Krank­schrei­bung: Ab wann ist ein Attest nötig? Stock­fo­tos-MG, Fotolia

3. März 2017, 11:18 Uhr

Attest ab dem ersten Tag? Krank­schrei­bung: Ab wann ist ein Attest nötig?

Wenn ein Mitarbeiter arbeitsunfähig ist, benötigt er eine Krankschreibung. Ab wann er diese vorlegen muss, ist gesetzlich geregelt. Der Arbeitgeber kann aber auch davon abweichende Zeitpunkte vorschreiben.

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Krank­schrei­bung: Ab wann sie gesetz­lich vor­ge­schrie­ben ist

In der Regel muss ein kranker Arbeitnehmer immer dann eine Krankschreibung vorlegen, wenn er länger als drei Kalendertage arbeitsunfähig ist. Das ist in § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) geregelt. Die ärztliche Bescheinigung muss demnach spätestens am nächsten Arbeitstag, also in der Regel dem vierten Tag der Krankheit, beim Arbeitgeber eingehen.

Auch wenn das Attest erst nach drei Tagen vorzulegen ist, muss der Mitarbeiter schon am ersten Tag seiner Arbeitsunfähigkeit den Arbeitgeber darüber informieren und dabei auch die voraussichtliche Dauer der Krankheit angeben. Die Mitteilung kann zum Beispiel telefonisch erfolgen und ermöglicht es dem Unternehmen, den Ausfall so gut wie möglich aufzufangen. In der Krankschreibung ist auch das voraussichtliche Ende der Krankheit vermerkt. Dauert sie länger, ist ein weiteres Attest nötig.

Chef kann Krank­schrei­bung ab dem ersten Tag verlangen

Bei Arbeitsrechtsfragen sind wir Ihr Partner!Gemäß § 5 EntgFG ist es dem Arbeitgeber aber freigestellt, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon früher einzufordern. So ist auf seinen Wunsch eine Krankschreibung ab dem ersten Tag vorzulegen. Er kann das grundsätzlich im Arbeitsvertrag festlegen oder das Attest auch nur von bestimmten Mitarbeitern früher verlangen. Dafür muss er auch keine Begründung angeben, zum Beispiel einen Verdacht, dass der Angestellte "krankfeiert".  Das Bundesarbeitsgericht hat das 2012 in einem Urteil bestätigt (AZ 5 AZR 886/11).

Falls der Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung dieses Recht des Arbeitgebers aber ausdrücklich ausschließt, darf er keine Krankschreibung ab dem ersten Tag verlangen.

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