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14. April 2020, 12:17 Uhr

Durch­at­men Abgesagt wegen Corona: Bekomme ich mein Geld zurück?

Das Coronavirus nimmt Einfluss auf immer mehr Lebensbereiche: Auch in Deutschland werden nun Großveranstaltungen abgesagt. Bundesligaspiele werden ohne Publikum ausgetragen. Konzerte finden nicht statt. Nachvollziehbar, aber ärgerlich für alle, die hingehen wollen. Ob Betroffene jetzt ihr Geld zurückbekommen, liest du hier.
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Erstat­tungs­an­spruch bei Absage durch den Ver­an­stal­ter

Im Zuge der Corona-Pandemie haben die zuständigen Behörden der einzelnen Bundesländer jegliche Veranstaltungen, bei denen viele Menschen zusammenkommen für geraume Zeit untersagt.

Hast du eine Eintrittskarte für eine Veranstaltung, die wegen des behördlichen Verbots abgesagt wurde, bekommst du den Ticketpreis in der Regel erstattet. Wenn der Veranstalter seiner Leistungspflicht nicht nachkommt – also die verkaufte Leistung nicht liefert – haben Ticketbesitzer gemäß §§ 346 Abs. 1, 326 Abs. 5 und 275 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) Anspruch auf eine Rückerstattung. Das gilt unabhängig vom Grund der Absage. Auch wenn der Künstler selbst ein Konzert aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus absagt, hast du Anspruch auf Rückerstattung.

UPDATE:

Künftig könnten sich die Erstattungsregeln für ausgefallene Kultur- und Sportveranstaltungen ändern. Veranstaltern soll es erlaubt werden, Verbraucher mit Gutscheinen statt mit Geld zu entschädigen, wenn ein Event nicht stattfindet.

Einen entsprechenden Gesetzesentwurf hat die Bundesregierung am 8. April 2020 auf den Weg gebracht. Damit sollen massenhafte Insolvenzen von Unternehmen in der Veranstaltungs- und Freizeitbranche im Zuge der Corona-Krise verhindert werden.

Bislang steht jedoch noch nicht fest, ob der Gesetzentwurf wie geplant umgesetzt wird. Die angedachten Regelungen sind noch nicht vom Bundestag beschlossen. Nach aktueller Gesetzeslage haben Verbraucher also nach wie vor Anspruch auf eine Rückerstattung des Ticketpreises. (Stand: 14. April 2020)

Was, wenn ich aus Angst vor einer Infektion nicht hingehen möchte?

Anders sieht es allerdings aus, wenn die Veranstaltung stattfindet, aber du wegen der möglichen Infektionsgefahr lieber nicht hingehen möchtest. Obwohl das eine nachvollziehbare Entscheidung ist: Den Ticketpreis bekommst du deshalb nicht erstattet. Auch Ticketversicherungen, die man bei Vorverkaufsstellen und Ticketportalen beim Kauf abschließen kann, bringen in diesem Fall nichts. Sie greifen nur, wenn du wegen Krankheit, eines Todesfalls in der Familie oder aus einem anderen wichtigen Grund nicht teilnehmen kannst. Die Angst vor einer Infektion gilt jedoch nicht als wichtiger Grund. Einzige Möglichkeit, um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben: Du verkaufst deine KonzertkartePrivate Rechtsschutzversicherung von Advocard

Wie gehe ich vor, um mein Geld zurück­zu­be­kom­men?

Vertragspartner sind zwar die Veranstalter, aber viele überlassen die Rückabwicklung den Vorverkaufsstellen. Deshalb wendest du dich am besten dorthin, wo du dein Ticket gekauft hast,also zum Beispiel an:

  • eine Online-Ticket­platt­form
  • die Vor­ver­kaufs­stel­le vor Ort
  • die Thea­ter­kas­se
  • den Ver­an­stal­ter

Wenn du dein Ticket online gekauft hast, kontaktiert dich der Veranstalter oder das Ticketportal bei einer Absage oft sogar von sich aus per Mail und informiert dich, was zu tun ist.

Haf­tungs­aus­schluss bei höherer Gewalt unzu­läs­sig

Manche Veranstalter haben in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Klauseln, nach denen sie nicht haften, wenn ein Event aufgrund von unvorhersehbaren Ereignissen abgesagt werden muss. Derartige Klauseln sind nach Einschätzung der Verbraucherzentralen jedoch unwirksam. Weigert sich der Veranstalter mit dem Verweis auf höhere Gewalt, den Ticketpreis zu erstatten, kannst du notfalls rechtlich dagegen vorgehen.

Was, wenn die Ver­an­stal­tung ver­scho­ben wird?

Viele Konzerte, die wegen des Veranstaltungsverbots nicht wie geplant stattfinden können, werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Dein Ticket ist dann automatisch für den neuen Termin gültig. Kannst du den Nachholtermin nicht wahrnehmen, muss der Veranstalter die Karte zurücknehmen und dir den Ticketpreis erstatten.

Was gilt für Dau­er­kar­ten­be­sit­zer von Bun­des­li­ga-Clubs

In der Fußballbundesliga werden viele Partien als „Geisterspiele“ ausgetragen; die Fans müssen draußen bleiben. Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund haben bereits die Rückerstattung der Tickets zugesichert. Entsprechend dürfte auch Dauerkartenbesitzern eine anteilige Erstattung für die Spiele zustehen, die vor leeren Rängen stattfinden müssen. Pro Spiel entspräche das einem Siebzehntel des Kaufpreises, da es pro Saison 17 Heimspiele gibt.

FAZIT
  • Wird ein Konzert oder eine Auf­füh­rung seitens des Ver­an­stal­ters abgesagt, bekommst du den Ticket­preis erstattet.
  • Ent­schei­dest du dich selbst, wegen der erhöhten Infek­ti­ons­ge­fahr nicht an einer Ver­an­stal­tung teil­zu­neh­men, hast du keinen Anspruch auf Kos­ten­er­stat­tung.
  • Gibt es einen Ersatz­ter­min, der dir nicht passt, kannst du deine Karte zurück­ge­ben.
  • Dau­er­kar­ten­in­ha­ber haben bei Geis­ter­spie­len Anspruch auf anteilige Kos­ten­er­stat­tung.
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