Nah­auf­nah­me: Hände eines Büro­an­ge­stell­ten tippen auf Taschen­rech­ner Picture-Factory, Fotolia

30. Oktober 2015, 11:28 Uhr

Weniger Arbeit, gerin­ge­rer Lohn Kurz­ar­beit: Das sollten Arbeit­neh­mer zu Kurz­ar­bei­ter­geld und Co. wissen

Kurzarbeit soll es Unternehmen ermöglichen, vorübergehende Auftragseinbrüche zu überbrücken, ohne Personal entlassen zu müssen. Die Arbeitszeit wird während dieser Zeit zurückgeschraubt. Beschäftigte müssen entsprechend auch Einschnitte bei ihrem Gehalt hinnehmen. Die Arbeitsagentur stockt das geringere Einkommen zwar mit Kurzarbeitergeld auf, dennoch müssen Sie, sofern Sie von solchen Maßnahmen betroffen sind, damit rechnen, insgesamt weniger Geld auf das Konto überwiesen zu bekommen. Diese Arbeitnehmer-Rechte zur Kurzarbeit sollten Sie kennen. Ein Tipp vorweg: Mit einem Berufs-Rechtsschutz sind Sie in allen Fällen abgesichert.

Die Auftragslage ist rückläufig und Ihr Chef zahlt kein Gehalt mehr? Wehren Sie sich. >>

Vor­aus­set­zun­gen für Kurz­ar­beit

Ein Unternehmen kann Kurzarbeit anmelden, wenn ein beträchtlicher Arbeitsausfall droht. Dies ist laut § 170 Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) Drittes Buch (III) unter anderem dann der Fall, wenn der Betrieb aufgrund von wirtschaftlichen oder anderen unabwendbaren Gründen nicht mehr all seinen Beschäftigten das volle Gehalt zahlen kann. Der Lohnverlust muss im Kalenderjahr bei mindestens einem Drittel der Arbeitnehmer mehr als zehn Prozent betragen. Kurzarbeit darf in der Regel maximal sechs Monate dauern. In Ausnahmefällen kann sie auf bis zu zwei Jahre verlängert werden. Der Chef darf Kurzarbeit nicht von heute auf morgen einführen. Schließlich müssen Sie sich auf den Verdienstausfall einstellen können. Ankündigungsfristen sind in der Regel im Tarifvertrag festgesetzt.

Kurz­ar­bei­ter­geld: Auf­sto­ckung durch die Arbeits­agen­tur

Während dieser Zeit erhalten Sie von Ihrem Chef nur noch Gehalt für das neue Arbeitspensum. Hat sich Ihre eigentliche Arbeitszeit beispielsweise halbiert, erhalten Sie entsprechend nur noch 50 Prozent des vorherigen Verdienstes. Zusätzlich zahlt die Bundesagentur für Arbeit ein sogenanntes Kurzarbeitergeld. Es beträgt bei kinderlosen Beschäftigten 60 Prozent, bei Elternteilen 67 Prozent des Verdienstausfalls.

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