Krank­mel­dung per E-Mail: Ist das erlaubt? joz­si­to­eroe, Fotolia

8. Oktober 2015, 11:20 Uhr

Recht­zei­tig krank melden Krank­mel­dung per E-Mail: Ist das erlaubt?

Bei einer Arbeitsunfähigkeit muss der Arbeitgeber möglichst schnell Bescheid erhalten. Rein rechtlich ist auch eine Krankmeldung per E-Mail erlaubt – es gibt dabei jedoch einiges zu beachten.

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Arbeits­un­fä­hig­keit: Recht­li­che Vorgaben

Wer krank ist und nicht zum Dienst erscheinen kann, muss seine Arbeitsunfähigkeit dem Arbeitgeber unverzüglich melden. In welcher Form die Nachricht beim Arbeitgeber eingeht, ist nicht vorgeschrieben. Das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) macht hier keinen Unterschied zwischen Telefonat und E-Mail, beides ist erlaubt.

Eine Krankmeldung per E-Mail einreichen zu können, ist sehr praktisch. So können Sie die Nachricht beispielsweise bereits sehr früh am Morgen noch vor Arbeitsbeginn übermitteln. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass die E-Mail rechtzeitig gelesen wird, damit Ihre Firma sich um eine Vertretung für Sie kümmern kann. Diese Gewissheit haben Sie wiederum bei einem Telefonat auf jeden Fall.

Krank­mel­dung per E-Mail oder Telefon?

Ob Sie also Ihre Krankmeldung per E-Mail, SMS oder Telefon einreichen, sollten Sie gründlich abwägen. Wenn die E-Mail in Ihrem Unternehmen ein gängiger und ständig genutzter Kommunikationsweg ist und Sie sich sicher sind, dass Ihre Krankmeldung auch auf diesem Weg sofort zur Kenntnis genommen wird, spricht nichts dagegen. Können Sie nicht einschätzen, wann genau die E-Mails abgerufen werden, sollten Sie besser zum Telefon greifen. Sonst riskieren Sie, Ihrer gesetzlichen Pflicht zur sofortigen Krankmeldung nicht nachzukommen. Zusätzlich droht möglicherweise Ärger mit dem Chef.

Beschei­ni­gung recht­zei­tig ein­rei­chen

Ob nun per E-Mail, Telefon oder SMS: Sind Sie längere Zeit arbeitsunfähig, reicht die einmalige Krankmeldung nicht aus. Spätestens am dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit muss der "gelbe Schein" vom Arzt beim Arbeitgeber vorliegen – je nach Vorgabe Ihres Arbeitgebers auch schon früher. Auch bei einer vorhergehenden Krankmeldung per E-Mail müssen Sie darauf achten und die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gegebenenfalls rechtzeitig per Post an Ihren Arbeitgeber senden.

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