Wenn das Kind krank ist: Krank­mel­dung für Eltern Kaspars Grinvalds, Fotolia

9. Dezember 2015, 12:30 Uhr

Anspruch auf Frei­stel­lung Wenn das Kind krank ist: Krank­mel­dung für Eltern

Wenn beide Eltern arbeiten und das Kind krank wird, ist oft die einzige Lösung, dass Vater oder Mutter für einige Tage zu Hause bleiben. Auch berufstätige Alleinerziehende stehen vor diesem Problem, wenn ihr Kind krank ist. Eine Krankmeldung beim Arbeitgeber ist in solchen Fällen grundsätzlich möglich, Sie müssen dabei aber einiges beachten.

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Kind krank – dürfen Eltern zu Hause bleiben?

Das Kind ist stark erkältet und kann nicht in die Schule oder in die Kita gehen – bei berufstätigen Eltern bricht dann häufig die Tagesplanung zusammen. Dass Sie in einem solchen Fall für gewisse Zeit zu Hause bei ihrem kranken Kind bleiben dürfen, ist aber Ihr gutes Recht. Das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) legt fest, dass sich jeder Arbeitnehmer pro Kind und Jahr maximal für zehn Arbeitstage unbezahlt freistellen lassen darf. Alleinerziehende haben Anspruch auf 20 Tage.

An dieses Recht sind mehrere Bedingungen geknüpft: So gilt der Anspruch nur für Kinder, die jünger sind als 12 Jahre, und nur dann, wenn keine weitere Person im Haushalt lebt, die das Kind betreuen kann. Ein ärztliches Attest über die Erkrankung des Kindes ist notwendig. Das Kind und der betreuende Elternteil müssen außerdem gesetzlich krankenversichert sein – Privatversicherte haben nicht automatisch einen Anspruch auf Krankengeld und müssen sich für solche Fälle nach Möglichkeit zusätzlich absichern.

Wie sieht es mit der Bezahlung aus?

Wenn Sie sich vom Dienst freistellen lassen, weil Ihr Kind krank ist, hat jeder pflegende Elternteil laut § 45 SGB V grundsätzlich einen Anspruch darauf, für bis zu 10 Tage pro Jahr – bei Alleinerziehenden wiederum 20 Tage – ersatzweise Krankengeld von der Krankenkasse zu erhalten. Das Kinderkrankengeld beträgt in der Regel 70 Prozent des Bruttolohns, darf aber 90 Prozent des Nettolohns nicht übersteigen. Manche Arbeitgeber zahlen jedoch zumindest für einige Tage, für die Sie eine Krankmeldung wegen Ihres erkrankten Kindes einreichen, den vollen Lohn. Dies ist abhängig vom Arbeitsvertrag und kann dort auch explizit ausgeschlossen werden – dazu ist der Arbeitgeber berechtigt. Erhalten Sie das volle Gehalt, während Sie Ihr krankes Kind pflegen, dann haben Sie keinen Anspruch auf Krankengeld.

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Wenn Sie selbst krank sind und nicht arbeiten können, müssen Sie dem Arbeitgeber zumeist erst am dritten Tag der Erkrankung ein ärztliches Attest vorlegen – je nach Vorgabe eventuell auch früher. Bei der Krankmeldung wegen eines erkrankten Kindes ist es anders: Möchten Sie das Kinderkrankengeld in Anspruch nehmen, dann muss das Attest schon am ersten Tag vorliegen, an dem Sie nicht zur Arbeit gehen können.

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