Auch während der Krankschreibung kann der Arbeitgeber kündigen VadimGuzhva, Fotolia

Verbreiteter Irrglaube Keine Kündigung während Krankheit: Mythos oder wirklich wahr?

Die Ansicht, dass eine Kündigung während Krankheit von Arbeit­nehmern nicht erlaubt sei, ist unter Angestellten weit verbreitet.  Tatsächlich existiert ein solcher genereller Kündi­gungs­schutz jedoch nicht. Es gibt verschiedene Gründe, warum Ihr Arbeit­geber Ihnen während einer Krank­schreibung kündigen kann.

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Kündigung während Krankheit ist legitim

Wenn Sie bereits länger als sechs Monate in einem Betrieb mit mehr als zehn Vollzeit­be­schäf­tigten arbeiten, genießen Sie gesetz­lichen Kündi­gungs­schutz und können nicht ohne Weiteres gekündigt werden.  Es gibt aller­dings kein Gesetz, das dem Arbeit­geber verbietet, eine Kündigung während einer Krank­schreibung auszu­sprechen; auch nicht der gesetz­liche Kündi­gungs­schutz. Entscheidend ist, dass ausrei­chende Gründe für die Beendigung des Arbeits­ver­hält­nisses vorliegen. Ist eine Kündigung legitim, kann sie durchaus während einer Krank­schreibung erfolgen.

Eine betriebs­be­dingte Kündigung ist nur unter bestimmten Voraus­set­zungen möglich. Sind diese bei Ihrem Arbeit­geber erfüllt, darf er durchaus die Kündigung während einer Krank­schreibung aussprechen. Grobes Fehlver­halten eines Arbeit­nehmers recht­fertigt eine sogenannte verhal­tens­be­dingte Kündigung. Krankheit ist aller­dings kein Fehlver­halten. Bei einer perso­nen­be­dingten Kündigung muss der Arbeit­nehmer nachweisen, dass Sie auch zukünftig nicht einsatz­fähig sein werden, was in der Praxis oft nahezu unmöglich ist.

Deutlich schwie­riger: Krankheit als Kündi­gungs­grund

Die krank­heits­be­dingte Kündigung ist nach dem Kündi­gungs­schutz­gesetz also eine perso­nen­be­zogene Kündigung. An eine solche Kündigung knüpft der gesetz­liche Kündi­gungs­schutz aller­dings strenge Vorgaben. Es muss sich um eine Langzeit­er­krankung oder wieder­holte Kurzzeit­er­kran­kungen handeln. Zudem muss der Arbeit­nehmer dauerhaft arbeits­un­fähig sein oder zumindest durch die Krankheit langfristig deutlich weniger leistungs­fähig sein. Selbst wenn diese Bedin­gungen erfüllt sind, muss die Kündigung auch noch sozial gerecht­fertigt sein. Für die Bewertung der sozialen Recht­fer­tigung werden unter anderem die betrieb­lichen Inter­essen sowie Alter, Famili­en­stand und Dauer der Betriebs­zu­ge­hö­rigkeit berück­sichtigt. Es ist also nicht einfach, eine Kündigung wegen Krankheit zu erwirken. Eine Kündigung während Krankheit ist eine andere Sache.

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Sollten Sie Ihre Kündigung während einer Krank­schreibung erhalten und für nicht gerecht­fertigt halten, können Sie eine Kündi­gungs­schutz­klage erheben.

Kündigung wegen Krank­schreibung nicht ausge­schlossen

Wenn Sie sich krank­melden, nur um einer drohenden Kündigung zu entgehen und nicht, weil Sie ernsthaft krank sind, handelt es sich um grobes Fehlver­halten. Damit liefern Sie  Ihrem Arbeit­geber tatsächlich einen handfesten Grund, um Ihnen die Kündigung während einer Krank­schreibung auszu­sprechen – unter Umständen sogar fristlos.

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