Paar bei der Wohnungsbesichtigung © iStock.com/AzmanL

26. März 2026, 15:34 Uhr

So geht's richtig Worauf achten bei der Woh­nungs­be­sich­ti­gung? Fragen, Unter­la­gen und Tipps

Die Wohnungsanzeige klingt perfekt, der Besichtigungstermin steht – und plötzlich tauchen viele Fragen auf: Worauf musst du achten? Welche Fragen solltest du beim Termin stellen? Und welche Unterlagen solltest du dabeihaben? Bei einer Wohnungsbesichtigung entscheidet sich oft in wenigen Minuten, ob eine Wohnung wirklich passt. Mit der richtigen Vorbereitung triffst du bessere Entscheidungen und vermeidest hohe Kosten.

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Vor­be­rei­tung auf die Woh­nungs­be­sich­ti­gung: Termine sichern und gut planen

Bevor du überhaupt einen Besichtigungstermin anfragst, solltest du das Exposé einer Wohnung genau prüfen. Denn darin stehen viele entscheidende Informationen, etwa zur Wohnfläche, Lage oder zu den Nebenkosten. Nur so kannst du schnell entscheiden, ob sich eine Anfrage überhaupt lohnt.

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Fragen, die du dir vorher stellen solltest, sind etwa:

  • Wie viele Zimmer brauche ich?
  • Wie hoch sollte die Warmmiete maximal sein?
  • Welche Kriterien sind für dich unver­zicht­bar (z. B. Balkon, Lage, Stellplatz)?
  • Welche Kom­pro­mis­se bist du bereit einzugehen?

Erst wenn die Wohnung grundsätzlich passt, solltest du Kontakt aufnehmen. Auf angespannten Wohnungsmärkten, wie zum Beispiel in Großstädten, gilt: Wer zu lange zögert, bekommt oft keinen Termin mehr. Reagiere daher zügig und bestätige Besichtigungstermine möglichst schnell, wenn eine Wohnung für dich infrage kommt.

Auch praktische Vorbereitung zahlt sich aus: Miss größere Möbelstücke aus oder notiere dir Mindestmaße für wichtige Räume. So kannst du vor Ort schneller einschätzen, ob die Wohnung für dich alltagstauglich ist.

Besonders wichtig: Plane den Besichtigungstermin möglichst bei Tageslicht und wochentags ein. Nur dann erkennst du Mängel wie Feuchtigkeit, schlechte Lichtverhältnisse oder Lärmquellen zuverlässig. Wenn möglich, versuche einen Einzeltermin zu vereinbaren – bei Sammelbesichtigungen bleibt oft wenig Zeit für Fragen.

Wenn du den Termin nicht wahrnehmen kannst, solltest du die Wohnungsbesichtigung rechtzeitig absagen. Gerade größere Hausverwaltungen oder Makler betreuen oft mehrere Objekte gleichzeitig und führen Interessentenlisten. Ein unentschuldigtes Nichterscheinen kann dazu führen, dass du bei künftigen Anfragen eventuell schlechtere Chancen hast.

Gut zu wissen: Ist die Wohnung noch bewohnt, darf der Vermieter Besichtigungen nicht eigenmächtig durchführen. Termine müssen grundsätzlich mit dem aktuellen Mieter abgestimmt werden.

INFO

Die wich­tigs­ten Fragen bei der Wohnungsbesichtigung

Viele Informationen sind im Exposé oft nicht enthalten. Deshalb solltest du offene Punkte während der Besichtigung klären.

  • Welche Hei­zungs­art wird genutzt und wie alt ist die Anlage?
  • Wie setzen sich die Neben­kos­ten zusammen?
  • Gibt es Erfah­rungs­wer­te hin­sicht­lich der Höhe oder Anstieg?
  • Liegt ein Ener­gie­aus­weis gemäß Vor­la­ge­pflicht § 80 Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz (GEG) vor?
  • Gibt es zusätz­li­che Kosten, z. B. für Stell­platz oder Hausmeister?
  • Welche Regeln gelten laut Haus­ord­nung(z. B. Win­ter­dienst oder Kehrwoche)?
  • Sind Haustiere erlaubt?

Auch Fragen zu Internetanschlüssen, geplanten Modernisierungen oder zur letzten Renovierung können entscheidend sein. Je mehr du vor Ort klärst, desto geringer ist das Risiko späterer Überraschungen.

Check­lis­te für die Woh­nungs­be­sich­ti­gung: Worauf du vor Ort achten solltest

Bei einer Besichtigung bleibt oft nur wenig Zeit für einen vollständigen Eindruck. Ohne Struktur kannst du deshalb schnell wichtige Details übersehen, vor allem, wenn mehrere Interessenten gleichzeitig vor Ort sind.

Beginne mit der Umgebung. Sie entscheidet maßgeblich darüber, ob du dich langfristig wohlfühlst. Achte dabei etwa auf:

  • Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten und Infrastruktur
  • Anbindung an Bus, Bahn oder andere Verkehrsmittel
  • Mögliche Lärm­quel­len wie Stra­ßen­ver­kehr oder Gewerbebetriebe
  • Grün­flä­chen, Spiel­plät­ze oder Freizeitangebote

Wirf anschließend einen Blick auf das Gebäude. Der Zustand von Fassade, Eingang und Treppenhaus kann viel über die Pflege der Immobilie verraten. Wichtige Punkte sind hier zum Beispiel:

  • Sau­ber­keit im Trep­pen­haus
  • Zustand von Dach, Fenstern, Fassade und Schornsteinen/Rauchabzügen
  • vor­han­de­ne Gemein­schafts­räu­me oder Fahrradkeller

In der Wohnung solltest du auf den baulichen Zustand achten. Besonders relevant sind:

  • Fenster und Türen (Dich­tig­keit und Zustand)
  • Böden und Wände (Abnutzung oder Schäden)
  • Bad und Küche (Sani­tär­an­la­gen, Alter, Funktionsfähigkeit)
  • Hinweise auf Feuch­tig­keit oder Schimmel (Geruch, Flecken u. w.)

Auch Details, die auf den ersten Blick nebensächlich wirken, können später großen Einfluss auf deinen Alltag haben: etwa die Anzahl der Steckdosen, Stauraum oder ein ungünstiger Grundriss. Mängel sollten später auch im Wohnungsübergabeprotokoll dokumentiert werden, um Streit zu vermeiden.

Tipp: Unsere praktische Checkliste zum Ausdrucken findest du hier: Checkliste Wohnungsbesichtigung

© iStock.com/alvarez

Tipps für den Besich­ti­gungs­ter­min: So hin­ter­lässt du einen guten Eindruck

Bei der Besichtigung prüfst nicht nur du die Wohnung – auch der Vermieter oder Makler entscheidet, wer in die engere Auswahl kommt. Der persönliche Eindruck spielt dabei eine größere Rolle, als viele denken.

Neben Pünktlichkeit und einem gepflegten Auftreten kommt es vor allem auf dein Verhalten im Gespräch an. Folgende Regeln helfen dir:

  • Werde aktiv: Gerade bei Sam­mel­ter­mi­nen ist es wichtig, selbst Fragen zu stellen und präsent zu sein.
  • Bleib sachlich: Per­sön­li­che Details sind zweit­ran­gig, relevant sind Zuver­läs­sig­keit und finan­zi­el­le Stabilität.
  • Zeige Interesse, aber ohne Druck: Du kannst deine ernst­haf­te Absicht signa­li­sie­ren, ohne dich sofort festzulegen.
  • Achte auf Warn­si­gna­le: Wenn du zu schnellen Zusagen gedrängt wirst oder Unter­la­gen sofort verlangt werden, solltest du vor­sich­tig sein.

Seriöse Vermieter geben dir Zeit für eine Entscheidung. Unterschreibe daher nichts direkt vor Ort und prüfe alle Unterlagen in Ruhe.

INFO

Woh­nungs­be­sich­ti­gung: Diese Dokumente solltest du mitbringen

Nach der Besichtigung fällt die Entscheidung oft schnell. Wer vorbereitet ist, hat einen klaren Vorteil.

Typische Dokumente sind:

Auch Fragen zu Internetanschlüssen, geplanten Modernisierungen oder zur letzten Renovierung können entscheidend sein. Je mehr du vor Ort klärst, desto geringer ist das Risiko späterer Überraschungen.

Dis­kri­mi­nie­rung bei der Woh­nungs­su­che: Deine Rechte bei der Wohnungsbesichtigung

Bei der Wohnungssuche gilt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG): Nach § 19 AGG dürfen Vermieter oder Makler Interessenten grundsätzlich nicht wegen bestimmter persönlicher Merkmale benachteiligen.

Dazu zählen insbesondere:

  • ethnische Herkunft
  • Religion oder Weltanschauung
  • Geschlecht
  • Alter
  • Behin­de­rung

Wie relevant das in der Praxis ist, zeigt ein Urteil des Bundesgerichtshofs: Eine Wohnungssuchende mit ausländisch klingendem Namen erhielt keinen Besichtigungstermin, während identische Anfragen mit deutsch klingenden Namen erfolgreich waren.

Der BGH stellte klar: Auch Makler können für eine solche Benachteiligung haften (AZ I ZR 129/25). Grundlage dafür ist § 21 Abs. 2 AGG, der einen Anspruch auf Schadensersatz oder Entschädigung vorsieht.

Für Wohnungssuchende bedeutet das: Wenn du den Eindruck hast, wegen persönlicher Merkmale benachteiligt zu werden, solltest du Belege sichern, etwa E-Mails oder unterschiedliche Antworten auf vergleichbare Anfragen. Diese können später entscheidend sein, um deine Rechte durchzusetzen.

FAQ

  • Wie lange dauert eine Wohnungsbesichtigung?

Wie lange eine Wohnungsbesichtigung dauert, hängt von mehreren Faktoren ab – etwa von der Art des Termins, der Größe der Wohnung und der Anzahl der Interessenten. Während Sammelbesichtigungen oft sehr knapp ausfallen, hast du bei Einzelterminen in der Regel deutlich mehr Zeit.

  • Wie läuft eine Woh­nungs­be­sich­ti­gung ab?

In der Regel besichtigst du die Räume, stellst Fragen zum Objekt und klärst organisatorische Details mit Vermieter oder Makler.

  • Was sollte ich zur Woh­nungs­be­sich­ti­gung mitbringen?

Neben Notizen sind vor allem wichtige Unterlagen wie Selbstauskunft, SCHUFA-Auskunft und Gehaltsnachweise sinnvoll, um bei Interesse direkt reagieren zu können.

SERVICE

Was passiert, wenn du durch einen Wohnungsbrand alles verlierst? Was, wenn ein Wasserschaden deine Einrichtung ruiniert oder Einbrecher deine Wohnung ausrauben? Abgesehen von Ärger und Aufregung hat das vor allem finanzielle Folgen.

Um sich vor diesen und anderen Gefahren zu schützen, ist eine Hausratversicherung sinnvoll. Die Generali bietet einen umfangreichen Schutz. Mehr dazu hier.

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