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17. Juni 2020, 8:00 Uhr

Durch­at­men Kon­junk­tur­pa­ket: So läuft es mit dem Corona-Kin­der­bo­nus

Für viele Eltern ist die Corona-Krise zu einer Belastungsprobe geworden – sowohl finanziell (Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit) als auch mental durch die Rund-um-die-Uhr-Betreuung ihres Nachwuchses. Deshalb will die Bundesregierung Familien mit Kindern einen sogenannten Kinderbonus zahlen.

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Der Kin­der­bo­nus soll den Konsum stützen

Der Kinderbonus gehört zum milliardenschweren Konjunkturpaket, dass die Bundesregierung im Juni 2020 beschlossen hat. Es soll den Konsum in Deutschland wieder ankurbeln, der wegen der Corona-Pandemie stark zurückgegangen ist. Deshalb bekommen Eltern 300 Euro Unterstützung für jedes ihrer Kinder. Ausgezahlt wird das Geld voraussichtlich in zwei Tranchen im September und Oktober 2020.

Wer bekommt den Kin­der­bo­nus von 300 Euro?

Eltern brauchen den Kinderbonus nicht zu beantragen; sie bekommen ihn automatisch zusammen mit dem Kindergeld.

  • Den Kin­der­bo­nus erhält der Eltern­teil, der auch das Kin­der­geld bekommt.
  • Der Kin­der­bo­nus wird für Kinder aus­ge­zahlt, für die im Laufe des Jahres 2020 ein Anspruch auf Kin­der­geld besteht.

Damit gibt es den Kinderbonus auch für Kinder, die bis einschließlich zum 31. Dezember 2020 zur Welt kommen. Überwiesen würde er in dem Fall wahrscheinlich Anfang 2021 und nicht unbedingt gesplittet. Das steht, wie auch andere Aspekte des Themas, noch nicht endgültig fest. Klar scheint aber zu sein, dass sich die allgemeinen Regeln für den Kinderbonus an denen des Kindergeldes orientieren. Mehr Informationen zum Thema Rechtsschutz

Danach sieht es auch bei getrennt lebenden beziehungsweise geschiedenen Eltern aus. In ihrem Fall geht der Kinderbonus an die Mütter oder Väter, die bereits das Kindergeld erhalten. Entscheidend ist dabei in der Regel, bei wem der gemeinsame Nachwuchs überwiegend lebt. Zahlt ein getrennt lebender Elternteil Unterhalt, dann wird die Hälfte des Kindergelds davon abgezogen. Beim Wechselmodell teilen sich die Eltern das Kindergeld meist, obwohl nur einer von ihnen diese Zuwendung erhält. Diese Praxis dürfte auch für den Kinderbonus gelten.

Übrigens: Alleinerziehende erhalten neben dem Kinderbonus zusätzlich steuerliche Vergünstigungen. Ihr Entlastungsbetrag soll 2020 und 2021 von 1.908 Euro auf 4.000 Euro ansteigen.

Wie sieht es steu­er­lich beim Kin­der­bo­nus aus?

Der Kinderbonus soll in erster Linie Familien mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln helfen. Gut verdienende Eltern hingegen werden wenig bis gar nicht davon profitieren. Der Grund: Der Kinderbonus soll – wie auch das Kindergeld – steuerlich mit dem Kinderfreibetrag verrechnet werden.

Das macht das Finanzamt, nachdem es die Steuererklärung bekommen hat. Dabei prüft es, wovon die Eltern bei der Berechnung der Einkommensteuer unterm Strich mehr haben: vom Freibetrag oder vom Kindergeld. Ist das Kindergeld höher, wird der Freibetrag nicht angerechnet. Liegt der Vorteil beim Kinderfreibetrag, addiert der Fiskus im Steuerbescheid die Differenz zum Kindergeld hinzu.

Wie wirkt sich das voraussichtlich beim Kinderbonus aus? Nach einer Kalkulation des Deutschen Steuerzahlerinstituts des Bundes der Steuerzahler hat eine Familie mit einem Kind und einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 86.000 Euro aufwärts keinen Vorteil mehr von dem Zuschlag. Ab dieser Schwelle aufwärts sei der Vorteil aus dem Kinderfreibetrag größer als aus dem Kinderbonus. Mit zwei Kindern läge diese Grenze bei mindestens 90.000 Euro.

Umgekehrt profitieren Eltern mit einem Jahreseinkommen von unter 65.000 Euro voll von den 300 Euro aus dem Kinderbonus. Je mehr sie verdienen, desto weniger bleibt davon übrig. Der Kinderfreibetrag wird regelmäßig erhöht. Für das Steuerjahr 2019 beträgt er 3.810 Euro, 2020 liegt er bei 3.906 Euro pro Elternteil. Dieser Wert verdoppelt sich jeweils, wenn die Eltern steuerlich gemeinsam veranschlagt sind.

FAZIT
  • Der Kin­der­bo­nus beträgt 300 Euro.
  • Er wird Eltern auto­ma­tisch für alle ihre Kinder gezahlt, die 2020 Anspruch auf Kin­der­geld haben.
  • Der Kin­der­bo­nus wird vor­aus­sicht­lich steu­er­lich mit dem Kin­der­frei­be­trag ver­rech­net.
  • Familien mit geringem Einkommen werden vom Kin­der­bo­nus stärker pro­fi­tie­ren als besser ver­die­nen­de Eltern.
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