erkältete Frau auf der Couch putzt sich die Nase Subbotina Anna, Fotolia

20. April 2015, 6:18 Uhr

Kün­di­gungs­grund Kündigung wegen Krankheit: Erlaubt oder nicht?

Viele Arbeitnehmer fragen sich, ob eine Kündigung wegen Krankheit erlaubt ist. Zwischendurch trifft es jeden einmal: Eine Grippe fesselt Sie ans Bett und Sie können nicht zur Arbeit gehen. Solange Ihre Krankheitstage im Rahmen bleiben, ist daran nichts auszusetzen. Doch bleiben Sie mehr als sechs Wochen pro Jahr zu Hause, riskieren Sie unter Umständen Ihren Job. Sind Sie von einer krankheitsbedingten Kündigung betroffen und wissen nicht weiter, kann ein Berufs-Rechtsschutz sehr hilfreich sein.

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Krankheit kann Kün­di­gungs­grund sein

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Krankheit vor Kündigung schützt. Arbeitsrechts-Experten wissen jedoch, dass dies nicht so ist: In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass eine Kündigung wegen Krankheit ausgesprochen wird, informiert "Spiegel Online". Allerdings spielen einige wichtige Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Frage, ob Krankheit als Kündigungsgrund gilt.

Kündigung wegen Krankheit: Dauer ist ent­schei­dend

Es geht vor allem um die Zeit, die ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig ist. Allgemein gilt, dass Sie bis zu maximal sechs Wochen pro Jahr krankheitsbedingt ausfallen können, ohne dass Ihnen Konsequenzen wie eine Kündigung drohen. Alles was darüber hinausgeht, könnte zu einer betrieblichen Beeinträchtigung führen, die der Arbeitgeber nicht einfach so hinnehmen muss. Übrigens: Die Fehlzeiten müssen dabei nicht am Stück entstehen.

Prognose bei einer Erkran­kung wichtig

Auch die Prognose bei einer Krankheit entscheidet, ob eine Erkrankung als Kündigungsgrund gilt: Verläuft eine Krankheit mit einer eher negativen Prognose wie beispielsweise Bandscheibenschäden, ist das Risiko für Unternehmensschäden relativ hoch. Wenn der Arbeitnehmer weiter beschäftigt wird und zudem volle Bezüge erhält, obwohl er wahrscheinlich häufig ausfallen wird, kann dies für den Arbeitgeber ein unkalkulierbares Risiko darstellen. Übrigens: Die Beweislast für eine positive oder negative Prognose liegt beim Arbeitnehmer.

Letztlich ist es immer eine Einzelfallentscheidung, ob eine Kündigung wegen Krankheit im konkreten Fall rechtens ist.

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