Junge Frau mit medizinscher Maske steht vor einer Bahn © iStock.com/Xsandra

6. Juli 2021, 8:00 Uhr

Darf ich eigent­lich? Mas­ken­pflicht: Was gilt wo, wann droht ein Bußgeld bei Verstößen?

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist das Tragen eines Mundschutzes im Nahverkehr, beim Einkaufen und in einigen anderen Bereichen vorgeschrieben. Nur für einige Menschen gelten Ausnahmen von der Maskenpflicht, etwa aus gesundheitlichen Gründen. Wie die Bedingungen im Detail aussehen, regeln die Bundesländer. Sie legen auch die Bußgelder für Maskenverstöße fest.

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Wo gilt in Deutsch­land die Mas­ken­pflicht?

Seit Januar 2021 bedeutet Maskenpflicht fast überall in Deutschland, dass eine medizinische Maske getragen werden muss – einfache Stoffmasken reichen nicht aus. Mehr dazu erfährst du in diesem Streitlotse-Ratgeber.

Grundsätzlich (Stand: Juli 2021) gilt in allen deutschen Bundesländern trotz gesunkener Corona-Inzidenzwerte weiterhin eine Maskenpflicht in allen geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind, zum Beispiel ...

  • in der Bahn und im öffent­li­chen Nah­ver­kehr
  • in Ein­zel­han­dels­ge­schäf­ten, in Apotheken und beim Friseur
  • in Arzt­pra­xen
  • und in Kran­ken­häu­sern, Alten- und Pfle­ge­hei­men.

Daneben gibt es individuelle Regelungen in den einzelnen Bundesländern. Es wird dort zum Teil unterschieden zwischen Bereichen, in denen eine FFP2-Maske zu tragen ist, und Bereichen, in denen eine “normale” medizinische Maske ausreicht.

Auch unter freiem Himmel kann es an öffentlichen Orten eine Mundschutzpflicht geben, häufig dort, wo der Mindestabstand zu anderen Menschen schwer einzuhalten ist.

Wann die Maskenpflicht komplett aufgehoben wird, ist derzeit (Stand: Juli 2021) noch nicht abzusehen, denn die Pandemie dauert trotz momentan niedriger Inzidenzen an. Lockerungen der Maskenpflicht sind aber in einzelnen Bereichen und Regionen möglich, wenn die momentane Situation das rechtfertigt.

Eine Übersicht über die Corona-Regeln in den einzelnen Bundesländern inklusive Maskenpflicht-Regeln bietet die Bundesregierung hier.

Für wen gelten Ausnahmen von der Mas­ken­pflicht?

Wer in der Öffentlichkeit keinen Mundschutz tragen muss, bestimmen die Länder in ihren jeweiligen Verordnungen. Daher unterscheiden sich auch hier die Regeln von Bundesland zu Bundesland. In allen Ländern gilt jedoch, dass Menschen mit

  • einer Behin­de­rung oder
  • gesund­heit­li­chen Ein­schrän­kun­gen wie Atem­wegs­er­kran­kun­gen

von der Maskenpflicht befreit sind, falls das Tragen für sie nicht zumutbar ist. Unzumutbarkeit kann auch gegeben sein, wenn eine psychische Erkrankung das Anlegen einer Mund-Nasen-Bedeckung für den Betroffenen unerträglich macht.

Auch Verkäufer in Geschäften und das Fahrpersonal im ÖPNV können je nach örtlicher Regelung von der Maskenpflicht ausgenommen sein. Oft allerdings nur, wenn es alternative Schutzmaßnahmen gibt, zum Beispiel Trennscheiben aus Plexiglas.

Für Geimpfte und Genesene hingegen gilt die Maskenpflicht überall unverändert weiter, ebenso wie die weiteren allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln (Stand: Juli 2021).

Was ist mit der Maskenpflicht am Arbeitsplatz – und wann muss der Arbeitgeber Masken zur Verfügung stellen? Infos dazu findest du in diesem Streitlotse-Ratgeber.

Frau zieht sich glücklich lächelnd den Mund-Nasenschutz herunter

© istock.com/Parten Kukhilava

Ist ein Attest über eine Befreiung von der Mas­ken­pflicht sinnvoll?

Um Missverständnisse zu vermeiden, solltest du belegen können, warum du keinen Mundschutz tragen musst. Daher ist es sinnvoll, sich eine ärztliche Bescheinigung mit konkreter Diagnose ausstellen zu lassen.

Zur Kontrolle berechtigt sind aus Gründen des Datenschutzes nur bestimmte Personen, etwa Kontrolleure im ÖPNV. Allerdings kann sich der Marktleiter im Supermarkt auf sein Hausrecht berufen und sich weigern, dich hereinzulassen, wenn du keine Maske trägst und den Grund dafür nicht nachweisen kannst. Damit du dir solchen Ärger ersparst, solltest du dein Attest besser mitführen.

Vorsicht vor dubiosen Online-Attesten zum Selbstausdrucken: Wer sie nutzt, um die Maskenpflicht zu umgehen, obwohl bei ihm kein medizinischer Grund für eine Befreiung von der Maskenpflicht vorliegt, macht sich strafbar.

Ab welchem Alter gilt eine Mas­ken­pflicht für Kinder?

In den Bundesländern gelten unterschiedliche Altersgrenzen für Kinder in Sachen Maskenpflicht. In den meisten Ländern müssen Kinder ab sechs Jahren überall dort einen Mundschutz tragen, wo es auch Erwachsene tun müssen.

Achtung: In einigen Bundesländern reicht eine Alltagsmaske aus Stoff für Kinder bis zu einem bestimmten Alter aus, in anderen müssen auch Kinder medizinische Masken tragen. Dazu solltest du dich konkret informieren.

Auch für das Tragen von Mundschutzmasken in Schulen gibt es keine einheitliche Regelung. In der Regel entscheiden die Schulen selbst anhand der Vorgaben des Bundeslandes, wann und wo das Tragen eines Mundschutzes vorgeschrieben ist.

Von Arbeitsschutz bis Urlaubsreise: Deine Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Überblick. >>

Mas­ken­pflicht im Auto und im Trep­pen­haus?

Die Masken-Regelungen für öffentliche Räume sind eindeutig. Aber was gilt bei Autofahrten und im Treppenhaus von Mehrfamilienhäusern, wo sich ja auch unterschiedliche Haushalte treffen können?

Das Tragen eines Mundschutzes am Steuer fällt nicht unter das Vermummungsverbot nach § 23 Straßenverkehrsordnung (StVO), wie das Bundesverkehrsministerium klargestellt hat. Die Maske ist oft sogar explizit vorgeschrieben, wenn im Auto andere Personen mitfahren, zum Beispiel bei Fahrschulfahrten und -prüfungen. Nimmst du im Auto jemanden mit, der nicht im selben Haushalt lebt, kann je nach örtlicher Inzidenz auch bei privaten Fahrten eine Mundschutzpflicht gelten.

Maskenpflicht: Für wen gelten Ausnahmen, wann droht Bußgeld?

© iStock.com/Mark Dymchenko

Was passiert, wenn ich trotz Mas­ken­pflicht keine Maske trage?

Wenn du der Vorschrift nicht nachkommst, einen Mundschutz zu tragen, dürfen Geschäfte oder Dienstleister dir den Zutritt verweigern.

Die Frage, ob die Maskenpflicht rechtens ist oder gegen persönliche Freiheitsrechte verstößt, beschäftigte inzwischen schon zahlreiche Gerichte. Bei den meisten bisherigen Entscheidungen folgten die Richter den Argumenten der Kläger gegen die Maskenpflicht jedoch nicht. Sie werteten das Tragen einer Maske in der Regel als hinnehmbar in Anbetracht des Zwecks – nämlich, die unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. So urteilte zum Beispiel das Verwaltungsgericht Berlin (AZ 14 L 76/20).

Verstoß gegen die Maskenpflicht: Wann droht ein Bußgeld?

Verstöße gegen die Maskenpflicht werden in den einzelnen Bundesländern ebenfalls recht unterschiedlich gehandhabt. Oft können die Kommunen selbst festlegen, wie sie Maskenverstöße sanktionieren.

Eine Tendenz ist aber sichtbar: Waren die Bußgelder zu Beginn der Pandemie vielerorts mit 10 bis 15 Euro noch relativ niedrig, liegen sie mittlerweile in vielen Ländern im dreistelligen Bereich.

Als Maskenverstoß gilt es zum Beispiel,

  • wenn man in einem Bereich, in dem Mas­ken­pflicht gilt, keine Maske trägt,
  • wenn man die Maske dort so trägt, dass sie keine Schutz­wir­kung hat – also zum Beispiel lediglich unters Kinn geklemmt oder mit her­aus­schau­en­der Nase –,
  • oder wenn man anstelle der vor­ge­schrie­be­nen medi­zi­ni­schen Maske eine einfache Stoff­mas­ke trägt.
Fazit
  • Medi­zi­ni­sche Schutz­mas­ken sind bun­des­weit in allen geschlos­se­nen Räumen vor­ge­schrie­ben, die öffent­lich zugäng­lich sind.
  • Ausnahmen von der Mas­ken­pflicht gelten nur bei triftigen, beleg­ba­ren Gründen und für jüngere Kinder. Für Geimpfte und Genesene gibt es (noch) keine Son­der­re­ge­lun­gen, auch sie müssen weiter Maske tragen.
  • Das Tragen eines Mund­schut­zes im Auto und in Trep­pen­häu­sern von Wohn­an­la­gen kann örtlich bei hohen Inzi­den­zen explizit vor­ge­schrie­ben werden.
  • Bußgelder bei Mas­ken­ver­stö­ßen können drei­stel­li­ge Höhen erreichen und auch verhängt werden, wenn man eine Maske so trägt, dass sie keine Schutz­wir­kung hat.
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