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30. August 2021, 10:00 Uhr

Durch­at­men Ver­an­stal­tung abgesagt wegen Corona: Gibt es Geld zurück?

Größere Veranstaltungen mit Zuschauern waren während der Corona-Pandemie über lange Zeit überhaupt nicht möglich. Mittlerweile finden wieder Konzerte, Fußballspiele und andere Publikumsveranstaltungen unter strengen Hygieneauflagen statt. Trotzdem besteht immer das Risiko, dass ein Event coronabedingt abgesagt oder verschoben wird. Wann du in einem solchen Fall das Geld für dein Ticket zurück bekommst, liest du hier.

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Wer beispielsweise ein Ticket für ein Konzert, Festival oder Bundesligaspiel gekauft hat, sollte sich ab und an auf der Website des Veranstalters vergewissern, wie der aktuelle Status ist: Findet die Veranstaltung nach wie vor statt? Welche Corona-Auflagen sind zu beachten – gilt zum Beispiel die 2G- oder 3G-Regel? Und im Fall einer Absage: Gibt es einen Nachholtermin?

Die grundsätzliche Regelung bei Veranstaltungsausfall lautet:

  • Hast du eine Ein­tritts­kar­te für eine Ver­an­stal­tung, die wegen eines behörd­li­chen Verbots abgesagt wurde, bekommst du den Ticket­preis in der Regel erstattet.
  • Wenn der Ver­an­stal­ter seiner Leis­tungs­pflicht nicht nachkommt – also die verkaufte Leistung nicht liefert – haben Ticket­be­sit­zer gemäß §§ 346 Abs. 1, 326 Abs. 5 und 275 Bür­ger­li­ches Gesetz­buch (BGB) Anspruch auf eine Rück­erstat­tung. Das gilt unab­hän­gig vom Grund der Absage.

Im Mai 2020 hatte die Bundesregierung eine Gutschein-Sonderregelung erlassen: Demnach war es Veranstaltern erlaubt, Besucher für eine ausgefallene Veranstaltung mit einem Gutschein statt mit einer Erstattung des Kaufpreises zu entschädigen. Das gilt aber nur für Tickets, die bereits vor dem 8. März 2020 gekauft wurden. Daher dürfte die Gutscheinregelung für die meisten Eintrittskarten, die heute im Besitz von Sport- oder Musikfans sind, nicht mehr greifen.

Für Tickets, die du erst kürzlich oder zumindest in diesem Jahr gekauft hast, gilt also: Du musst keinen Gutschein akzeptieren, wenn die Veranstaltung ausfällt, sondern kannst darauf bestehen, dein Geld zurückzuerhalten.

Wie gehe ich vor, um mein Geld zurück­zu­be­kom­men?

Vertragspartner sind zwar die Veranstalter, aber viele überlassen die Rückabwicklung den Vorverkaufsstellen. Für eine Erstattung wendest du dich am besten dorthin, wo du dein Ticket gekauft hast, also zum Beispiel an:

  • eine Online-Ticket­platt­form
  • die Vor­ver­kaufs­stel­le vor Ort
  • die Thea­ter­kas­se
  • den Ver­an­stal­ter

Wenn du dein Ticket online gekauft hast, kontaktiert dich der Veranstalter oder das Ticketportal bei einer Absage oft sogar von sich aus per Mail und informiert dich, was zu tun ist.

Manche Veranstalter haben in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Klauseln, nach denen sie nicht haften, wenn ein Event aufgrund von unvorhersehbaren Ereignissen abgesagt werden muss. Derartige Klauseln sind nach Einschätzung der Verbraucherzentralen jedoch unwirksam. Weigert sich der Veranstalter mit dem Verweis auf höhere Gewalt, den Ticketpreis zu erstatten, kannst du notfalls rechtlich dagegen vorgehen.

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Was gilt für Live­stream-Konzerte?

Musiker, Comedians und andere Künstler zeigten sich während der Lockdown-Phasen auch organisatorisch kreativ: Sie verlegten ihre Auftritte als Livestream ins Internet. Und obwohl Konzerte unter Auflagen wieder möglich sind, bieten viele Künstler immer noch Livestream-Konzerte an. Ein großer Vorteil: Planungssicherheit – auch für dich als Zuschauer. Denn selbst unter strengsten Auflagen können die Veranstaltungen in der Regel stattfinden, wenn das Publikum nur virtuell anwesend ist. Zahlende Zuschauer erhalten einen Link mit Freischaltcode und können dann den Auftritt am heimischen Rechner verfolgen.

Wer jedoch schon ein Ticket für ein Live-Konzert mit Publikum gekauft hatte, darf sich sein Geld zurückerstatten lassen, wenn das Konzert stattdessen nur im Livestream stattfindet. Als gleichwertiger Ersatz gilt die Online-Veranstaltung nämlich nicht.

Was, wenn die Ver­an­stal­tung ver­scho­ben wird?

Viele Konzerte, die coronabedingt nicht wie geplant stattfinden können, werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Dein Ticket ist dann automatisch für den neuen Termin gültig. Kannst du den Nachholtermin nicht wahrnehmen, muss der Veranstalter die Karte zurücknehmen und dir den Ticketpreis erstatten.

Wichtig: Das gilt nur, wenn die Veranstaltung ursprünglich an einem festgelegten Datum stattfinden sollte und nicht lediglich ein Zeitraum oder mehrere mögliche Termine genannt wurden.

Was, wenn ich aus Angst vor einer Infektion nicht hingehen möchte?

Wenn die Veranstaltung stattfindet, aber du wegen der möglichen Infektionsgefahr lieber doch nicht hingehen möchtest, bekommst du den Ticketpreis deswegen nicht erstattet.

Auch Ticketversicherungen, die man bei Vorverkaufsstellen und Ticketportalen beim Kauf abschließen kann, bringen in diesem Fall nichts. Sie greifen nur, wenn du wegen Krankheit, eines Todesfalls in der Familie oder aus einem anderen wichtigen Grund nicht teilnehmen kannst. Die Angst vor einer Infektion gilt jedoch nicht als wichtiger Grund.

Einzige Möglichkeit, um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben: Du verkaufst deine Konzertkarte. Allerdings solltest du dich vorher darüber informieren, ob der Veranstalter dafür angesichts der Pandemie besondere Auflagen macht.

Was, wenn ich wegen 2G oder 3G nicht teil­neh­men kann?

Angenommen, die Veranstaltung findet wie geplant statt und du hast bereits seit einiger Zeit ein Ticket. Du bist aber bisher weder (vollständig) geimpft noch hast du eine Corona-Infektion durchgemacht. Nun wird bekannt, dass der Veranstalter die 2G-Regel anwendet, also nur geimpfte und genesene Zuschauer zulässt.

Ob du nun Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises hast, ist bislang noch nicht verbindlich geregelt. Du solltest dich daher an den Veranstalter wenden und ihn um eine kulante Lösung bitten. Möglicherweise bietet er die Rückerstattung von sich aus an, wenn beim Ticketkauf noch nicht absehbar war, dass zum Veranstaltungstermin die 2G-Regelung in Kraft sein würde.

Gilt die 3G-Regelung, wird verlangt, dass du einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegst, sofern du nicht geimpft oder genesen bist. Wenn du es versäumt hast, dich vorab testen zu lassen und deshalb nicht eingelassen wirst, hast du keinen Anspruch auf Erstattung des Eintrittspreises. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, solltest du dich daher rechtzeitig informieren, ob es vor Ort eine Teststation gibt – und dich ansonsten selbst um einen Schnelltest kümmern.

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Was gilt für Dau­er­kar­ten­be­sit­zer von Bun­des­li­ga-Klubs?

In der Fußball-Bundesliga sind Stadionbesuche möglich, dabei gilt aber eine eingeschränkte Besucherzahl. Daher sind die Klubs derzeit beim Verkauf von Dauerkarten vorsichtig. Als Ausgleich erhalten Dauerkartenbesitzer der Vorsaison dafür oft ein Vorkaufsrecht für Tickets, bevor diese in den freien Verkauf gehen.

Grundsätzlich gilt: Als Dauerkartenbesitzer kannst du dir vom Verein anteilig den Eintrittspreis für jedes Spiel erstatten lassen, das du wegen allgemeiner Corona-Auflagen nicht besuchen kannst. Also beispielsweise, weil die Zuschauerzahl im Stadion aus Infektionsschutzgründen beschränkt wurde. Der Eintrittspreis für ein Spiel errechnet sich, indem der Kaufpreis der Dauerkarte durch die Gesamtzahl der Heimspiele geteilt wird, die du in dieser Saison damit eigentlich hättest besuchen können.

Wie die Rückerstattung funktioniert, erfährst du auf der Homepage deines Bundesliga-Klubs. Dort werden oft auch Alternativen angeboten, zum Beispiel der Verzicht auf die Rückerstattung gegen Vergünstigungen im Fanshop oder Rabatte auf künftige Eintrittskarten. Ob du diese Angebote annimmst oder dir lieber das Geld erstatten lässt, kannst du natürlich selbst entscheiden.

FAZIT

  • Wird ein Konzert oder eine Auf­füh­rung seitens des Ver­an­stal­ters abgesagt, bekommst du den Ticket­preis erstattet.
  • Einen Gutschein anstelle von Geld musst du als Erstat­tung nur akzep­tie­ren, wenn du dein Ticket schon vor dem 8. März 2020 gekauft hast.
  • Gibt es einen Ersatz­ter­min, der dir nicht passt, kannst du deine Karte zurück­ge­ben.
  • Online-Konzerte gelten nicht als gleich­wer­ti­ger Ersatz für ein Vor-Ort-Konzert.
  • Dau­er­kar­ten­in­ha­ber haben Anspruch auf anteilige Kos­ten­er­stat­tung, wenn sie ein Spiel wegen Ein­schrän­kung der Besu­cher­zahl nicht besuchen können.
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