Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung © Fotolia/PeJo

4. Oktober 2021, 9:30 Uhr

So geht’s richtig Krank­mel­dung an die Kran­ken­kas­se: Was Arbeit­neh­mer wissen müssen

Eigentlich möchtest du dir nur die Decke über den Kopf ziehen und dich in Ruhe auskurieren. Doch als Arbeitnehmer musst du dich im Krankheitsfall auch um einige Formalitäten kümmern. Dazu gehört auch, dass die Krankenkasse rechtzeitig von deiner Krankmeldung erfährt. Ansonsten kann es später Stress beim Krankengeld geben.Alle Informationen zur Arbeitsrechtsschutz von ADVOCARD

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Wozu braucht die Kran­ken­kas­se eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Zugegeben: Der ganze bürokratische Aufwand, der mit einer Krankschreibung verbunden ist, kann ganz schön nerven. Dass der Arbeitgeber zeitnah eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) sehen will, ist für die meisten Angestellten noch nachvollziehbar, schließlich muss er das Gehalt weiter zahlen. Aber warum auch noch eine Krankmeldung an die Krankenkasse schicken?

Der Grund ist ein ganz ähnlicher – es geht ums Geld. Genauer gesagt ums Krankengeld. Wenn du so lange arbeitsunfähig bist, dass die Gehaltsfortzahlung des Arbeitgebers endet und du ins Krankengeld rutschst, musst die bisherige Arbeitsunfähigkeit fristgerecht und lückenlos bei der Krankenkasse gemeldet worden sein. Ansonsten kann das Auswirkungen auf deinen Krankengeldanspruch haben. Im schlechtesten Fall kann das Krankengeld sogar vollständig ausgesetzt werden, solltest du die Krankmeldung bei der Krankenkasse vergessen.

Gemäß § 49 Absatz 1 Nr. 5 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) sind Arbeitnehmer verpflichtet, spätestens eine Woche nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit eine Bescheinigung darüber bei ihrer Krankenkasse einzureichen.

Wie läuft es mit der elek­tro­ni­schen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Seit dem 1. Oktober 2021 wird Arbeitnehmern die Pflicht zur Krankmeldung bei der Kasse durch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) abgenommen. Theoretisch zumindest. Seit diesem Termin müssen Ärzte Krankschreibungen direkt auf digitalem Weg an die Krankenkassen übermitteln. Allerdings sind noch nicht alle Arztpraxen technisch entsprechend ausgerüstet, deshalb gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2021.

Du solltest dich deshalb vorerst nicht darauf verlassen, dass die Krankenkasse die Krankmeldung automatisch erhält. Wenn du krankgeschrieben wirst, frage sicherheitshalber beim Arzt nach, ob die Praxis die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung digital übermittelt. Ist sie dazu noch nicht in der Lage, bist du als Versicherter nämlich nach wie vor in der Pflicht.

Kran­ken­kas­sen akzep­tie­ren papier­lo­se “gelbe Scheine”

Selbst wenn du dich noch selbst darum kümmern musst, dass die Krankmeldung rechtzeitig an die Krankenkasse geht, kannst du dir den Weg zur Post oft sparen. Die meisten Krankenkassen bestehen nicht mehr darauf, den gelben Schein im Original zu erhalten. Oft reicht es aus, ein leserliches Foto davon zu machen und per Mail zu schicken oder auf der Website oder in der App der Krankenkasse hochzuladen.

FAZIT
  • Theo­re­tisch liegt die Pflicht zur Über­mitt­lung der Arbeits­un­fä­hig­keit an die Kran­ken­kas­se seit 1. Oktober 2021 beim Arzt.
  • Wenn der Arzt­pra­xis die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen für die elek­tro­ni­sche AU noch fehlen, müssen Arbeit­neh­mer die Krank­mel­dung innerhalb einer Woche ab Aus­stel­lung selbst an die Kran­ken­kas­se schicken.
  • Vielen Kran­ken­kas­sen reicht ein leser­li­ches Foto des gelben Scheins in digitaler Form aus.
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