Logo der Corona-App © iStock.com/Bundesregierung

1. März 2021, 10:00 Uhr

So geht’s richtig Corona-App: Das musst du wissen

Die Bundesregierung bietet den Bürgern in Deutschland ein digitales Mittel im Kampf gegen Covid-19 an: Die Corona-App – offiziell: Corona-Warn-App – für Smartphones soll helfen, das Risiko unerkannter Infektionen zu vermindern. An der Programmierung beteiligt sind unter anderem das Robert-Koch-Institut und der Software-Entwickler SAP. Der Download ist kostenlos.

Ob krank oder gesund – wir stehen dir in jeder Lebenslage bei. >>

Wie und wann warnt die Corona-App?

Die Corona-Warn-App gibt es für Geräte mit iOS- und Android-Betriebssystemen. Sie steht zum Download im App-Store von Apple und im Google-Play-Store bereit. Seit dem Start der App Mitte 2020 gab es bereits einige Updates und Funktionserweiterungen, die App wird laufend weiterentwickelt. Hier finden Sie alle Informationen über die Services von ADVOCARD

Die Nutzung der Corona-Warn-App ist freiwillig. Du bist also nicht verpflichtet, sie zu installieren.

Nach der Installation und Einrichtung erkennt die App bei aktivierter Bluetooth-Funktion, wenn du dich kürzlich einem anderen App-Nutzer genähert hast, der mit dem Coronavirus infiziert war.

Voraussetzung dafür ist,

  • dass ihr dabei über mehrere Minuten einen Abstand von nur wenigen Metern hattet
  • und dass die Kon­takt­per­son die Info über ihr positives Test­ergeb­nis in der Corona-App geteilt hat.

Insgesamt verfügt die App über drei unterschiedliche Warnhinweise:

  • Niedriges Risiko: Hier hat eine Über­prü­fung ergeben, dass du offenbar mit keiner als “erkrankt” regis­trier­ten Person in engem Kontakt warst. Oder du bist viel­leicht in der Nähe einer infi­zier­ten Person gewesen, hast aber die ent­spre­chen­den Schwel­len­wer­te für eine Warnung nicht erreicht.
  • Erhöhtes Risiko: Damit wirst du darüber infor­miert, dass du einem erhöhten Infek­ti­ons­ri­si­ko aus­ge­setzt warst. Du warst also in den letzten 14 Tagen mit einer infi­zier­ten Person über mehrere Minuten auf engem Raum.
  • Unbe­kann­tes Risiko: Die Ermitt­lung des Infek­ti­ons­ri­si­kos hat nicht lange genug gedauert, um es zu berechnen.

Ab welcher Kontaktdauer und welcher Distanz gilt eine Begegnung als riskant? Diese Einstellung können die Betreiber der App an die jeweils aktuelle Pandemielage anpassen. Zuletzt führten etwa die neu aufgetretenen Mutationen des Coronavirus dazu, dass derzeit (Stand: März 2021) auch Kurzkontakte ab fünf Minuten Länge berücksichtigt werden.

In der Corona-App können auch Daten zum allgemeinen Infektionsgeschehen abgerufen werden, etwa die aktuelle 7-Tage-Inzidenz und der R-Wert. Außerdem gibt es ein Kontakt-Tagebuch, in dem Nutzer notieren können, welchen Freund, Bekannten oder Verwandten sie wann getroffen haben – und wer entsprechend im Fall eines positiven Testergebnisses umgehend zu benachrichtigen wäre. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn die Person kein Nutzer der App ist.

Corona-App: Das musst du wissen

Daten­schutz spielt eine große Rolle

Aus datenschutzrechtlichen Gründen meldet sich die App nicht in Echtzeit, sondern mit einer Verzögerung. Der Standort des Aufeinandertreffens der User wird außerdem nicht gespeichert. Auch entscheidet jeder Angesteckte selbst, ob er seine Covid-19-Infektion in der App teilt und damit anonym als Risikofaktor für andere Nutzer registriert wird.

Zu diesem Zweck tauschen die Geräte untereinander Zufallscodes aus. Gehört einer zu einem Infizierten, zeigt dir die Corona-App eine entsprechende Warnung an. Konkret erhältst du bei Bedarf den Hinweis “Erhöhtes Risiko”. Das passiert – ebenfalls im Sinne des Datenschutzes – ausschließlich lokal auf deinem Smartphone. Alles läuft anonym ab und die Gültigkeit der Zufallscodes läuft nach 14 Tagen aus.

Auch musst du bei der Anmeldung in der App keine personenbezogenen Daten angeben, wie etwa deinen Namen oder deine E-Mail-Adresse. Weder du noch der Infizierte sind identifizierbar.

Um eine größtmögliche Sicherheit zu bieten, waren der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in die Entwicklung der Corona-Warn-App einbezogen. Außerdem ist der Quellcode des Programms öffentlich und kann so jederzeit von unabhängigen Experten geprüft werden.

Was tun bei einer Warn­mel­dung der Corona-App?

Meldet dir dein Smartphone ein erhöhtes Risiko, hast du dich zuvor in näherer Umgebung zu einer Person mit einem positiven Testergebnis auf Covid-19 aufgehalten. In dem Fall solltest du telefonischen Kontakt aufnehmen mit einer dieser Stellen:

  • Hausarzt
  • ärzt­li­cher Bereit­schafts­dienst (Tele­fon­num­mer: 116 117)
  • örtliches Gesund­heits­amt

Ob anschließend für dich ein Corona-Test beziehungsweise im weiteren Verlauf eine Krankschreibung oder eine häusliche Quarantäne erforderlich ist, entscheidet ein Arzt oder das Gesundheitsamt.

Die Meldung der Corona-Warn-App allein ist kein hinreichender Grund, nicht zur Arbeit zu gehen. Theoretisch kann dir dann eine Abmahnung oder sogar eine verhaltensbedingte Kündigung drohen. Da aber Gesundheit vorgeht und auch der Arbeitgeber vermutlich nicht möchte, dass du möglicherweise Kollegen ansteckst, findet ihr sicher eine Lösung. Sprich am besten zuerst mit deinem Vorgesetzten darüber, wie du dich jetzt verhältst.

Was, wenn ich als Nutzer der App selbst positiv getestet wurde?

Dein eigener Corona-Test ist positiv ausgefallen? Die wichtigsten Maßnahmen:

  1. Anwei­sun­gen des Haus­arz­tes und/oder des Gesund­heits­amts zur Qua­ran­tä­ne und zum Infek­ti­ons­schutz befolgen.
  2. Im nächsten Schritt solltest du in der Corona-Warn-App die Infor­ma­ti­on teilen, dass du infiziert bist – denn nur so macht die App auch für andere Nutzer Sinn, die mit dir Kontakt hatten. Ver­pflich­tet bist du dazu aller­dings nicht.

Dein positives Testergebnis erscheint für dich sichtbar in der App, wenn du diesem Vorgehen bei der Probenentnahme für den PCR-Test zugestimmt hast. Du kannst es dann in wenigen Schritten für deine Kontakte sichtbar machen – natürlich anonymisiert.

Erhältst du dein positives Testergebnis nicht direkt über die App, sondern auf anderem Weg, kannst du über eine kostenfreie Verifizierungshotline (Telefon 0800 754 0002) eine teleTAN abfragen. Sie ermöglicht es dir, dein Ergebnis selbst in der App einzutragen.

FAZIT
  • Die Corona-Warn-App gibt es für Smart­pho­nes. Ihre Nutzung ist frei­wil­lig, kostenlos und anonym.
  • Die App infor­miert aus Daten­schutz­grün­den zeit­ver­setzt und arbeitet mit Zufalls­codes, deren Gül­tig­keit nach 14 Tagen ausläuft.
  • Wer die Warnung “Erhöhtes Risiko” erhält, sollte ärzt­li­chen Rat suchen.
  • Wer selbst ein positives Test­ergeb­nis erhält, sollte dieses in der App teilen, damit Kontakte gewarnt werden.
Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.