Arbeits­un­fall: Wo gilt der gesetz­li­che Ver­si­che­rungs­schutz? Eine Person hat einen Verband um den Fuß gewickelt und geht dabei auf Krücken. muta, Fotolia

30. Mai 2016, 14:08 Uhr

Pause, Toilette, Betriebs­fei­er Arbeits­un­fall: Wo gilt der gesetz­li­che Ver­si­che­rungs­schutz?

Bei einem Arbeitsunfall sind Arbeitnehmer in der Regel durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Auch Beamte können nach einem Dienstunfall mit einer besonderen Versorgung rechnen. Allerdings gibt es einige Sonderfälle, die vielen Angestellten nicht bekannt sind. Lesen Sie, in welchen Fällen Sie versichert sind – und in welchen nicht.

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Was gilt beim Arbeits­un­fall in der Mit­tags­pau­se?

Bei einem Unfall auf dem Weg von und zur Arbeit handelt es sich um einen sogenannten Wegeunfall, bei dem Arbeitnehmer gemäß § 8 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII) gesetzlich unfallversichert sind. Das gilt auch bei manchen Wegen, die in der Mittagspause zurückgelegt werden, zum Beispiel dem Weg zur Kantine oder in ein Restaurant und zurück. Der Aufenthalt dort ist allerdings nicht versichert. Auch wer in der Mittagspause private Einkäufe erledigt oder einen Spaziergang macht, ist auf diesem Weg nicht gesetzlich unfallversichert. Eine Ausnahme gilt allerdings, wenn Sie Lebensmittel einkaufen, die Sie am Arbeitsplatz verzehren wollen: Der Weg zum Einkaufen steht dann unter Versicherungsschutz, der Aufenthalt im Supermarkt allerdings nicht. Auch die Raucherpause ist nicht mitversichert, weil kein Bezug zur eigentlichen Arbeit vorliegt.

Bei Arbeitsrechtsfragen sind wir Ihr Partner!Kein Arbeits­un­fall auf der Toilette

Was viele Arbeitnehmer nicht wissen: Der Weg zur Toilette im Büro ist versichert, der Aufenthalt auf der Toilette selbst dagegen nicht, da es sich um eine private Angelegenheit handelt. Unter anderem das Landessozialgericht Bayern hat in diesem Sinne entschieden, dass die Berufsgenossenschaft bei einem Unfall auf der Toilette nicht zahlen muss (AZ L 3 U 323/01). Allerdings entschied das Verwaltungsgericht Berlin im Fall einer Beamtin, die sich auf einer Toilette an einem Fenster Verletzungen zugezogen hatte, dass dabei ein Dienstunfall vorliege und er vom Land als solcher anerkannt werden müsse (AZ 26 K 54.14).  Die Toilette gehöre zum Risikobereich des Dienstherrn und es sei nicht möglich, die Rechtsprechung zur gesetzlichen Unfallversicherung auf das Beamtenrecht zu übertragen.

Betriebs­fei­er und Betriebs­sport

Bei einer Betriebsfeier sind alle Angestellten gesetzlich unfallversichert, wenn es sich um eine vom Arbeitgeber veranstaltete Feier handelt, die allen Beschäftigten offensteht. Mitfeiernde Familienangehörige oder andere Gäste sind aber nicht mitversichert. Auch falls sich beim Betriebssport ein Unfall ereignen sollte, handelt es sich um einen Arbeitsunfall. Das gilt auch für den Hin- und Rückweg.

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