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22. April 2020, 15:06 Uhr

Durch­at­men Vorsicht! 6 Betrugs­ma­schen in Zusam­men­hang mit Corona

Die Corona-Pandemie hat für eine Welle der Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung gesorgt. Aber gleichzeitig auch zahlreiche Betrüger auf den Plan gerufen, die die derzeitige Angst vor dem Virus und die Verunsicherung der Menschen ausnutzen wollen. Teilweise mit alten Betrugsmaschen, aber auch mit neuen, schwerer durchschaubaren Methoden. Wann die Alarmglocken läuten sollten, erfährst du hier.

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1. Falsche Ärzte oder Gesund­heits­amt-Mit­ar­bei­ter bitten zum Corona-Test

Die Betrugsmasche mit dem vermeintlichen Corona-Test gibt es in zwei Spielarten: per Telefon und an der Haustür. Bei beiden geben die Betrüger vor Mitarbeiter des Gesundheitsamts, Arzt oder Polizist zu sein und behaupten, sie müssten bei dir einen Corona-Test durchführen oder einen Abstrich vornehmen. Das würde allerdings Geld kosten.

Bei der Haustür-Version tauchen die Betrüger im Team auf: Ein Täter lenkt das Opfer ab, während der andere die Wohnung nach Geld und Wertgegenständen durchsucht.

Was tun? Das Gesundheitsamt führt grundsätzlich keine unangemeldeten Corona-Tests durch. Sollte es einen Verdacht auf eine mögliche Infektion geben, wirst du vorab informiert. Und wenn du tatsächlich getestet werden musst, musst du den Test nicht aus eigener Tasche zahlen.

Lege bei Anrufen, in denen es um kostenpflichtige Tests geht einfach auf. Unangemeldete Fremde solltest du grundsätzlich nicht in die Wohnung lassen. Auch nicht, wenn sie sich als Gesundheitsamt-Mitarbeiter ausweisen. Die Polizei rät, im Zweifelsfall beim Gesundheitsamt oder beim Hausarzt nachzufragen, ob ein Covid-19-Test für dich angeordnet wurde.

2. Das Des­in­fek­ti­ons­kom­man­do

Ein weiterer Trick, der mit der Angst der Menschen vor einer Infektion mit dem Coronavirus spielt: Handwerker, häufig in Schutzanzügen, behaupten, sie seien beauftragt, die Wohnanlage zu desinfizieren. Etwa, weil es einen Corona-Fall im Haus gibt. Dabei geht es ebenfalls darum, in die Wohnung zu gelangen, um Dinge von Wert zu stehlen.

Was tun? Auch hier gilt: Niemals unangemeldete Fremde in die Wohnung lassen. Selbst wenn du positiv auf Corona getestet wirst und deshalb in häusliche Quarantäne musst, wird danach kein Desinfektionsteam vorbeigeschickt. Mehr Informationen zum Thema Rechtsschutz

3. Enkel­trick

Diese Betrugsmasche ist einfach nicht auszurotten: In Zeiten von Corona behaupten Anrufer, die sich am Telefon als Verwandte ausgeben, an Covid-19 erkrankt zu sein und Geld für die Behandlung zu benötigen. Eine alternative Spielart: Der Anrufer ist ein guter Freund des schwer erkrankten Verwandten. Das Geld (oder auch Wertgegenstände) sollen dann entweder an einem vereinbarten Ort deponiert werden oder der angebliche Freund des vermeintlichen Enkels wird es abholen kommen.

Was tun? Fordere den Anrufer auf seinen vollen Namen zu nennen. Lass dich nicht dazu verleiten, den Namen zu raten. Frage nach Dingen, die Fremde nicht beantworten könnten. Auf keinen Fall solltest du verraten, wo du wohnst und wie es um deine finanziellen Verhältnisse steht. Wenn dir die Sache merkwürdig vorkommt, informiere die Polizei.

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4. Schad­soft­ware durch Corona-Karte & Info vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor E-Mails, in denen es um Informationen zur weltweiten Verbreitung des Coronavirus auf einer interaktiven Karte geht. Die Mails enthalten Dateianhänge namens “CoronaMap.exe”, “Corona-virus-Map.com.exe” oder ähnlich. Beim Öffnen der Datei wird tatsächlich eine interaktive Weltkarte angezeigt, die der bekannten Infektions-Weltkarte der Johns-Hopkins-Universität ähnelt. Im Hintergrund wird allerdings eine Schadsoftware auf dem Rechner oder Smartphone installiert, die Passwörter und andere Daten ausspioniert. Die Corona-Map-Dateien werden teilweise auch als Download-Link auf Webseiten und über Messenger-Dienste verbreitet.

Auch über eine Mail, die vermeintlich vom Bundesgesundheitsministerium stammt, wird derzeit Schadsoftware verbreitet, wie das LKA Niedersachsen berichtet. In der E-Mail mit offiziell wirkendem Briefkopf wird auf geänderte Regelungen zu Krankschreibungen und Urlaub hingewiesen. Der Empfänger wird aufgefordert, ein angehängtes Formular auszufüllen und an seinen Arbeitgeber zu senden. Beim Öffnen der Datei mit dem Namen “Krankschreibung.doc” kann ein Trojaner installiert werden. Darüber können Cyberkriminelle den Rechner später verschlüsseln, um dann Lösegeld für die Freigabe zu erpressen.

Was tun? Öffne grundsätzlich keine Dateianhänge und Links in Mails von unbekannten Absendern. Auch wenn es sich dabei um vermeintlich offizielle Stellen handelt, solltest du misstrauisch sein. Überprüfe, ob die Datei auch auf den offiziellen Internetauftritt des Absenders zum Download angeboten wird. Wenn du sie benötigst, lade sie direkt dort herunter.

Falls du versehentlich Schadsoftware installiert hast:

  • Inter­net­ver­bin­dung des Rechners oder des Smart­pho­nes kappen.
  • Auf keinen Fall Geld bezahlen.
  • IT-Spe­zia­lis­ten hin­zu­zie­hen.
  • Anzeige erstatten.

Alle wichtigen Infos für Arbeitnehmer und Verbraucher zum Thema Covid-19 im Überblick. >>

5. Phishing: Ban­ken­schlie­ßun­gen wegen Corona

Es kursieren derzeit sogenannte Phishing-Mails, in denen vorgebliche Banken behaupten, aufgrund der Corona-Krise Filialen schließen zu müssen. Um eine reibungslose Kontonutzung zu garantieren, solle der Empfänger seine Daten auf einer verlinkten Seite aktualisieren. Die Daten gehen dabei allerdings nicht an die Bank, sondern an Cyberkriminelle, die sich so Zugang zu fremden Konten verschaffen.

Was tun? Grundsätzlich solltest du vertrauliche Informationen wie deine Zugangsdaten zum Online-Banking oder TAN-Nummern nie weitergeben. Nutze sie nur zum eigentlichen Zweck: um dich in dein Konto einzuloggen und um dort Transaktionen auszuführen. Ausführliche Infos, wie du Phishing-Mails erkennst, findest du in diesem Streitlotse-Ratgeber.

6. Corona-Sofort­hil­fe-Betrug

Zum Betrug im großen Stil kam es in den vergangenen Wochen in mehreren Bundesländern mit gefälschten Antragsseiten für Corona-Zuschüsse für Selbstständige und Unternehmen, berichtet das BSI. Firmen und Unternehmen werden per Mail, teilweise sogar telefonisch aufgefordert, staatliche Unterstützungen zu beantragen. Mit den unternehmensbezogenen Daten, die sie auf den gefälschten Antragsseiten eingegeben haben, stellen Cyberkriminelle dann tatsächlich einen Antrag auf Covid-19-Unterstützungsleistungen und lassen das Geld auf ein eigenes Konto überweisen.

Was tun? Wenn du Corona-Soforthilfe für dein Unternehmen beantragen willst, gehe direkt auf die Webseite der Finanzbehörde deines Bundeslandes und klicke dich dort zum Antrag durch. In den meisten Ländern ist er direkt auf der Startseite verlinkt. Nutze keine Links in E-Mails oder Suchmaschinen dafür.

 

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