Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­nung: Rück­wir­kend krank­schrei­ben lassen? Photographee.eu, Fotolia

16. Dezember 2014, 11:54 Uhr

In Aus­nah­me­fäl­len Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung: Rück­wir­kend krank­schrei­ben lassen?

Husten, Schnupfen und Halsschmerzen können einem arg zusetzen. Als Arbeitnehmer müssen Sie im Krankheitsfall eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei Ihrem Arbeitgeber vorlegen. Dafür müssen Sie persönlich von einem Arzt untersucht werden. Doch was, wenn Sie es einmal nicht rechtzeitig zum Arzt geschafft haben, weil Sie zum Beispiel zu geschwächt waren? Ist es möglich, sich rückwirkend krankschreiben zu lassen?

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Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung spä­tes­tens am vierten Tag vorlegen

Als Arbeitnehmer haben Sie im Krankheitsfall zwei Pflichten. Zum einen müssen Sie Ihrem Arbeitgeber schnellstmöglich mitteilen, dass Sie erkrankt sind und zum anderen müssen Sie diesem eine von Ihrem Arzt ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Um keinen Streit mit dem Arbeitgeber zu bekommen, sollten Sie diesem das Attest spätestens am vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit vorlegen – vorausgesetzt ihr Arbeitsvertrag schreibt bezüglich dieser Frist nichts anderes vor.

Nicht vergessen: Eine Ausfertigung der Krankmeldung sollte auch an die Krankenkasse geschickt werden. Voraussetzung für den Erhalt einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist, dass die Diagnose immer im Rahmen einer persönlichen Untersuchung gestellt wird. Sie müssen also persönlich vom Arzt untersucht werden, bevor dieser Sie krankschreiben kann. Eine telefonische Diagnose ist nicht zulässig. Bleibt nur noch die Frage: Können Sie sich rückwirkend krankschreiben lassen?

Rück­wir­kend krank­schrei­ben lassen: Geht das?

Mit dieser Frage beschäftigt sich § 5 Abs. 3 der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien. Danach kann eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gewöhnlich nicht in die Zeit vor dem ersten Arztbesuch zurückdatiert werden. Nur in Ausnahmefällen ist eine Rückdatierung des Beginns der Erkrankung auf einen Zeitpunkt vor der Erstbehandlung ebenso wie eine rückwirkende Bescheinigung über das Andauern der Arbeitsunfähigkeit möglich. Es bedarf hier einer genauen Prüfung von Seiten des Arztes.

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In der Regel ist diese Rückdatierung nur bis zu zwei Tage zulässig. Sprechen Sie im Fall der Fälle mit Ihrem Arzt und schildern Sie ihm Ihre Situation. Wichtig um Streit zu vermeiden: Halten Sie Ihren Arbeitgeber stets auf dem Laufenden darüber, wie lange Sie krankgeschrieben sind. Sollten Sie dennoch Probleme mit Ihrem Chef bekommen, kann ein Berufs-Rechtsschutz helfen.

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