Eltern­zeit und Eltern­geld © istock.com/mihalec

7. Mai 2020, 10:50 Uhr

Corona: Was du jetzt über deine Rechte und Pflichten wissen musst

Das Coronavirus verändert unser Leben. Und das in nahezu allen Bereichen: im Job, in der Familie, in der Freizeit und im Alltag. Wir müssen uns an Regeln halten, die es so noch nie in der Bundesrepublik gab. Schulen sind wie leergefegt, Reisen nahezu unmöglich, Unternehmen sind in Kurzarbeit und müssen teilweise Mitarbeiter entlassen. All das sorgt für Unsicherheit. Wir geben einen Überblick darüber, was in Zeiten der Corona-Krise für dich als Arbeitnehmer, als Verbraucher und natürlich als Bürger dieses Landes wichtig ist.

Inhalt 

>> Aktuelle Regelungen zum Kontaktverbot

>> Wichtige Begriffe rund um Kontaktbeschränkungen

>> Was passiert bei Verstößen gegen die Corona-Regeln?

>> Was Arbeitnehmer wissen müssen

>> Fitnessstudio, Konzert, Sky-Abo: Muss ich für Leistungen zahlen, die ich nicht nutzen kann?

>> Corona und Reisen: Was ist mit meinem Urlaub?

 

Aktuelle Rege­lun­gen zum Kon­takt­ver­bot: Was ist erlaubt, was nicht?

Update: Verlängerung der Kontaktbeschränkung bis 29. Juni 2020

Bund und Länder haben sich am 26. Mai darauf geeinigt, die geltenden Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni festzuschreiben. Bis dahin gilt prinzipiell:

  • Grund­sätz­lich 1,5 Meter Min­dest­ab­stand zu anderen Personen
  • Mas­ken­pflicht in öffent­li­chen Bereichen
  • Im öffent­li­chen Raum sind Treffen mit maximal 10 Personen oder den Ange­hö­ri­gen zweier Haus­stän­de möglich.
  • Bei Treffen im privaten Bereich sollen Hygiene- und Abstands­re­geln ein­ge­hal­ten werden. Die Bun­des­re­gie­rung empfiehlt Zusam­men­künf­te im Freien; bei Treffen in geschlos­se­nen Räumen soll aus­rei­chend gelüftet werden, um das Infek­ti­ons­ri­si­ko zu ver­rin­gern.

Zudem empfiehlt die Bundesregierung, weiterhin zu möglichst wenigen Menschen Kontakt zu haben und Treffen auf einen festen Personenkreis zu beschränken.
Über die konkrete Umsetzung der Regelungen entscheiden die einzelnen Bundesländer nach wie vor selbst. So hat Thüringen bereits angekündigt, sich lockerere Regelungen vorzubehalten. Niedersachsen und Hessen hingegen wollen vorerst bei ihren bestehenden, strengeren Regelungen bleiben.

 

Update: Auf diese Corona-Regelungen haben sich Bund und Länder am 6. Mai 2020 geeinigt

Bezüglich der Lockerungen von geltenden Corona-Beschränkungen haben die Bundesländer nun größere Handlungsfreiheit. Sie können weitgehend selbst entscheiden, was sie wieder erlauben. Allerdings nur, solange es nicht mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangen sieben Tagen gibt. Wird diese Infektionsquote überschritten, sollen die Länder wieder entsprechende Beschränkungen einführen. Die Corona-Regelungen der einzelnen Bundesländer könnten also künftig noch uneinheitlicher werden.

 

Folgende allgemeine Beschlüsse gelten nun:

  • Geltende Kon­takt­be­schrän­kun­gen bleiben bis zum 5. Juni 2020 bestehen. Es gibt aber eine Lockerung: Es dürfen sich nun Mit­glie­der zweier Haushalte in der Öffent­lich­keit treffen, nicht mehr nur zwei Personen. Geltende Son­der­re­ge­lun­gen wie in Sachsen-Anhalt und Bayern bleiben jedoch bestehen.
  • Geschäfte dürfen unab­hän­gig von ihrer Ver­kaufs­flä­che wieder öffnen, sofern Abstands- und Hygie­ne­re­geln ein­ge­hal­ten werden. Die Begren­zung auf maximal 800 Qua­drat­me­ter gilt nicht mehr.
  • Schulen sollen schritt­wei­se weiter geöffnet werden, sodass jeder Schüler seine Schule bis zu den Som­mer­fe­ri­en zumindest einmal besucht haben wird.
  • In Kitas wird ab dem 11. Mai eine „erwei­ter­te Not­be­treu­ung“ für Kinder mit beson­de­rem Bedarf ein­ge­führt. Weitere Öffnungen sollen schritt­wei­se erfolgen.
  • Besuchs­be­schrän­kun­gen in Pfle­ge­hei­men, Senioren- und Behin­der­ten­ein­rich­tun­gen und Kran­ken­häu­sern werden gelockert: Jedem Bewohner bezie­hungs­wei­se Patienten werden Besuche durch eine einzelne bestimmte Person ermög­licht.
  • Tele­fo­ni­sche Krank­schrei­bun­gen wegen leichter Atem­wegs­er­kran­kun­gen bleiben min­des­tens bis zum 18. Mai möglich.
  • Breiten- und Frei­zeit­sport unter freiem Himmel wird unter Auflagen wieder erlaubt.
  • In der und 2. Fußball-Bun­des­li­ga dürfen ab der zweiten Maihälfte wieder Spiele statt­fin­den, aller­dings ohne Zuschauer.

 

Update: Diese Lockerungen gelten ab dem 4. Mai 2020
Mit Wirkung zum 4. Mai hat die Bundesregierung folgende weitere Lockerungen der bislang geltenden Corona-Maßnahmen beschlossen:

  • Spiel­plät­ze dürfen wieder geöffnet werden. Aller­dings gelten bei der Nutzung Auflagen, die sicher­stel­len sollen, dass u. a. die geltenden Abstands­re­ge­lun­gen ein­ge­hal­ten werden.
  • Zoos, Tierparks und bota­ni­sche Gärten dürfen wieder für Besucher geöffnet werden. Die Corona-Ver­ord­nung des jewei­li­gen Bun­des­lands muss auch innerhalb dieser Ein­rich­tun­gen ein­ge­hal­ten werden. Das heißt: Gas­tro­no­mie­be­trie­be bleiben in der Regel geschlos­sen, Picknicks auf Grün­flä­chen sind nicht erlaubt. Zudem können einzelne Bereiche geschlos­sen bleiben, um Men­schen­an­samm­lun­gen zu vermeiden.
  • Museen, Aus­stel­lun­gen, Galerien und Gedenk­stät­ten können ebenfalls wieder öffnen. Damit die Abstands­re­ge­lun­gen ein­ge­hal­ten werden, ist eine Zutritts­be­gren­zung auf eine bestimmte Per­so­nen­zahl möglich.
  • Got­tes­diens­te, Gebets­ver­an­stal­tun­gen und religiöse Fei­er­lich­kei­ten dürfen mit begrenz­ter Per­so­nen­zahl wieder statt­fin­den. Dabei gelten besondere Abstands- und Hygie­ne­auf­la­gen, zum Beispiel der Verzicht auf gemein­sa­mes Singen oder das Her­um­rei­chen eines Kol­lek­ten­be­häl­ters.

Zudem dürfen Frisöre ab dem 4. Mai den Betrieb wieder aufnehmen. Allerdings unter strengen Hygieneauflagen – für Angestellte und Kunden. Für Friseurkunden besteht unter anderem Mundschutzpflicht und die Haare müssen vor dem Schneiden vor Ort gewaschen werden.

Wie die Corona-Regelungen konkret umgesetzt werden, legen die einzelnen Bundesländer in ihren jeweiligen Landesverordnungen fest. Sachsen-Anhalt hat als einziges Land die bislang bundesweit geltende Kontaktbeschränkungen auf eine Person außerhalb des eigenen Hausstands gelockert. Hier dürfen nun bis zu fünf Personen gemeinsam unterwegs sein, auch wenn sie nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben.

Wichtig: Bestehende Regelungen (s. unten), wie die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,50 Metern und die Maskenpflicht im ÖPNV und beim Einkaufen, gelten weiterhin.

 

Update: Gelockerte Corona-Regeln ab dem 20. April 2020

Die Bundesregierung lockert einige der bisher geltenden Regeln mit Wirkung zum 20. April. Nach wie vor steht es den Ländern allerdings frei, eigene, strengere Verordnungen zu erlassen. Maßgeblich für dich sind die Regeln des Bundeslandes, in dem du dich aufhältst.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Geschäfte: Läden mit einer Fläche von maximal 800 Qua­drat­me­tern dürfen wieder öffnen. Auto- und Fahr­rad­händ­ler sowie Buch­hand­lun­gen dürfen unab­hän­gig von ihrer Ver­kaufs­flä­che öffnen. In den Ländern gelten unter­schied­li­che Rege­lun­gen bezüglich der Öffnung von Ein­kaufs­zen­tren, der Begren­zung der Ver­kaufs­flä­che größerer Geschäfte durch Absper­run­gen und des Start­ter­mins für die Laden­öff­nung. In Bayern und Thüringen dürfen Läden erst ab dem 27. April öffnen, in Berlin und Bran­den­burg ab dem 22. April.
    Vor­aus­set­zung für die Öffnung ist, dass Abstands- und Hygie­ne­auf­la­gen in den Läden ein­ge­hal­ten werden, zum Beispiel durch Ein­lass­kon­trol­len.
  • Mas­ken­pflicht: Die Bun­des­re­gie­rung empfiehlt dringend das Tragen von Schutz­mas­ken ins­be­son­de­re im ÖPNV und beim Einkaufen, schreibt es aber nicht vor. Inzwi­schen ist das Tragen von soge­nann­ten All­tags­mas­ken, die Mund und Nase bedecken in vielen Bun­des­län­dern im Nah­ver­kehr, in Geschäf­ten und auf Wochen­märk­ten Pflicht.
  • Schulen: Ab dem 4. Mai sollen zunächst Schüler in Abschluss­klas­sen wieder in die Schulen zurück­keh­ren und auch Jahrgänge, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen. Bis zum 29. April sollen die Kul­tus­mi­nis­ter ein Konzept ent­wi­ckeln, wie die Abstands- und Hygie­ne­re­geln in den Schulen umgesetzt werden. In Bayern werden die Schulen bereits ab dem 27. April schritt­wei­se wieder geöffnet. Abschluss­klas­sen sind in einigen Ländern schon seit dem 20. April zurück in den Schulen.
  • Kitas bleiben geschlos­sen, die Not­be­treu­ung soll jedoch aus­ge­wei­tet werden.
  • Groß­ver­an­stal­tun­gen bleiben bis min­des­tens zum 31. August untersagt.
  • Zoos und Tierparks sind in einigen Bun­des­län­dern bereits wieder für Besucher geöffnet.
  • Friseure sollen vor­aus­sicht­lich ab 4. Mai wieder öffnen dürfen, sofern sie Auflagen zur Hygiene erfüllen und „per­sön­li­che Schutz­aus­rüs­tung“ nutzen. Was genau unter diese Schutz­aus­rüs­tung fällt, hat die Bun­des­re­gie­rung bislang offen gelassen.
  • Krank­schrei­bun­gen: Die Regelung, dass sich Menschen mit Erkäl­tungs­sym­pto­men tele­fo­nisch krank­schrei­ben lassen können, wurde zunächst auf­ge­ho­ben, dann aber wieder ein­ge­führt. Bis vorerst 30. April kannst du dir bei einer Erkältung ohne Arzt­be­such eine Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung aus­stel­len lassen.

Wichtig: Alle bisherigen Regelungen zum Kontaktverbot (s. unten) bleiben vorerst bestehen.

Seit dem 23. März gilt in Deutschland ein umfangreiches Kontaktverbot. An folgende Regeln musst du dich jetzt halten:

  • Kontakte zu Personen, mit denen du nicht zusam­men­lebst, solltest du auf das absolut nötige Minimum beschrän­ken. Nur zum Spaß und gegen die Lan­ge­wei­le einen Freund zu besuchen, ist nicht zwingend erfor­der­lich und somit untersagt.
  • In der Öffent­lich­keit musst du einen Min­dest­ab­stand von min­des­tens 1,5 Metern zu anderen Menschen einhalten.
  • Im öffent­li­chen Raum darfst du nur allein oder mit einer weiteren Person unterwegs sein. Aus­ge­nom­men davon sind größere Per­so­nen­grup­pen, die in einem gemein­sa­men Haushalt leben. Du darfst also mit deiner gesamten Familie oder WG vor die Tür, auch wenn ihr drei oder mehr Personen seid. Zwei Freunde mit anderen Wohn­sit­zen darfst du aber nicht gleich­zei­tig in der Öffent­lich­keit treffen.
  • Aus­drück­lich erlaubt sind:
  1. Wege zur Arbeit, zur Not­be­treu­ung und zum Einkaufen
  2. Arzt­be­su­che
  3. Teilnahme an Sitzungen, wichtigen Terminen und Prüfungen
  4. Hilfe für andere, zum Beispiel Erle­di­gun­gen für ältere Nachbarn
  5. Sport und Bewegung an der frischen Luft, sofern du dich dabei an die Kon­takt­be­schrän­kun­gen im öffent­li­chen Raum hältst. Ein Fuß­ball­match mit Freunden ist tabu.

Keine Gruppen feiernder Menschen. Das gilt nicht nur auf öffentlichen Plätzen, sondern auch in Wohnungen und privaten Einrichtungen wie Clubräumen.

  • Dienst­leis­tun­gen, bei denen kör­per­li­che Nähe unver­meid­lich ist, dürfen nicht angeboten werden. Daher müssen Fri­seur­sa­lons, Kosmetik- und Tat­too­stu­di­os, Mas­sa­ge­pra­xen und ähnliche Betriebe geschlos­sen bleiben. Medi­zi­nisch not­wen­di­ge Behand­lun­gen sind weiterhin erlaubt.
  • In allen Unter­neh­men müssen Hygie­ne­vor­schrif­ten genau­es­tens ein­ge­hal­ten werden. Firmen müssen alle ihnen zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreifen, um ihre Mit­ar­bei­ter und Kunden vor Infek­tio­nen zu schützen. Dazu gehören zum Beispiel Barrieren vor dem Kas­sen­per­so­nal oder eine Beschrän­kung der ein­ge­las­se­nen Personen.

Daneben gelten die Regelungen der einzelnen Länder und Kommunen, die teilweise deutlich stärkere Einschränkungen vorsehen. So sind in Bayern weiterhin die bereits zuvor erlassenen, strengeren Ausgangsbeschränkungen in Kraft. In dem Freistaat darfst du nur alleine oder mit Personen aus deinem Haushalt vor die Tür. Auch das Saarland und Sachsen haben eigene, strikte Regeln.

Auch in schwierigen Zeiten: Wir setzen uns für deine Rechte ein! >>

Wichtige Begriffe rund um Kon­takt­be­schrän­kun­gen

Social Distancing ist eines der großen Schlagworte im Zuge der Corona-Epidemie. Gemeint ist damit, körperlichen Abstand zu anderen Menschen zu halten, um die Verbreitung des Virus zu reduzieren. Indem man beispielsweise Treffen mit Freunden und Kollegen auf das absolut Notwendigste reduziert. Oder Orte meidet, an denen sich viele Menschen aufhalten, etwa öffentliche Verkehrsmittel.

Am 22. März wurde ein Kontaktverbot von der Bundesregierung erlassen. Es führt neun Regeln ein, die für jeden in Deutschland verbindlich sind. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.

 

Ausgangssperren gibt es bislang nur in einzelnen Kommunen und Ländern. Dabei gelten deutlich strengere Einschränkungen als beim Kontaktverbot. Grundsätzliche gesetzliche Regelungen, was bei einer Ausgangssperre noch erlaubt ist, gibt es in Deutschland noch nicht. Denkbar ist, die eigene Wohnung nur noch aus sehr wichtigen Gründen und mit schriftlicher Erklärung verlassen zu dürfen, zum Beispiel für einen Arztbesuch.

Quarantäne ist eine behördlich angeordnete Isolierung von Personen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). Wer innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet war oder Kontakt mit COVID-19-Erkrankten hatte, wird für zwei Wochen unter häusliche Quarantäne gestellt. Die Anordnung ist verbindlich, bei Missachtung drohen Sanktionen. Mehr darüber erfährst du in diesem Streitlotse-Ratgeber. >>

 

Was passiert bei Verstößen gegen die Corona-Regeln?

Rechtliche Grundlage für das bundesweite Kontaktverbot ist das Infektionsschutzgesetz (IfSG). Und das sieht Geld- und sogar Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren bei Zuwiderhandlung vor. Darunter fallen nach § 75 Abs. 1 Nr.1 IfSG unter anderem auch Verstöße gegen behördliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Zutrittsbeschränkungen und Einschränkungen der Versammlungsfreiheit.Wer sich nicht an die Regeln zur Eindämmung der Corona-Infektion hält, muss mit Sanktionen rechnen. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich betont.

Wichtig: Wer bei einem Verstoß nachweislich andere mit dem Coronavirus infiziert, dem droht nach § 75 Abs.3 IfSG eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Rechtliche Grundlage für das bundesweite Kontaktverbot ist das Infektionsschutzgesetz (IfSG). Und das sieht Geld- und sogar Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren bei Zuwiderhandlung vor. Darunter fallen nach § 75 Abs. 1 Nr.1 IfSG unter anderem auch Verstöße gegen behördliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Zutrittsbeschränkungen und Einschränkungen der Versammlungsfreiheit.

Wie Verstöße konkret geahndet werden, entscheidet jedes Bundesland für sich. Bislang hat nur Nordrhein-Westfalen einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die aktuellen Corona-Auflagen vorgelegt. Er umfasst folgende Sanktionen:

  • Zusam­men­künf­te von mehr als zwei Personen in der Öffent­lich­keit (sofern nicht von Ausnahmen gedeckt): 200 Euro Bußgeld
  • Picknick und Grillen in der Öffent­lich­keit: 250 Euro Bußgeld
  • Verzehr von Außer-Haus-Speisen in unter 50 Meter Ent­fer­nung vom Restau­rant oder Imbiss: 200 Euro Bußgeld
  • Teilnahme an Sport­ver­an­stal­tun­gen oder Zusam­men­künf­ten in Vereinen sowie sonstigen Sport- und Frei­zeit­ein­rich­tun­gen: 250 Euro
  • Besuche in Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen: 800 Euro Bußgeld
  • Ansamm­lun­gen von mehr als 10 Personen in der Öffent­lich­keit: Straftat! Geld- oder Frei­heits­stra­fe von bis zu 5 Jahren

Inhabern und Betreibern von Geschäften und anderen Einrichtungen drohen Bußgelder im vierstelligen Bereich, wenn sie trotz der Corona-Schutzmaßnahmen öffnen. Mehr Informationen zum Thema Rechtsschutz

Was Arbeit­neh­mer wissen müssen

Das Coronavirus wirkt sich erheblich auf die Arbeitswelt aus und verunsichert viele Beschäftigte. Sei es, weil Arbeit wegfällt oder weil nun Job und Kinderbetreuung parallel gestemmt werden müssen.

Angesichts der noch nie dagewesenen Lage müssen für viele arbeitsrechtliche Fragestellungen neue Lösungen gefunden werden. Denn manche vorhandenen gesetzlichen Regelungen sind in dieser Ausnahmesituation nur bedingt anwendbar oder greifen zu kurz. Änderungen sind also möglich. Die folgenden Antworten auf wichtige arbeitsrechtliche Fragen bieten eine Orientierung nach aktuellem Stand (Ende März 2020).

Muss ich weiter zur Arbeit gehen?

Sofern du nicht krank oder unter Quarantäne gestellt bist: Ja! Aus deinem Arbeitsvertrag ergibt sich eine Verpflichtung gegenüber dem Arbeitgeber. Nur aus Angst vor einer Ansteckung darfst du nicht daheim bleiben. Dein Arbeitgeber muss Maßnahmen ergreifen, um die Ansteckungsgefahr im Betrieb so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört auch, den Mitarbeitern die Arbeit aus dem Homeoffice zu erlauben. Ein grundsätzliches Recht darauf hast du aber nicht.

Auch wenn du wegen der Schließung von Kitas und Schulen dein Kind selbst betreuen musst, entbindet dich das nicht automatisch von deinen Pflichten gegenüber deinem Arbeitgeber. Gleiches kann gelten, wenn du unter Quarantäne stehst, aber nicht erkrankt bist: Dann musst du, wenn es dein Beruf zulässt, von zu Hause aus arbeiten.

Mehr dazu erfährst du in diesen Streit­lot­se-Ratgebern:

Wissenswertes zur Rechtslage im Homeoffice

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Leeres KlassenzimmerWas gilt für Arbeitnehmer bei Kita- und Schulausfall

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Was passiert bei Quarantäne? So ist die Rechtslage

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Was ist mit meinem Gehalt, wenn es keine Arbeit gibt oder die Firma schließen muss?

Das kommt auf die jeweilige Situation an. Grundsätzlich gilt: Eine Betriebsschließung – egal ob behördlich angeordnet oder freiwillig – darf nicht zulasten der Belegschaft gehen, die ihre Arbeitskraft ja weiterhin anbietet. Du hast also trotzdem Anspruch auf dein Gehalt.

Unternehmen, die direkt oder indirekt von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind, können für ihre Angestellten Kurzarbeitergeld beantragen. Wenn dein Arbeitgeber dies nicht aufstockt, musst du mit 60 bis 67 Prozent deines üblichen Gehalts auskommen.

Drei Arbeitnehmer gucken auf einen Laptop

Das sollten Arbeitnehmer zu Kurzarbeitergeld und Co. wissen

Um Entlassungen während der Corona-Krise zu verhindern, können Unternehmen für Mitarbeiter Kurzarbeit beantragen. Die müssen in der Regel Gehaltseinbußen hinnehmen. Mehr erfahren … >>.

Darf mich mein Chef zu Minusstunden, Überstundenabbau oder Urlaub zwingen?

Grundsätzlich können Firmen nicht ohne Weiteres einseitig Zwangsurlaub oder Minusstunden anordnen. Ihre Mitarbeiter gerade jetzt zum Überstundenabbau anzuregen, ist jedoch nicht verboten. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation wegen der Corona-Epidemie, kann es sinnvoll sein, seinem Arbeitgeber entgegenzukommen und einvernehmliche Lösungen zu finden.

Fit­ness­stu­dio, Konzerte, Sky-Bun­des­li­ga-Abo: Muss ich für Leis­tun­gen zahlen, die ich nicht nutzen kann?

Aufgrund des Coronavirus fallen viele bereits bezahlte Leistungen aus. Oft ist die Rechtslage eindeutig. Aber manchmal sind Juristen sich unsicher, weil es bislang noch keine vergleichbaren Fälle gab.

  • Ein­tritts­kar­ten für abgesagte Ver­an­stal­tun­gen: Ver­brau­cher können eine Erstat­tung des Ticket­prei­ses verlangen oder einen Alter­na­tiv­ter­min wahr­neh­men.
  • Beiträge fürs Fit­ness­stu­dio: Das Studio muss zwangs­wei­se schließen. Deshalb hast du keinen Anspruch auf die komplette gebuchte Leistung. Aber nach § 326 Bür­ger­li­ches Gesetz­buch darfst du als Kunde deine Beiträge für die Zeit der Schlie­ßung zurück­ver­lan­gen. Viele Studios bieten auch an, diesen Zeitraum am Ende der Ver­trags­lauf­zeit nach­zu­ho­len.
  • Ver­eins­bei­trä­ge: Bei Vereinen ist die Lage nicht so eindeutig wie bei Fit­ness­stu­di­os. Denn der Mit­glieds­bei­trag ist an keine besondere Leistung oder konkrete Ver­eins­ak­ti­vi­tä­ten gekoppelt. Daher sehen viele Juristen im corona-bedingten Brach­lie­gen des Ver­eins­le­bens keinen Grund für Bei­trags­min­de­run­gen oder Son­der­kün­di­gun­gen.
  • Sky-Bun­des­li­ga-Abo: Solange keine Bun­des­li­ga­spie­le statt­fin­den, kann der Bezahl­sen­der die bezahlte Leistung nicht erbringen. Damit liegt der Fall ähnlich wie beim Fit­ness­stu­dio: Der Kunde verliert seinen Anspruch auf die Leistung, Sky den auf die Bezahlung. Rein rechtlich gesehen hast du also Anspruch auf anteilige Erstat­tung. In England können Sky-Kunden Ihr Abo für die Zeit der Corona-Zwangs­pau­se im Sport ein­frie­ren, beim Anbieter DAZN geht dies ebenfalls. Wie Sky in Deutsch­land vorgehen wird, ist noch unklar, aktuell können Bundeliga-Abon­nen­ten kos­ten­frei andere Sky-Pakete nutzen. (Stand 26.03.2020)

Bild von leeren Rängen

Abgesagt wegen Corona

Das Coronavirus hat das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen gebracht: Keine Konzerte, keine Bundesliga, kein Theater. Was passiert jetzt mit deinem Ticket?
Mehr erfahren .... >>.

Corona und Reisen: Was ist mit meinem Urlaub?

Das Coronavirus hat erheblichen Einfluss auf den weltweiten Reiseverkehr:

  • Flüge werden gestri­chen
  • zahl­rei­che Länder haben Ein­rei­se­ver­bo­te verhängt
  • Hotels dürfen vie­ler­orts keine Touristen beher­ber­gen
  • beliebte Urlaubs­re­gio­nen sind COVID-19-Risi­ko­ge­bie­te und stehen unter Qua­ran­tä­ne

Geplante Reisen sind in vielen Fällen nicht möglich. Sagt der Reiseveranstalter die Reise ab, oder wird dein Flug oder dein Hotelzimmer vom Anbieter aufgrund der Corona-Beschränkungen storniert, hast du Anspruch auf eine Rückerstattung des Preises.

Seit dem 17. März gilt zudem eine offizielle weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Diese Warnung ermöglicht es Verbrauchern, gebuchte Pauschalreisen kostenfrei zu stornieren.

Diese Streit­lot­se-Ratgeber bieten aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum Thema:

Coronavirus: Kostenlos Reise stornieren oder abbrechen?

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Leere Flughafen TerminalsReisewarnung wegen Corona: Was bedeutet das?

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Das gilt allerdings nur für aktuell anstehende Urlaube, nicht zwingend für Reisen, die erst in einigen Wochen oder Monaten stattfinden sollen. Schließlich ist noch nicht klar, ob zum Reisezeitpunkt immer noch außergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine kostenlose Stornierung rechtfertigen. Sollte zum geplanten Reisetermin weiterhin eine Reisewarnung für das Zielland bestehen, kannst du dir die Stornogebühren nachträglich erstatten lassen.

Gut zu wissen: Reiserücktrittversicherungen sind nicht in der Pflicht, wenn du eine Reise aus Angst vor eine Infektion mit dem Coronavirus absagst.

Was hat es mit den sogenannten „Aussteigerkarten“ auf sich?

Sie sind eine Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Wer aus bestimmten Risikoländern (derzeit China, Italien, Iran, Japan und Südkorea) in die Bundesrepublik einreist, muss beim Verlassen des Schiffs oder des Flugzeugs ein Dokument ausfüllen. Abgefragt werden in dieser Aussteigerkarte die Reiseroute und Kontaktdaten, unter denen der Passagier in den nächsten 30 Tagen zu erreichen ist. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Mitreisenden schnell informiert werden, falls jemand an Bord infiziert war.

Daneben gibt es eine spezielle Aussteigerkarte Bahnverkehr. Tritt ein COVID-19-Verdachtsfall in einem Zug auf, müssen alle Mitreisenden dieses Dokument ausfüllen.

Hinweis: In Zeiten wie diesen, lohnt es sich ein wenig Geduld mit den Anbietern zu haben oder diesen ein wenig mehr Zeit zur Erstattung deiner Kosten einzuräumen. Die meisten Anliegen können damit häufig direkt und ohne die Hilfe eines Anwalts gelöst werden.

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