Nahaufnahme Hände mit Teströhrchen © iStock.com/sonreir es gratis

13. August 2021, 8:00 Uhr

Achtung, das wird teuer Vorsicht! 10 Betrugs­ma­schen in Zusam­men­hang mit Corona

Die Corona-Pandemie hat zahlreiche Betrüger auf den Plan gerufen, die die Angst vor dem Virus und die Verunsicherung der Menschen ausnutzen wollen – teilweise mit alten Betrugsmaschen, aber auch mit neuen Methoden. Wann die Alarmglocken läuten sollten, erfährst du hier.

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1. Falsche Ärzte oder Gesund­heits­amt-Mit­ar­bei­ter bitten zum Corona-Test

Die Betrugsmasche mit dem vermeintlichen Corona-Test gibt es in zwei Spielarten: per Telefon und an der Haustür. Bei beiden geben die Betrüger vor, Mitarbeiter des Gesundheitsamts, Ärzte oder Polizisten zu sein. Sie behaupten, sie müssten bei dir einen Corona-Test durchführen oder einen Abstrich vornehmen. Das würde allerdings Geld kosten.

Bei der Haustür-Version tauchen die Betrüger auch gern im Team auf: Ein Täter lenkt das Opfer ab, während der andere die Wohnung nach Geld und Wertgegenständen durchsucht.

Was tun?

  • Das Gesund­heits­amt führt grund­sätz­lich keine unan­ge­mel­de­ten Corona-Tests durch. Sollte es einen Verdacht auf eine mögliche Infektion geben, wirst du vorab infor­miert. Und wenn du tat­säch­lich auf amtliche Anordnung hin getestet werden musst, musst du den Test nicht aus eigener Tasche zahlen.
  • Sollten bei dir angeb­li­che Gesund­heits­amt-Mit­ar­bei­ter (und sonstige unge­be­te­ne Personen) klingeln, dann ignoriere sie. Hast du bereits die Tür geöffnet, dann schließ sie, sobald du die betrü­ge­ri­sche Situation erkennst.

2. Der Enkeltrick

Diese Betrugsmasche ist einfach nicht auszurotten: In Zeiten von Corona behaupten Anrufer, die sich am Telefon als Verwandte ausgeben, an Covid-19 erkrankt zu sein und Geld für die Behandlung zu benötigen.

Eine alternative Spielart: Der Anrufer ist ein guter Freund des schwer erkrankten Verwandten. Das Geld (oder auch Wertgegenstände) sollen dann entweder an einem vereinbarten Ort deponiert werden – oder der angebliche Freund des vermeintlichen Enkels wird es abholen kommen.

Statt als Freund geben sich Kriminelle auch oft als Polizisten aus, die im Auftrag des vermeintlichen Enkels den Betrag übernehmen und an ihn weiterleiten wollen.

Was tun?

  • Fordere den Anrufer auf, seinen vollen Namen zu nennen. Lass dich nicht dazu verleiten, den Namen zu raten.
  • Frage nach Dingen, die Fremde nicht beant­wor­ten könnten.
  • Auf keinen Fall solltest du verraten, wo du wohnst und wie es um deine finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se steht.
  • Wenn dir die Sache merk­wür­dig vorkommt, infor­mie­re die Polizei.

3. Phishing mit Corona-Karte

Es kursieren betrügerische E-Mails, die Interesse für eine Corona-Karte wecken wollen. Die soll in Echtzeit zeigen, wo aktuell Corona-Infektionen verzeichnet werden. In Wahrheit jedoch geht es darum, über diese Phishing-Mails Schadsoftware zu verbreiten. Wer die Karte per Klick öffnen will, lädt sich Programme herunter, die seine Passwörter oder andere persönliche Daten ausspähen und versenden.

Was tun?

  • Öffne niemals E-Mails von dir unbe­kann­ten Absendern. Schon gar nicht solltest du darin auf Links oder Datei­an­hän­ge klicken. Achtung: Viele Phishing-Mails geben vor, von offi­zi­el­len und ansonsten seriösen Quellen zu stammen.
  • Wenn du per E-Mail auf­ge­for­dert wirst, Programme her­un­ter­zu­la­den, dann klicke generell nicht auf darin ent­hal­te­ne Links.
  • Ist dein Computer nach einem Cyber­an­griff gesperrt, wird er oft angeblich nur gegen eine Geld­zah­lung wieder frei­ge­ge­ben. Geh darauf niemals ein.

4. Imitierte Impfpässe

Im Internet (soziale Netzwerke und Messenger) werden Impfpässe mit gefälschten Einträgen von Covid-19-Impfungen angeboten. Die Kopien sehen den Originalen zwar sehr ähnlich, sind aber wertlos.

Was tun?

Nicht nur das Anfertigen von gefälschten Impfpässen sowie der Handel damit sind verboten. Auch ihre Verwendung ist strafbar. Deshalb solltest du nicht auf dieses Angebot eingehen. Andernfalls machst du dich der Urkundenfälschung beziehungsweise des Betrugs schuldig.

Alle wichtigen Infos für Arbeitnehmer und Verbraucher zum Thema Covid-19 im Überblick. >>

5. Corona-Sofort­hil­fe-Betrug

Zum Betrug kommt es weiterhin mit gefälschten Antragsseiten für Corona-Zuschüsse für Selbstständige und Unternehmen, warnt die Polizei. Wer Corona-Selbsthilfe beantragen möchte, könnte auf einer derartigen Fake-Seite landen.

Dort erwartet ihn oder sie ein Formular, in das sensible Daten eingegeben werden sollen. Diese Informationen greifen die Betrüger ab, um sie für kriminellen Geschäfte nutzen. Teilweise rufen sie auch bei Unternehmen und Selbstständigen an und fordern sie auf, eine gefälschte Soforthilfe-Seite zu besuchen.

Was tun?

Wenn du Corona-Soforthilfe für dein Unternehmen beantragen willst, gehe direkt auf die Webseite der Finanzbehörde deines Bundeslandes und klicke dich dort zum Antrag durch. In den meisten Ländern ist er direkt auf der Startseite verlinkt.

Nutze keine Links in E-Mails oder Suchmaschinen dafür.

136. Über­teu­er­te Nachhilfe

Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben auch den Schulbetrieb stark beeinträchtigt. Viele Eltern befürchten deshalb schlechtere Leistungen und Zeugnisse ihrer Kinder. Diese Sorge nutzen Betrüger aus, indem sie unter anderem per Telefon angeblich günstige Nachhilfe anbieten.

Tatsächlich ist die Unterstützung nicht nur sehr teuer, sondern muss auch per Vorkasse bezahlt werden. Die versprochenen Nachhilfelehrer sind allerdings ihr Geld nicht wert oder tauchen erst gar nicht auf.

Was tun?

  • Möchtest du Nachhilfe für dein Kind orga­ni­sie­ren, dann wende dich zuerst an die Schule. Dort erhältst du Tipps und ggf. Hinweise auf geeignete Kräfte.
  • Vermutest du ein unse­riö­ses Angebot hinter einem Anruf, dann leg sofort und ohne weitere Begrün­dung auf. Denn die Betrüger sind gut vor­be­rei­tet und ver­wi­ckeln dich leicht in ein Gespräch, in dem sie dich mani­pu­lie­ren wollen.

7. Die Lan­des­bank prüft den TAN-Generator

Eigentlich sollen TAN-Generatoren den Zahlungsverkehr sicherer machen. Das funktioniert aber nur, wenn ihr Besitzer nicht zur Schwachstelle im System wird und sich hinters Licht führen lässt. Das nämlich versuchen Kriminelle mit einer weiteren Betrugsmasche am Telefon. Dort gaukeln sie Angerufenen vor, Mitarbeiter einer Landesbank zu sein und den TAN-Generator überprüfen zu müssen. Wegen der Corona-Pandemie ginge das nur fernmündlich.

Deshalb bitten sie ihre potenziellen Opfer, die Girocard (ehemals EC-Karte) in den TAN-Generator zu stecken. Dann soll das Opfer einen Code eingeben, den ihm die angeblichen Landesbank-Mitarbeiter durchgeben. Der Effekt: Die Schwindler können anschließend die Online-Banking-Funktion manipulieren und zum Beispiel Überweisungen umleiten und das Geld abgreifen.

Was tun?

Klare Sache: Verrate niemals am Telefon deine PIN oder andere Kontodaten, die den Zugriff auf dein Online-Banking ermöglichen.

Am besten legst du bei entsprechenden Aufforderungen einfach auf und informierst deine Bank über den Vorfall.

8. Unse­riö­ser Home-Office-Service

Viele Unternehmen haben ihre Mitarbeiter wegen der Kontaktbeschränkungen vom Büro am Standort ins Home-Office versetzt. Dort läuft es technisch aber nicht immer reibungslos. Das kann auch die IT-Sicherheit beeinträchtigen.

Diese Möglichkeit machen sich Anrufer zunutze, indem sie sich als Servicekraft für Home-Office-Software ausgeben. Sie behaupten beispielsweise, dass es Probleme mit Sicherheitszertifikaten auf dem Unternehmens-Notebook gebe. Die ließen sich nur beheben, wenn ihnen die Angerufenen den Fernzugriff auf das Gerät erlaubten. Doch statt an Wartungsarbeiten sind die Betrüger nur an sensiblen Unternehmensdaten und IT-Zugängen interessiert.

Was tun?

  • IT-Dienst­leis­ter werden dich nie unan­ge­kün­digt tele­fo­nisch kon­tak­tie­ren. Erhältst du einen ent­spre­chen­den Anruf, solltest du ihn sofort beenden.
  • Erlaube dir unbe­kann­ten Anrufern keinen Zugriff auf deinen dienst­li­chen (und privaten) Computer.
  • Bist du dir unsicher, dann frag bei deinem Unter­neh­men nach, ob es tat­säch­lich Bedarf an einem Sicher­heits- oder ähnlichem Update gibt.

9. Test­zen­trum-Betrug

Manche Kriminelle versuchen, aus eigenen Testzentren Kapital zu schlagen und den Staat zu betrügen: Sie verlangen von ihm Geld für Tests, die sie gar nicht vorgenommen haben. Möglich machen das Lücken in der Verordnung zur Kostenrückerstattung des Bundesgesundheitsministeriums.

Die betrügerische Masche kann aber auch Folgen für getestete Bürger haben. Das betrifft zum Beispiel die Qualität und damit die Aussagekraft von Corona-Tests eines betroffenen Zentrums. Für Außenstehende ist es allerdings schwer, sich von der Rechtlichkeit der Testzentren-Betreiber einen Eindruck zu verschaffen.

Was tun?

Seriöse Testzentren kannst du an folgenden Merkmalen erkennen: eine ordentliche Terminvergabe, professionelle Arbeits- und Testausstattung, fachmännisches Vorgehen bei Rachen- und Nasen-Abstrichen, Kooperation mit anerkannter Software wie Corona-Warn-App oder Luca. Hast du an diesen Vorgaben Zweifel, dann könnte es sich um Testzentren-Betrug handeln. In dem Fall solltest du sicherheitshalber eine andere Einrichtung aufsuchen.

 

Atem­schutz­mas­ken nur gegen Vorkasse

Einfache Stoffmasken sind beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr erlaubt. Stattdessen müssen dort FFP2- oder OP-Masken getragen werden. Die werden teils in fragwürdigen Online-Shops angeboten. Dort sind die Masken trotz der hohen Nachfrage nicht überteuert, sondern sogar besonders günstig.

Der Haken: Die Bestellungen laufen nur per Vorkasse. Wer sich darauf einlässt, ist sein Geld los. Denn die Masken kommen nicht. Diese Masche wird übrigens auch bei Desinfektionsmittel versucht.

Was tun?

Bei sehr hohen oder niedrigen Preisen in Online-Shops solltest du misstrauisch sein. Und zwar nicht nur während der Corona-Pandemie. Vor allem dann, wenn dabei von dir Vorkasse erwartet wird.

  • Kon­trol­lie­re im Zweifel, ob es für die Seite ein Impressum gibt und ob dieses voll­stän­dig ist.
  • Über unseriöse Anbieter und Fake-Shops findest du oft Warnungen im Internet.
  • Bist du trotzdem Opfer geworden, stelle eine Anzeige bei der Polizei. Das geht auch über eine soge­nann­te Online-Wache in deinem Bundesland.
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