Minijob neben Haupt­be­ruf: Junge Kellnerin deckt einen Tisch im Restau­rant ein Kadmy, Fotolia

4. November 2015, 16:12 Uhr

Kellnern nach Fei­er­abend? Minijob neben Haupt­be­ruf: Das sollten Sie beachten

Um ihr Gehalt aufzubessern, üben manche Menschen einen Minijob neben dem Hauptberuf aus. Auch wenn Sie bereits einen Vollzeitjob haben, ist es grundsätzlich möglich, dass Sie sich etwas dazuverdienen. Es gibt dabei jedoch einiges zu beachten.

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Nebenjob trotz Haupt­be­ruf: Der Arbeit­ge­ber muss zustimmen

Wer sein Gehalt aus dem Vollzeitjob nach Feierabend oder am Wochenende noch ein wenig aufbessern möchte, kann dies grundsätzlich tun. Wichtig ist aber: Sie müssen vorher bei dem Arbeitgeber, bei dem Sie in Vollzeit beschäftigt sind, eine Genehmigung dazu einholen. Oft enthält bereits der Arbeitsvertrag Bestimmungen dazu, ob ein Minijob neben dem Hauptberuf erlaubt ist. Wichtig zu wissen: Ein grundsätzliches Verbot jeglicher Nebentätigkeiten kann rechtswidrig sein – hier lohnt es sich, gegebenenfalls einen Anwalt zurate zu ziehen.

Ihr Nebenjob darf Sie jedoch keinesfalls in der Ausübung Ihres Vollzeitjobs einschränken. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Sie nach Feierabend noch so lange jobben, dass Sie am nächsten Morgen an Ihrer Hauptarbeitsstelle völlig übermüdet sind. Und dass Sie nicht ausgerechnet bei einem direkten Konkurrenten Ihres Hauptarbeitgebers einen Minijob annehmen, sollte ebenfalls selbstverständlich sein.

Ein Minijob nebenbei ist steu­er­frei

In einem Minijob neben dem Hauptberuf dürfen Sie bis zu 450 Euro zusätzlich verdienen, ohne dafür Steuern und Sozialabgaben zahlen zu müssen. Sie sind allerdings verpflichtet, Beiträge zur Rentenversicherung zu zahlen. Wichtig: Steuerfrei ist immer nur ein einziger zusätzlicher Minijob. Üben Sie mehrere Nebentätigkeiten auf 450-Euro-Basis aus, werden die Einkünfte aus allen weiteren Zusatzjobs mit Ihrem Gehalt aus dem Vollzeitjob zusammengerechnet und müssen mit versteuert werden. Dasselbe gilt, wenn Sie selbstständig sind: Auch dann können Sie eine geringfügige Tätigkeit nebenbei ausüben, ohne für die Einkünfte zusätzlich Steuern zahlen zu müssen.

Minijob und Voll­zeit­job: Nicht beim selben Arbeit­ge­ber

Nicht zulässig ist es übrigens, wenn ein und derselbe Arbeitgeber Sie gleichzeitig in Vollzeit und noch zusätzlich in einem Minijob beschäftigt. Für die Sozialversicherung gelten dann beide Tätigkeiten zusammen als ein Arbeitsverhältnis und wären voll abgabenpflichtig. Als Betriebsrentner dürfen Sie aber in der Regel einen Minijob bei Ihrem früheren Arbeitgeber annehmen.


Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

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