Urlaubs­pla­nung wird in den Kalender ein­ge­tra­gen: Was darf der Arbeit­ge­ber vor­schrei­ben? Marco Herrn­dorff, Fotolia

2. Dezember 2015, 11:52 Uhr

Gemein­sa­me Planung Urlaubs­pla­nung: Was darf der Arbeit­ge­ber vor­schrei­ben?

Die Urlaubsplanung ist in vielen Unternehmen ein kompliziertes Thema. Schließlich wollen alle Arbeitnehmer ihr Recht auf Urlaub möglichst vorteilhaft einsetzen. Der Arbeitgeber spielt dabei eine wichtige Rolle, denn er muss den Urlaub genehmigen. Doch wie viel Entscheidungsgewalt hat er eigentlich, wenn Sie Ihren Urlaub verplanen?

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Ihre Rechte bei der Urlaubs­pla­nung

Laut Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) muss der Arbeitgeber Ihre Wünsche bei der Urlaubsplanung berücksichtigen (§ 7 Abs. 1 BUrlG). Allerdings kann er aus betrieblichen Gründen Ihre Anfrage ablehnen, zum Beispiel wenn viele Kollegen krank sind oder ein wichtiges Projekt abgeschlossen werden muss. Das gilt auch, wenn Kollegen sich denselben Zeitraum wünschen, die aus sozialen Gesichtspunkten Vorrang haben, zum Beispiel die Eltern schulpflichtiger Kinder. Das Bundesurlaubsgesetz gibt auch vor, dass jeder Arbeitnehmer das Recht hat, einmal im Jahr zwei Wochen Urlaub am Stück zu bekommen (§ 7 Abs. 2 BUrlG). Wichtig ist, dass Sie immer Ihre Urlaubswünsche angeben – wenn Sie das nicht tun, darf der Arbeitgeber selbst Ihren Urlaub verplanen. Was er allerdings nicht darf: einmal genehmigten Urlaub wieder zurücknehmen.

Urlaub verplanen oder mitnehmen

Wenn betriebliche oder persönliche Gründe das verlangen, können Sie Urlaubstage mit ins nächste Jahr nehmen. Dann müssen diese aber in der Regel innerhalb der ersten drei Monate genommen werden. Ausnahmen gelten, wenn der Arbeitnehmer längere Zeit krank ist oder wenn der Arbeitgeber alle seine Urlaubsanfragen für die ersten drei Monate ablehnt.

Darf der Arbeit­ge­ber Betriebs­fe­ri­en anordnen?

In einigen Firmen möchte der Arbeitgeber gerne Betriebsferien festlegen, beispielsweise zwischen Weihnachten und Silvester oder während seines eigenen Urlaubs. Das kann besonders dann nötig sein, wenn während seiner Abwesenheit nicht gearbeitet werden kann, zum Beispiel in einer Arztpraxis. Der Arbeitgeber darf dafür Ihren Urlaub verplanen, muss dies aber gleich zu Beginn des Jahres ankündigen. Außerdem kann er maximal drei Fünftel Ihres Jahresurlaubs zu Betriebsferien erklären. Über die restlichen Tage können Sie frei verfügen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema: Urlaubsanspruch

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