Höchst­ar­beits­zeit: Frau sitzt gähnend am Büro-Schreib­tisch Alliance, Fotolia

7. Oktober 2015, 9:34 Uhr

Irgend­wann muss Schluss sein Höchst­ar­beits­zeit: Wie viele Stunden erlaubt das Arbeits­zeit­ge­setz?

Die tägliche Höchstarbeitszeit in Deutschland beträgt durchschnittlich acht Stunden, heißt es in § 3 Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Doch nicht wenige Beschäftigte arbeiten mehr als 40 Stunden pro Woche. Wenn Sie sich nun fragen, ob Ihr Chef gegen die gesetzlichen Vorgaben verstößt, sollten Sie wissen: Das Arbeitsgesetz geht nicht von einer Fünf-Tage-Woche aus – und es gibt Ausnahmen für bestimmte Branchen. Tipp: Ein Berufs-Rechtsschutz hilft Ihnen dabei, Ihre Arbeitsrechte durchzusetzen.

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Höchst­ar­beits­zeit: Das erlaubt das Arbeits­zeit­ge­setz

Laut § 1 ArbZG beträgt die Höchstarbeitszeit acht Stunden pro Tag. Sie kann auf bis zu zehn Stunden erhöht werden, wenn der Arbeitgeber dafür sorgt, dass Sie innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen im Schnitt nicht mehr als acht Stunden werktäglich arbeiten. Doch Achtung: Der Gesetzgeber zählt grundsätzlich auch den Samstag zu den Werktagen. Von Montag bis Freitag sind somit bis zu 48 Arbeitsstunden möglich, also mehr als neuneinhalb Stunden pro Tag. In die Höchstarbeitszeit sind zudem noch keine Pausen eingerechnet. Übrigens: Diese sind gesetzlich vorgeschrieben – nach sechs Stunden muss es mindestens eine halbe Stunde sein.

Ausnahmen: Wer länger arbeiten muss

Grundsätzlich legt jeder Arbeitgeber die Höchstarbeitszeit selbst im Arbeitsvertrag fest, dabei darf der gesetzliche Rahmen aber nicht überschritten werden. In bestimmten Branchen gibt es jedoch Tarifverträge, die längere Arbeitszeiten vorsehen. Dies ist immer dann der Fall, wenn größtenteils in Bereitschaft gearbeitet wird. Ausnahmen gibt es am häufigsten im Bereich Krankenpflege, in der Gastronomie, in der Landwirtschaft und im öffentlichen Dienst. Gar nicht unter das Arbeitszeitgesetz fallen gemäß § 18 ArbZG:

  • Leitende Ange­stell­te und Chefärzte
  • Leiter und Ver­ant­wort­li­che im öffent­li­chen Dienst
  • Erzieher, Pfleger und Betreuer, die mit den ihnen anver­trau­ten Personen zusam­men­le­ben
  • Priester und anderen Personen, die im lit­ur­gi­schen Bereich einer Kirche oder Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten tätig sind

Alles, was es zum Thema Überstunden zu beachten gibt, lesen Sie im Streitlotse-Ratgeber: "Überstunden: Kann der Arbeitgeber Mehrstunden anordnen?".

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Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

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