Men­schen­men­ge in der Stadt Streit­kul­tur Pavlo Vakhrus­hev, Fotolia

27. November 2015, 17:35 Uhr

Feature Streit­kul­tur: Die deutsche Streit­lust nimmt weiter zu

Deutschlands großer Streitatlas – eine Analyse, bei der über eine Million Streitfälle deutscher Privatpersonen ausgewertet wurden, deckt auf, dass die deutsche Streitbereitschaft im Vergleich zu 2012 noch gestiegen ist. Dank der immensen Informationsvielfalt sind die Bürger über ihre Rechte stärker im Bilde als je zuvor. Waren es 2012 noch 20,9 Streitfälle pro hundert Einwohner, sind es 2014 schon 22,3 Streitereien.

Die Süddeutschen streiten sich im Vergleich zu Ihren norddeutschen Mitbürgern weniger. Vor allem in großen Städten kommt es gegenüber ländlichen Regionen häufiger zu Auseinandersetzungen. In der Gegenüberstellung aller Bundesländer entpuppt sich Berlin mit 29,3 Streitfällen pro hundert Einwohner als Streithochburg. Hierzu Anja-Mareen Decker, Leiterin der Rechtsabteilung der ADVOCARD Rechtsschutzversicherung: „Berlin ist das Bundesland mit der höchsten Bevölkerungsdichte. Mehr Menschen auf engem Raum bedeuten häufig auch mehr Anlass zum Streit.“ Vor allem in den letzten drei Jahren hat die Hauptstadt einen enormen Bevölkerungszuwachs erlebt. So musste das Bundesland 45.000 Neu-Berliner pro Jahr aufnehmen. Das bedeutet, dass mittlerweile etwa 4.000 Menschen auf einem Quadratkilometer leben. Im friedlichen Bayern sind es dagegen nur 180 Personen. Die Streitquote beträgt hier lediglich 18,8 Streitfälle pro hundert Einwohner.

Streit­kul­tur in bevöl­ke­rungs­rei­chen Regionen besonders aus­ge­prägt

Der Mensch schützt, was ihm wichtig ist. So streiten drehen sich 38,1 Prozent der Streitfälle in Berlin um private Themen. Wenn es um beschädigte Ware geht, um Uneinigkeiten mit dem Finanzamt oder einem Reiseveranstalter, ist der Weg zum Anwalt für die Bewohner des Stadtstaates nicht fern. Da verfügbare Wohnungen knapp sind und das Heim sorgsam gepflegt wird, liegt auch der Anteil der Streitfälle zu Wohn- und Mietrechtsthemen mit 18,1 Prozent im Vergleich über der von anderen Bundesländern. Ebenso auffällig ist, dass zunehmend junge Berliner zwischen 18 und 35 Jahren in Rechtsstreitigkeiten verwickelt sind. Ihr Anteil an den Streitigkeiten beträgt 22,1 Prozent. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der über 66-Jährigen an Konflikten nur halb so hoch: 11 Prozent der Streits werden von Berlinern über 66 Jahre geführt.

Mit Blick auf die größten Städte Deutschlands hat Leipzig eine besonders ausgeprägte Streitkultur. Mit fast 30 Streitfällen pro hundert Einwohner liegen sich die Leipziger öfter in den Haaren als der Rest der Republik. Auf Platz zwei folgen die sonst so frohen Kölner Jecken: Hier zoffen sich von hundert Einwohnern 29,6.

Bei zwei Drittel der bundesweiten Streitfälle zanken Betroffene um Beträge bis zu 2.000 Euro. Bei jedem zehnten Fall geht es aber schon um weitaus höhere Summen. Wer eine Rechtsschutzversicherung besitzt, ist hier für den Fall der Fälle bestens vorbereitet. Neben einer kostenlosen Rechtsberatung vermittelt die Rechtsschutzversicherung auf Wunsch kompetente Anwälte. Kommt es zum Prozess, brauchen sich Betroffene über die Kostenübernahme keine Gedanken zu machen. Und wenn der Rechtsstreit dann Monate andauert oder gar mehr als ein Jahr – wie in fast 40 Prozent der Streitfälle – hilft der Rechtsschutzversicherer, im Ernstfall ein wenig gelassener zu bleiben.


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