Lachends Mädchen auf Rutsche im Sommer © iStock.com/FamVeld

9. Juni 2020, 13:33 Uhr

Darf ich eigent­lich? Gere­gel­ter Spaß: Vor­schrif­ten auf öffent­li­chen Spiel­plät­zen

Ein guter Kinderspielplatz ist oft wie ein Mini-Freizeitpark für den Nachwuchs. Dort kann er herumtollen und mit anderen Knirpsen Spaß haben. Jedenfalls im Rahmen des Gesetzes, denn auch auf öffentlichen Spielplätzen sind Vorschriften einzuhalten. Verantwortlich dafür sind die Eltern beziehungsweise die Aufsichtspersonen der Kleinen – zusätzlich zu ihrer allgemeinen Aufsichtspflicht.

Grundsätzlich bestimmen die Gemeinden darüber, was erlaubt ist. Meist informiert ein Schild über die geltenden Regeln auf dem Spielplatz. Andernfalls solltest du dich bei deiner Kommune über die Vorschriften erkundigen. Allgemeine rechtliche Grundlagen bestehen also nicht. Es gibt allerdings einige Richtlinien, die praktisch auf allen öffentlichen Spielplätzen einzuhalten sind.

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Was ist ein öffent­li­cher Spiel­platz?

Als öffentliche Spielplätze gelten nicht nur jene Einrichtungen, die von den Gemeinden betrieben werden und für alle Kinder frei zugänglich sind. Außerdem dazu gehören beispielsweise Spielplätze von:

  • Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern und Wohn­an­la­gen
  • Ein­kaufs­zen­tren
  • Rast­stät­ten und Restau­rants
  • Vereinen
  • Frei­zeit­an­la­gen, z. B. Freibäder

Bei Bau, Gestaltung und Ausstattung öffentlicher Spielplätze müssen sich die Betreiber an die strengen europäischen Normen DIN EN 1176 und 1177 halten. Für private Spielplätze hingegen gelten weniger harte Vorgaben (DIN EN 71), weil dort weniger Kinder sind und die Spielgeräte weniger stark beansprucht werden. Mehr Informationen zum Thema Mietrechtsschutz

Das gilt auf öffent­li­chen Spiel­plät­zen

Weil die einzelnen Kommunen die Vorschriften für öffentliche Spielplätze festlegen, gibt es viele lokale Unterschiede, teils sogar von Platz zu Platz. Die folgenden Richtlinien gelten jedoch praktisch bundesweit einheitlich. Sie bestimmen in erster Linie das soziale Verhalten und sollen dem Kindeswohl dienen.

  • Öff­nungs­zei­ten: Kin­der­spiel­plät­ze sind nicht rund um die Uhr zugäng­lich. Meistens haben sie Öff­nungs­zei­ten zwischen 8 Uhr und 20 Uhr. Einige sind auch sonntags geöffnet.
  • Lärm: Wo Kinder zusammen spielen, wird es schnell laut. Das empfinden manche Anwohner als störend. Doch dagegen können sie kaum etwas machen. Sogar wenn ein Spiel­platz erst nach Jahren in ihrer Nach­bar­schaft ein­ge­rich­tet wird, müssen sie laute Spiel­ge­rä­te dulden. So hat es bei­spiels­wei­se das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rheinland-Pfalz (AZ 1 C 11131/16) ent­schie­den. Anwohner haben auch kein Recht auf Mit­tags­ru­he. Gleich­wohl sind öffent­li­che Spiel­plät­ze so anzulegen und zu betreiben, dass möglichst wenig Lärm von ihnen ausgeht.
  • Alters­be­schrän­kun­gen: Spiel­plät­ze sind für Kinder gedacht. Deshalb dürfen meist Jugend­li­che ab 14 Jahren diese Orte nicht nutzen, auch nicht zu gemein­sa­men Treffen. Bei Verstößen wird ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro fällig.
  • Ziga­ret­ten und Alkohol: Beide Formen von Genuss­mit­teln sind auf öffent­li­chen Spiel­plät­zen verboten. Wer gegen diese Vor­schrift verstößt, muss mit einem Bußgeld von 25 Euro rechnen.
  • Abfall: Jeder muss seinen Müll selbst wegräumen. Nimmst du z. B. Ver­pfle­gung auf den Spiel­platz mit, musst du die leeren Ver­pa­ckun­gen ord­nungs­ge­mäß entsorgen. Tust du das nicht, kannst du mit 50 Euro Bußgeld belangt werden.
  • Hunde: Die Vier­bei­ner sind auf öffent­li­chen Spiel­plät­zen fast immer verboten. Manchmal dürfen Besucher ihre Hunde anleinen. Zuwi­der­hand­lun­gen kosten 50 Euro, in manchen Gemeinden aber deutlich mehr.
  • Fuß­ball­spie­len: Diese Sportart ist aus zwei Gründen nicht gestattet. Zum einen, um die Lärm­be­läs­ti­gung möglichst niedrig zu halten, zum anderen, um Kinder vor Ver­let­zun­gen durch umher­flie­gen­de Bälle zu schützen. Wer trotzdem beim Kicken erwischt wird, muss 25 Euro Bußgeld
  • Fahrräder und Skate­boards: Die meisten Vor­schrif­ten verbieten beides auf Spiel­plät­zen. Es sei denn, auf dem Gelände sind Flächen vor­ge­se­hen, auf denen sie genutzt werden dürfen.
  • Fahr­rad­hel­me: Obwohl es zunächst wider­sin­nig klingen mag, ist diese Art von Kopf­schutz auf Spiel­ge­rä­ten verboten, weil dadurch die Ver­let­zungs­ge­fahr (für andere Kinder) ansteigt.
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