Vorsicht! 7 Betrugsmaschen in Zusammenhang mit Corona © iStock.com/sonreir es gratis

14. Dezember 2021, 8:00 Uhr

Achtung, das wird teuer Vorsicht! 7 Betrugs­ma­schen in Zusam­men­hang mit Corona

Die Corona-Pandemie hat zahlreiche Betrüger auf den Plan gerufen, die die Angst vor dem Virus und die Verunsicherung der Menschen ausnutzen wollen – teilweise mit alten Betrugsmaschen, aber auch mit neuen Methoden. Wann die Alarmglocken läuten sollten, erfährst du hier.

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1. Falsche Ärzte oder Gesund­heits­amt-Mit­ar­bei­ter bitten zum Corona-Test

Die Betrugsmasche mit dem vermeintlichen Corona-Test gibt es in zwei Spielarten: per Telefon und an der Haustür. Bei beiden geben die Betrüger vor, Mitarbeiter des Gesundheitsamts, Ärzte oder Polizisten zu sein. Sie behaupten, sie müssten bei dir einen Corona-Test durchführen oder deine Wohnung desinfizieren. Das würde allerdings Geld kosten.

Bei der Haustür-Version tauchen die Betrüger auch gern im Team auf: Ein Täter lenkt das Opfer ab, während der andere die Wohnung nach Geld und Wertgegenständen durchsucht.

Was tun?

  • Das Gesund­heits­amt führt grund­sätz­lich keine unan­ge­mel­de­ten Corona-Tests durch. Sollte es einen Verdacht auf eine mögliche Infektion geben, wirst du vorab infor­miert. Und wenn du tat­säch­lich auf amtliche Anordnung hin getestet wirst, musst du den Test nicht aus eigener Tasche zahlen.
  • Sollten bei dir angeb­li­che Gesund­heits­amt-Mit­ar­bei­ter (und sonstige unge­be­te­ne Personen) klingeln, dann ignoriere sie. Hast du bereits die Tür geöffnet, dann schließ sie, sobald du die betrü­ge­ri­sche Situation erkennst.

2. Gefälsch­te Corona-Apps

Cyberkriminelle versuchen mit Fake-Corona-Apps Trojaner und andere Schadsoftware in Umlauf zu bringen. Links zu diesen vermeintlichen Corona-Apps werden unter anderem in seriös wirkenden E-Mails verschickt. Die hinterlegten Programme spähen unter anderem auf dem Smartphone gespeicherte Daten wie Passwörter und Kreditkartennummern aus. Bei der offiziellen Corona-Warn-App musst du dir hingegen keine Sorgen darüber machen und kannst sicher sein, dass Datenschutzstandards eingehalten werden.

Was tun?

  • Lade die Corona-Warn-App nur von seriösen Anbietern herunter, etwa aus dem Google Play Store oder dem Apple App Store.
  • Achte vor dem Download auf den Her­aus­ge­ber der App. Die offi­zi­el­le deutsche Corona-Warn-App wird vom Robert Koch-Institut angeboten.
  • Achte auf das richtige Logo: Ein C, das oben blau und unten rot ist und im inneren Kreis Ein­ker­bun­gen hat, die an die Dar­stel­lung eines Virus erinnern.
Logo der Corona-App
© istock.com/Bundesregierung

3. Der Enkeltrick

Diese Betrugsmasche ist einfach nicht auszurotten: In Zeiten von Corona behaupten Anrufer, die sich am Telefon als Verwandte ausgeben, an Covid-19 erkrankt zu sein und Geld für die Behandlung zu benötigen.

Eine alternative Spielart: Der Anrufer ist angeblich ein guter Freund des schwer erkrankten Verwandten. Das Geld (oder auch Wertgegenstände) sollen dann entweder an einem vereinbarten Ort deponiert werden – oder der angebliche Freund des vermeintlichen Enkels wird es abholen kommen.

Statt als Freund geben sich Kriminelle auch oft als Polizisten aus, die im Auftrag des vermeintlichen Enkels den Betrag übernehmen und an ihn weiterleiten wollen.

Was tun?

  • Fordere den Anrufer auf, seinen vollen Namen zu nennen. Lass dich nicht dazu verleiten, den Namen zu raten.
  • Frage nach Dingen, die Fremde nicht beant­wor­ten könnten.
  • Verrate nicht, wo du wohnst und wie es um deine finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se steht.
  • Infor­mie­re die Polizei, wenn dir die Sache merk­wür­dig vorkommt.

4. Gefälsch­te Impfpässe

Im Internet, insbesondere in sozialen Netzwerken und per Messenger, werden Impfpässe mit gefälschten Einträgen von Covid-19-Impfungen angeboten. Die Kopien sehen den Originalen zwar sehr ähnlich, sind aber wertlos. Wenn du ein solches Dokument benutzt, machst du dich strafbar.

Was tun?

  • Finger weg! Zum einen unter­stützt du damit kri­mi­nel­le Machen­schaf­ten: Das Anfer­ti­gen von Impf­päs­sen mit gefälsch­ten Ein­tra­gun­gen sowie der Handel damit sind natürlich verboten. Und wenn du als Unge­impf­ter mit einem solchen Dokument 2G- oder 3G-Rege­lun­gen umgehst, machst du dich ebenfalls strafbar.

Alle wichtigen Infos für Arbeitnehmer und Verbraucher zum Thema Covid-19 im Überblick. >>

5. Masken oder Selbst­tests nur gegen Vorkasse

Phasenweise kommt es immer mal wieder zu Engpässen und Lieferschwierigkeiten bei FFP2-Masken und Coronatests. Das kann problematisch werden, weil beides in bestimmten Situationen unverzichtbar ist. Zum Beispiel, wenn du regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst, wo du eine FFP2-Maske tragen musst. Aus dieser Not versuchen Betrüger Kapital zu schlagen und bieten die knappen Artikel in online an – teils sogar zu sehr günstigen Preisen.

Der Haken: Die Bestellungen laufen nur per Vorkasse. Wer sich darauf einlässt, ist sein Geld los. Denn die Bestellung kommt nie an.

Was tun?

Bei auffällig günstigen Angeboten in Onlineshops solltest du grundsätzlich misstrauisch sein. Und zwar nicht nur während der Corona-Pandemie. Vor allem dann, wenn dabei von dir Vorkasse erwartet wird.

  • Kon­trol­lie­re im Zweifel, ob es für die Seite ein Impressum gibt und ob dieses voll­stän­dig ist.
  • Über unseriöse Anbieter und Fake-Shops findest du oft Warnungen im Internet.
  • Bist du trotzdem Opfer geworden, stelle eine Anzeige bei der Polizei. Das geht auch über die soge­nann­te Online-Wache in deinem Bundesland.

6. Unse­riö­ser Homeoffice-IT-Service

Viele Unternehmen haben ihre Mitarbeiter wegen der Kontaktbeschränkungen vom Büro ins Homeoffice versetzt. Dort läuft es technisch aber nicht immer reibungslos. Das kann auch die IT-Sicherheit beeinträchtigen.

Diese Möglichkeit machen sich Anrufer zunutze, indem sie sich als Servicekraft für Homeoffice-Software ausgeben. Sie behaupten beispielsweise, dass es Probleme mit Sicherheitszertifikaten auf dem Firmen-Notebook gebe. Die ließen sich nur beheben, wenn ihnen die Angerufenen den Fernzugriff auf das Gerät erlaubten. Doch statt an Wartungsarbeiten sind die Betrüger nur an sensiblen Unternehmensdaten und IT-Zugängen interessiert.

Was tun?

  • Echte IT-Dienst­leis­ter kon­tak­tie­ren dich nicht unan­ge­kün­digt tele­fo­nisch. Erhältst du einen ent­spre­chen­den Anruf, solltest du ihn sofort beenden.
  • Erlaube dir unbe­kann­ten Anrufern keinen Zugriff auf deinen dienst­li­chen (und privaten) Computer.
  • Bist du dir unsicher, dann frage erst bei deinem Arbeit­ge­ber nach, ob tat­säch­lich ein Sicher­heits­up­date oder andere IT-Maßnahmen per Remote-Zugriff geplant sind.

7. Über­teu­er­te Nachhilfe

Die  Corona-Pandemie hat auch den Schulbetrieb stark beeinträchtigt. Viele Eltern befürchten deshalb schlechtere Leistungen und Zeugnisse ihrer Kinder. Diese Sorge nutzen Betrüger aus, indem sie unter anderem per Telefon angeblich günstige Nachhilfe anbieten.

Tatsächlich ist die Unterstützung nicht nur sehr teuer, sondern muss auch per Vorkasse bezahlt werden. Die versprochenen Nachhilfelehrer sind allerdings ihr Geld nicht wert oder tauchen erst gar nicht auf.

Was tun?

  • Möchtest du Nachhilfe für dein Kind orga­ni­sie­ren, dann wende dich zuerst an die Schule. Dort erhältst du Tipps und ggf. Hinweise, wo du pro­fes­sio­nel­le Unter­stüt­zung bekommst.
  • Vermutest du ein unse­riö­ses Angebot hinter einem Anruf, dann leg sofort und ohne weitere Begrün­dung auf. Denn die Betrüger sind gut vor­be­rei­tet und ver­wi­ckeln dich leicht in ein Gespräch, in dem sie dich mani­pu­lie­ren wollen.
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