Lautes Spielen muss man hinnehmen ulkas, Fotolia

19. Mai 2017, 10:52 Uhr

Krach im Grünen Kin­der­lärm im Garten: Welche Rechte haben Nachbarn?

Wer gern im Liegestuhl entspannen möchte, der sollte unempfindlich gegenüber Kinderlärm im Garten sein. Doch nicht jeder bringt dafür die Langmut auf, sondern schreitet genervt bei den Eltern ein. Schließlich gibt es doch Ruhezeiten. An die haben sich auch Kinder zu halten, oder etwa nicht?

Der Nachbar hält nichts von Ruhezeiten? Ärgern Sie sich nicht – hier gibt es recht­lichen Rat. >>

Diese Ruhe­zei­ten gelten

Je nach örtlichen Regelungen gelten in Deutschland zwischen 13 Uhr und 15 Uhr sowie 22 Uhr und 6 Uhr oder 7 Uhr Ruhezeiten. An Sonntagen und Feiertagen sogar rund um die Uhr. Daran hat sich jeder Bürger zu halten und soll in diesen Zeiträumen seine Nachbarn nicht akustisch belästigen.  Auch der Nachwuchs soll sich danach richten. Aber das tut er nicht immer.

Stattdessen schreit, lacht und tobt er gern lautstark auf den Grünflächen von Wohnhäusern und -anlagen. Auf die Uhr schaut er dabei selten. Was für manche Menschen einfach nur harmloses Spielen ist, halten andere für ärgerlichen Kinderlärm im Garten und beschweren sich bei den Eltern darüber. Die sind während der Ruhezeiten tatsächlich verpflichtet, den kleinen Rabauken Einhalt zu gebieten. Allerdings sind sie damit nicht immer erfolgreich. Und das ist auch nicht unbedingt notwendig.

Kin­der­lärm im Garten: Das sagt der BGH

So hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil (AZ V ZR 62/91) entschieden, dass lautes Spielen "als Begleiterscheinung kindlichen und jugendlichen Freizeitverhaltens" hinzunehmen ist. Dem muss sich das Ruhebedürfnis der Nachbarn unterordnen. Aber: Eine Handhabe gibt es für sie, wenn sie in unzumutbarer Weise belästigt werden. In solchen Fällen können sie von den Eltern oder dem Vermieter eine Unterlassung verlangen. Unter besonders extremen Umständen kann der Vermieter die lärmende Partei abmahnen beziehungsweise ihr kündigen.

Haus­ord­nung prüfen

Bei Kinderlärm im Garten von Mehrfamilienhäusern oder Wohnanlagen ist übrigens zu klären, ob das Spielen dort überhaupt erlaubt ist. Das steht in der Hausordnung. Und noch ein paar Worte zu den Ruhezeiten: Die meisten Bundesländer schreiben keine Mittagsruhe mehr vor. Allerdings können das die Gemeinden tun. Auch privatrechtliche Vereinbarungen (in Hausordnungen oder Mietverträgen) sind möglich. Ist darin zudem das Spielen in den Außenanlagen untersagt, müssen Eltern mit ihren Kindern auf den nächsten Spielplatz ausweichen.


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