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17. Juni 2020, 10:55 Uhr

So geht’s richtig Corona-App: Das musst du wissen

Die Bundesregierung bietet den Bürgern in Deutschland ein neues, digitales Mittel im Kampf gegen Covid-19 an. Die Corona-App für Smartphones soll helfen, das Risiko unerkannter Infektionen zu vermindern. An der Programmierung beteiligt sind unter anderem das Robert-Koch-Institut und der Software-Entwickler SAP. Der Download ist ebenso kostenlos wie freiwillig.

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Wie und wann warnt die Corona-App?

Die Corona-Warn-App gibt es für Geräte mit iOS- und Android-Betriebssystemen. Sie steht ab sofort zum Download im App-Store von Apple und im Google-Play-Store bereit. Nach der Installation und Einrichtung erkennt sie bei aktivierter Bluetooth-Funktion, wenn du dich einem anderen App-Nutzer genähert hast, der mit dem Coronavirus infiziert war. Voraussetzung dafür ist, dass ihr dabei über 15 oder mehr Minuten nur einen Abstand von etwa zwei Metern hattet.

Insgesamt verfügt die App über drei unterschiedliche Warnhinweise:

  • Niedriges Risiko: Hier hat eine Über­prü­fung ergeben, dass du offenbar mit keiner als “erkrankt” regis­trier­ten Person in engem Kontakt warst. Oder du bist viel­leicht in der Nähe einer infi­zier­ten Person gewesen, hast aber die ent­spre­chen­den Schwel­len­wer­te für eine Warnung nicht erreicht.
  • Erhöhtes Risiko: Damit wirst du darüber infor­miert, dass du einem erhöhten Infek­ti­ons­ri­si­ko aus­ge­setzt warst. Du bist also in den letzten 14 Tagen einer erkrank­ten Person begegnet.
  • Unbe­kann­tes Risiko: Die Ermitt­lung des Infek­ti­ons­ri­si­kos hat nicht lange genug gedauert, um es zu berechnen.

Daten­schutz spielt eine große Rolle

Aus datenschutzrechtlichen Motiven meldet sich die App nicht in Echtzeit, sondern mit einer Verzögerung. Der Standort des Aufeinandertreffens der User wird außerdem nicht gespeichert. Auch entscheidet jeder Angesteckte selbst, ob er seine Covid-19-Infektion in der App teilt und damit anonym als Risikofaktor für andere Nutzer registriert wird.

Zu diesem Zweck tauschen die Geräte untereinander Zufallscodes aus. Gehört einer zu einem Infizierten, zeigt dir die Corona-App eine entsprechende Warnung an. Konkret erhältst du bei Bedarf den Hinweis “Erhöhtes Risiko”. Das passiert – ebenfalls im Sinne des Datenschutzes – ausschließlich lokal auf deinem Smartphone. Alles läuft anonym ab und die Gültigkeit der Zufallscodes läuft nach 14 Tagen aus. Auch musst du bei der Anmeldung in der App keine personenbezogenen Daten angeben, wie etwa deinen Namen oder deine E-Mail-Adresse. Weder du noch der Erkrankte sind identifizierbar.

Um eine größtmögliche Sicherheit zu bieten, waren der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in die Entwicklung der Corona-Warn-App einbezogen. Außerdem ist der Quellcode des Programms öffentlich und kann so jederzeit von unabhängigen Experten geprüft werden. Die Nutzung der Corona-Warn-App ist übrigens freiwillig. Du bist also nicht gezwungen, sie zu installieren.

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Was tun bei einer Warn­mel­dung?

Meldet dir dein Smartphone ein erhöhtes Risiko, hast du dich zuvor in näherer Umgebung zu einer Person mit einem positiven Testergebnis auf Covid-19 aufgehalten. In dem Fall solltest du telefonischen Kontakt aufnehmen mit einer dieser Stellen:

  • Hausarzt
  • ärzt­li­cher Bereit­schafts­dienst (Tele­fon­num­mer: 116 117)
  • Gesund­heits­amt

Es besteht allerdings keine Pflicht, sich dort zu melden.

Ob anschließend für dich ein Corona-Test beziehungsweise im weiteren Verlauf eine Krankschreibung oder eine häusliche Quarantäne erforderlich ist, entscheidet ein Arzt oder das Gesundheitsamt.

Die Meldung der Corona-Warn-App allein ist kein hinreichender Grund, nicht zur Arbeit zu gehen. Bleibst du trotzdem zu Hause, kann das für dich schwere Folgen haben. Dir droht dann im schlimmsten Fall eine Abmahnung oder sogar eine verhaltensbedingte Kündigung wegen Arbeitsverweigerung. Sprich dich am besten mit deinem Vorgesetzten über das Vorgehen nach einer Risikowarnung ab.

FAZIT
  • Die Corona-Warn-App gibt es für Smart­pho­nes.
  • Ihre Nutzung ist frei­wil­lig, kostenlos und anonym.
  • Wer die Warnung “Erhöhtes Risiko” erhält, sollte ärzt­li­chen Rat suchen.
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