Heim­ar­beit: Die Rechts­la­ge im Home-Office © iStock / super­si­zer

15. April 2020, 8:00 Uhr

So geht’s richtig Heim­ar­beit: Die Rechts­la­ge im Home-Office

Im Home-Office zu arbeiten, spart vielen Beschäftigten Nerven und Zeit: Die Arbeitszeiten können bei der Heimarbeit flexibel eingeteilt, Job und Familie leichter unter einen Hut gebracht werden. Arbeiten im Home-Office verspricht viele Freiheiten – und in Zeiten der Corona-Pandemie zusätzlich Schutz vor Ansteckung durch Kollegen am Arbeitsplatz. Es gibt jedoch ein paar rechtliche Besonderheiten und Regeln, die du zu dem Thema kennen solltest.

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Recht auf Heim­ar­beit?

Einen gesetzlichen Anspruch auf Home-Office hast du nicht. Umgekehrt kann dein Chef nicht einseitig Arbeit von zu Hause aus anordnen. Folgende Voraussetzungen gelten fürs Home-Office:

  • Du und dein Arbeit­ge­ber müssen sich bei Bedarf darauf einigen.
  • Unter Umständen kann sich ein Recht auf Heim­ar­beit aus dem Arbeits­ver­trag oder einer Betriebs­ver­ein­ba­rung ergeben. Meist ist dort zumindest die Option von zu Hause aus zu arbeiten angegeben – der Arbeit­ge­ber muss im konkreten Fall aber immer zustimmen.
  • Die Heim­ar­beit muss technisch möglich und sinnvoll sein. Fließ­band­ar­bei­ter in einer Fabrik können ihren Job kaum in ihrer Wohnung erledigen. Das gilt zum Beispiel auch für Personal in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen oder im Super­markt.
  • Ein Anspruch auf Gleich­be­hand­lung existiert nicht: Ist es einem Kollegen gestattet, im Home-Office zu arbeiten, ist es deshalb nicht auto­ma­tisch für alle anderen Mit­ar­bei­ter auch erlaubt.

„Corona-Ausnahme“: Ist ein Kollege von dir an Covid-19 erkrankt, dann brauchst du nicht ins Büro zu kommen. Es sei denn, dein Arbeitgeber sorgt dort für geeignete Schutzmaßnahmen. Das ergibt sich aus seiner Fürsorgepflicht gegenüber seiner Belegschaft. Dieser Auflage kann er beispielsweise nachkommen, indem er Home-Office einführt. Hält er sich nicht an die Anordnung, kannst du dich auf dein Leistungsverweigerungsrecht berufen.

Kommt es zu Heimarbeit, dann sollten alle wichtigen Fragen in einer Home-Office-Vereinbarung oder arbeitsvertraglich geregelt werden. Beide Seiten halten dabei schriftlich fest, welche Aufgaben von zu Hause aus zu erledigen sind, ob und wann der Arbeitnehmer etwa zu Meetings in die Firma kommt und in welchem Stundenumfang er von zu Hause aus arbeitet.Bei Arbeitsrechtsfragen sind wir Ihr Partner!

Wer kommt für die Kosten im Home­of­fice aus?

Möchtest oder musst du vom heimischen Schreibtisch aus arbeiten, brauchst du dafür die richtige Ausstattung. Darüber solltest du mit deinem Arbeitgeber sprechen. Die Frage ist, ob du beispielsweise deinen eigenen Schreibtisch, PC und dein eigenes Telefon im Home-Office nutzt oder ob das Unternehmen die Gerätschaften stellt.

Arbeitest du mit deinen persönlichen Utensilien, kann sich dein Chef gegebenenfalls an den dadurch entstehenden Kosten beteiligen – dazu zählen zum Beispiel auch Zuzahlungen       für Strom, Miete und Heizung. In der Regel bekommen Arbeitnehmer eine monatliche Pauschale, um die Kosten im Home-Office abzudecken. Wird das Modell Heimarbeit jedoch allein auf den Wunsch des Angestellten hin umgesetzt, kann er nicht verlangen, dass sein Arbeitgeber ihn technisch ausstattet oder finanziell unterstützt. Übrigens: Schaffst du dir extra fürs Home-Office eine Ausrüstung an, kannst du sie steuerlich absetzen.

Ereignet sich im Home-Office ein arbeitsbedingter Unfall, dann kommt die Unfallversicherung des Arbeitgebers dafür auf. Und wie gesagt: Besprich im Vorfeld von geplanter Heimarbeit möglichst alle Details mit deinem Chef – so sind beide Parteien auf der sicheren Seite.

FAZIT
  • Einen Anspruch auf Home-Office gibt es nicht.
  • Alle wichtigen Fragen und Umstände sollten Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber mit­ein­an­der klären und schrift­lich fixieren.
  • Bei einem arbeits­be­ding­ten Unfall im Home-Office übernimmt die Unfall­ver­si­che­rung des Arbeit­ge­bers die Fol­ge­kos­ten.
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