So läuft die Wie­der­ein­glie­de­rung RioPatuca Images, Fotolia

1. Oktober 2015, 11:06 Uhr

So läuft die Wie­der­ein­glie­de­rung Hamburger Modell: Schritt­wei­se zurück in den Job

Das Hamburger Modell ermöglicht Arbeitnehmern, nach einem Unfall oder längerer Krankheit Stück für Stück an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Denn nach einer längeren Rehabilitation schafft es kaum jemand, sofort wieder von null auf 100 zu schalten. Folgendes sollten Sie über die schrittweise Wiedereingliederung wissen. Tipp: Im Job rundum abgesichert sind Sie mit einem Berufs-Rechtsschutz.

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Wer hat Anspruch auf die Wie­der­ein­glie­de­rung?

Das Hamburger Modell ist in § 84 Sozialgesetzbuch IX geregelt und ist grundsätzlich für alle Arbeitnehmer möglich, die mindestens sechs Wochen lang arbeitsunfähig waren. Auch Teilzeitkräfte, Auszubildende und Beamte können die Wiedereingliederung in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Arbeitgeber einverstanden ist.

In der Regel wird dieser jedoch sicher zustimmen, denn offiziell befindet sich der Mitarbeiter während des Wiedereinstiegs weiter in Rehabilitation und ist entsprechend krankgeschrieben. Das heißt, dass die Firma dem Beschäftigten kein Gehalt zahlen muss, sondern dieser Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse und anschließend Übergangsgeld von der Rentenversicherung erhält. Nach Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten zahlt die gesetzliche Unfallversicherung.

So funk­tio­niert das Hamburger Modell

Wenn Sie an der stufenweisen Wiedereingliederung teilnehmen wollen, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen. Dieser kann einschätzen, ob Sie überhaupt wieder die Chance haben, vollständig in Ihren alten Beruf zurückzukehren und erstellt einen Plan, wie viele Stunden Sie während der Rehabilitation täglich oder wöchentlich arbeiten können. Stellen Sie während der Wiedereingliederung fest, dass Sie das Arbeitspensum doch noch nicht schaffen, können Sie die Stundenanzahl jederzeit wieder zurückschrauben. Wenn Sie jedoch sieben Tage hintereinander nicht zur Arbeit erscheinen, gilt das Hamburger Modell als beendet. Sie können sich maximal sechs Monate Zeit mit der beruflichen Rehabilitation lassen, bis Sie wieder voll einsatzfähig sind.

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