluggastrechte tätig wird, muss der Fluggast aber bereits selbst den Versuch unternommen haben, sich mit der Fluggesellschaft zu einigen.

 

 

Anschluss­flug verpasst

 

Anschlussflug verpasst: Gibt es eine Entschädigung?

Mehr zum Thema erfährst du in unserem Ratgeber.

Du hast durch eine Flugverspätung deinen Anschlussflug verpasst? Dann steht dir in manchen Fällen eine Entschädigung zu – wiederum entsprechend der Länge der Flugstrecke.

Bei einem verpassten Anschlussflug wird allerdings die gesamte Reisestrecke betrachtet, wenn es um eine Entschädigung geht. Entscheidend ist gemäß einem Urteil des BGH, mit welcher Verspätung du am Zielort eintriffst.

Das heißt: Wenn du „nur“ einen Anschlussflug verpasst, aber mit einem Ersatzflieger doch noch pünktlich oder nur mit sehr geringer Verspätung an dein Ziel kommst, erhältst du keine Entschädigung gemäß EU-Fluggastrechteverordnung.

 

 

Gepäck­ver­lust

 

Montrealer Übereinkommen: Hilfe, wenn der Koffer verloren geht

Mehr zum Thema erfährst du in unserem Ratgeber.

 

Du bist sicher am Zielflughafen gelandet, aber dein Koffer ist unterwegs verloren gegangen? Das Montrealer Übereinkommen sichert dir in solchen Fällen Ansprüche auf Schadenersatz. Die Höchstgrenze liegt dabei bei 1.350 Euro.

Die Fluggesellschaft muss dir auch Ausgaben für unverzichtbare Dinge wie Kleidung und Hygieneartikel erstatten, wenn dein Gepäck verspätet ankommt.

Regel Nummer Eins, um deine Schadenersatzansprüche zu sichern: Direkt am Zielflughafen den Gepäckverlust melden und sich darüber eine schriftliche Bestätigung geben lassen.

 

 

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