Junge Frau mit Maske schaut im Bus auf ihr Handy © iStock.com/Bundesregierung

5. Juli 2021, 8:00 Uhr

So geht’s richtig Corona-Warn-App, Luca und CovPass: Das sollten Nutzer wissen

Mit der Corona-Warn-App setzt die Bundesregierung im Kampf gegen Covid-19 auch auf digitale Mittel. Zum technologischen Instrumentarium der Virusbekämpfung per Smartphone gehören mittlerweile auch die CovPass- und die Luca-App. Was die drei Tools für dich tun können und wie es mit dem Datenschutz aussieht, erfährst du hier.

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Das kann die Corona-Warn-App

Die kostenlose Corona-Warn-App ist im Auftrag der Bundesregierung entwickelt worden. Ihre Kernfunktion ist das Erkennen von Kontakten mit infizierten Personen. Die App meldet dir bei aktivierter Bluetooth-Funktion, wenn du dich kürzlich einem anderen App-Nutzer genähert hast, der mit dem Coronavirus infiziert war.

Voraussetzung dafür ist, dass ihr dabei über mehrere Minuten einen Abstand von nur wenigen Metern hattet – die jeweiligen Parameter werden von den Betreibern immer der aktuellen Infektionslage angepasst – und dass die Kontaktperson die Info über ihr positives Testergebnis in der Corona-App geteilt hat.

Du kannst über die Corona-App auch Daten zum allgemeinen Infektionsgeschehen abrufen. Es gibt außerdem ein Kontakt-Tagebuch, in dem Nutzer notieren können, welchen Freund, Bekannten oder Verwandten sie wann getroffen haben – und wer entsprechend im Fall eines positiven Testergebnisses umgehend zu benachrichtigen wäre.

Die App ermöglicht außerdem den Nachweis von Tests und Impfungen, zum Beispiel über ein Schnelltest-Profil und den digitalen Impfnachweises, den du in die App übernehmen kannst.

Daten­schutz spielt eine große Rolle

Aus datenschutzrechtlichen Gründen meldet sich die App nicht in Echtzeit, sondern mit einer Verzögerung. Der Standort des Aufeinandertreffens der User wird außerdem nicht gespeichert. Auch entscheidet jeder Angesteckte selbst, ob er seine Covid-19-Infektion in der App teilt und damit anonym als Risikofaktor für andere Nutzer registriert wird.

Zu diesem Zweck tauschen die Geräte untereinander Zufallscodes aus. Gehört einer zu einem Infizierten, zeigt dir die Corona-App eine entsprechende Warnung an. Das passiert – ebenfalls im Sinne des Datenschutzes – ausschließlich lokal auf deinem Smartphone. Alles läuft anonym ab und die Gültigkeit der Zufallscodes läuft nach 14 Tagen aus.

Auch musst du bei der Anmeldung in der App keine personenbezogenen Daten angeben, wie etwa deinen Namen oder deine E-Mail-Adresse. Weder du noch der Infizierte sind identifizierbar.

Logo der Corona-App

©istock.com/Bundesregierung

Was tun bei einer Warn­mel­dung der Corona-App?

Meldet dir dein Smartphone ein erhöhtes Risiko solltest du telefonischen Kontakt zum Hausarzt, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117) oder dem örtlichen Gesundheitsamt. Die Fachleute dort entscheiden über das weitere Vorgehen.

Die Meldung der Corona-Warn-App allein ist kein hinreichender Grund, nicht zur Arbeit zu gehen. Theoretisch kann dir dann eine Abmahnung oder sogar eine verhaltensbedingte Kündigung drohen. Da aber Gesundheit vorgeht und auch der Arbeitgeber vermutlich nicht möchte, dass du möglicherweise Kollegen ansteckst, findet ihr sicher eine Lösung. Sprich am besten zuerst mit deinem Vorgesetzten darüber, wie du dich jetzt verhalten sollst.

Was, wenn ich als Nutzer der Corona-App selbst positiv getestet wurde?

Dein eigener Corona-Test ist positiv ausgefallen? Die wichtigsten Maßnahmen:

  • Anwei­sun­gen des Haus­arz­tes und/oder des Gesund­heits­amts zur Qua­ran­tä­ne und zum Infek­ti­ons­schutz befolgen.
  • Im nächsten Schritt solltest du in der Corona-Warn-App die Infor­ma­ti­on teilen, dass du infiziert bist – denn nur so macht die App auch für andere Nutzer Sinn, die mit dir Kontakt hatten. Ver­pflich­tet bist du dazu aller­dings nicht.
  • Dein positives Test­ergeb­nis erscheint für dich sichtbar in der App, wenn du diesem Vorgehen bei der Pro­ben­ent­nah­me für den PCR-Test zuge­stimmt hast. Du kannst es dann in wenigen Schritten für deine Kontakte sichtbar machen – natürlich anony­mi­siert.

Erhältst du dein positives Testergebnis nicht direkt über die App, sondern auf anderem Weg, kannst du über eine kostenfreie Verifizierungshotline (Telefon 0800 754 0002) eine teleTAN abfragen. Sie ermöglicht es dir, dein Ergebnis selbst in der App einzutragen.

Was kann die CovPass-App?

Die CovPass-App des Robert-Koch-Instituts hat zurzeit nur eine Funktion: Sie erfasst Impfnachweise und dient damit als digitaler Impfpass – wie die Corona-Warn-App.

Hast du CovPass installiert, dann scannst du damit den QR-Code deines Covid-Testzertifikats ein. Daraus generiert wiederum die App in deinem Smartphone einen QR-Code, den du bei entsprechenden Aktivitäten als Nachweis vorlegst. Künftig (Stand: 5. Juli 2021) soll das Tool auch speichern, wenn du von einer Covid-19-Infektion genesen bist oder du ein negatives Testergebnis hast.

Was kann die Luca-App – und muss ich sie in Geschäf­ten nutzen?

Ähnlich wie die Corona-Warn-App ermöglicht es auch die kostenlose Luca-App, Infektionsketten nachzuvollziehen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Teilnahme an Veranstaltungen, Besuchen von Geschäften und gastronomischen Einrichtungen.

Die Luca-App ist eine sogenannte Check-in-App. Gastronomiebetriebe, Konzertveranstalter und Händler können damit die Kontaktdaten ihrer Gäste und Kunden per QR-Code erfassen. Dafür wird – anders als bei der Corona-Warn-App – einiges an personenbezogenen Daten erhoben: Nutzer müssen sich die Nutzer mit Name, Wohn- und E-Mail-Adresse sowie Mobilfunknummer in der App registrieren.

Mittels der Check-in-Daten führt die App automatisch ein Kontakt-Tagebuch. Sie gibt eine Warnung an potenzielle Kontaktpersonen aus, falls eine registrierte Person ihre Corona-Infektion über die Anwendung meldet.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Zuletzt forderten Datenschützer, die Erhebung von personenbezogenen Daten stärker einzuschränken. Die Daten werden laut dem Anbieter der Luca-App dezentral und codiert gespeichert. Erst wenn eine Infektion vorliegt, laufen sie bei den Gesundheitsämtern zusammen und lassen sich entschlüsseln. Auf Nachfrage musst du bei der Nutzung der App deinen Personalausweis oder Reisepass vorlegen.

Die Nutzung aller drei Apps ist übrigens freiwillig – auch wenn es beispielsweise manche Händler und Gastwirte gern sehen würden, wenn alle ihre Kunden beziehungsweise Gäste sich über Luca anmelden, damit sie sich die aufwendige Zettelwirtschaft für die Kontaktnachverfolgung sparen können. Theoretisch dürfen sie das verlangen und sich damit auf ihr Hausrecht berufen. Fehlt dafür den Kunden aber das Verständnis und spricht sich dies herum, könnte das für Geschäftsinhaber schnell zum Nachteil werden.

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