Arbeits­ver­trag Anto­nio­guil­lem, Fotolia

21. Mai 2019, 18:17 Uhr

So geht’s richtig Arbeits­ver­trag prüfen: Wichtige Inhalte und Rege­lun­gen

Bevor du in deinen neuen Job startest, muss der Arbeitsvertrag unterschrieben werden – und was da drinsteht, solltest du vorher gründlich prüfen. Denn immerhin regelt er einen bedeutenden Teil deines Lebens: den Arbeitsalltag. In diesem Ratgeber findest du Infos zu den wichtigsten Inhalten und Regelungen. Und wenn dann noch Fragen offen bleiben, helfen unsere Experten dir gern weiter.

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Arbeits­ver­trag: Was muss unbedingt rein?

Folgende Fragen sollte der Arbeitsvertrag dir beantworten:

  • Wie sieht die Tätigkeit konkret aus?
  • Was verdienst du und welche zusätz­li­chen Leis­tun­gen werden ver­spro­chen?
  • Wie viele Stunden musst du arbeiten und wie viele Urlaubs­ta­ge hast du?
  • Was gilt im Falle einer Kündigung?

Außerdem dürfen diese grundlegenden Infos nicht fehlen:

  • Name und Anschrift von Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer,
  • das Datum, an dem das Arbeits­ver­hält­nis beginnt,
  • die Angabe, ob das Arbeits­ver­hält­nis befristet oder unbe­fris­tet ist, und
  • der Arbeits­ort bzw. Ein­satz­ort – das kann zum Beispiel im Hinblick auf eine mögliche Ver­set­zung wichtig sein.

Arbeitsverträge enthalten häufig komplizierte Formulierungen und Details, die nicht immer sofort verständlich sind. Hin und wieder tauchen sogar unwirksame Klauseln auf. Dr. Gerwin Sonntag, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Bernzen Sonntag, sagt: „Ich empfehle daher jedem, vor Vertragsabschluss einen Experten oder Bekannten zurate zu ziehen, der sich mit den Regeln beim Arbeitsvertrag auskennt. Eine genaue Prüfung zahlt sich im Nachhinein in jedem Fall aus.“

Punkt 1: Tätigkeit und Auf­ga­ben­be­reich

Im Arbeitsvertrag sollten deine Tätigkeit und dein Aufgabenfeld möglichst konkret benannt werden. Das ist weniger banal, als es sich vielleicht anhört: Denn du bist nur verpflichtet, die Aufgaben auszuführen, die laut Arbeitsvertrag zu deinem Tätigkeitsbereich gehören. Je genauer der umschrieben ist, desto weniger Spielraum hat der Arbeitgeber, dich gemäß seinem Direktionsrecht auch für fachfremde Tätigkeiten einzusetzen. So vermeidest du nach Beginn des Arbeitsverhältnisses böse Überraschungen.

Punkt 2: Lohn und Gehalt

Wohl kaum ein Aspekt im Arbeitsvertrag ist Arbeitnehmern so wichtig wie die Regelungen zu Lohn oder Gehalt. Vor Arbeitsbeginn kann die Vergütung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in vielen Fällen frei verhandelt werden, ist aber häufig an einen Tarifvertrag angelehnt.

Neben dem monatlichen Lohn verhandeln beiden Seiten häufig auch über zusätzliche Leistungen wie einen Bonus, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Nutzung eines Firmenwagens. Du solltest darauf achten, dass der Arbeitsvertrag auch das aufweist, was ihr mündlich vereinbart habt.

Punkt 3: Arbeits­zeit und UrlaubMehr Informationen zum Thema Arbeitsrechtsschutz

Für die Arbeitszeit gibt es gesetzliche Regelungen. Dennoch sollte in deinem Arbeitsvertrag genau festgeschrieben sein, wie viele Stunden deine wöchentliche Arbeitszeit umfasst und wie bei Überstunden verfahren wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Urlaubsanspruch. Laut Bundesurlaubsgesetz (BurlG) hat man bei einer „normalen“ Arbeitswoche von Montag bis Freitag einen Mindestanspruch von 20 Tagen pro Jahr. Viele Arbeitsverträge gehen allerdings über diesen Mindestanspruch hinaus.

Punkt 4: Probezeit und Kündigung

Die Dauer der Probezeit wird ebenfalls im Arbeitsvertrag geregelt. Rechtsanwalt Dr. Sonntag sagt: „Meistens beträgt die Probezeit sechs Monate. Während dieser Zeit besteht sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen.“

Apropos Kündigung: Auch wenn man bei der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags noch nicht so weit denken mag, sollten die Bedingungen für eine Kündigung genau unter die Lupe genommen werden – zum Beispiel zur Kündigungsfrist. Fristen, Gründe und Ansprüche können im weiteren Verlauf des Arbeitsverhältnisses eine entscheidende Rolle spielen. Nicht selten kommt es darüber zum Streit. Dann hilft ein Berufsrechtsschutz.

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