Fristen, Form und Co. Martin Jaku­bow­ski, Fotolia

27. Januar 2015, 16:06 Uhr

Fristen, Form und Co. Neben­kos­ten­ab­rech­nung prüfen: Streit mit Vermieter vermeiden

Jedes Jahr bekommen deutsche Mieter die Abrechnung für Mietnebenkosten ins Haus. Dann heißt es: Nebenkostenabrechnung prüfen. So können Sie sicher sein, dass Sie auch wirklich nur das zahlen, zu dem Sie rechtlich verpflichtet sind. Das sind Sie übrigens ohnehin nur dann, wenn dies vorher vertraglich vereinbart wurde. Damit hilft der Gesetzgeber Mietern, ihre Ausgaben im Blick zu behalten. Im Mietvertrag muss der Vermieter zu diesem Zweck vorab alle denkbaren Posten einzeln nennen, die in einer Nebenkostenabrechnung auf die Mieter zukommen könnten.

Mit uns sind Sie bestens informiert. Lassen Sie sich beraten. >>

Bitten Sie um Einsicht in die Ori­gi­nal­un­ter­la­gen

Eine Nebenkostenabrechnung zu erstellen, ist eine aufwendige Aufgabe für den Vermieter, die gewissenhaft erfüllt werden sollte. Dennoch schleichen sich immer wieder kleine Fehler in die Abrechnung der Mietnebenkosten ein. Dies birgt großes Konfliktpotenzial in der Beziehung zwischen Mieter und Vermieter. Wenn Sie als Mieter Ihre Nebenkostenabrechnung prüfen und Ihnen fallen einige Ungereimtheiten auf, lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Ihrem Vermieter sofort eine böse Absicht zu unterstellen. Vielleicht hat er sich im Eifer des Gefechts einfach nur vertan – suchen Sie deshalb in aller Ruhe das Gespräch und haken Sie nach. Bitten Sie um Einsicht in die Originalunterlagen oder um Kopien. Im Ernstfall können Sie sich mit Ihrer Nebenkostenabrechnung an den örtlichen Mieterbund wenden oder die Abrechnung der Mietnebenkosten von einem Anwalt prüfen lassen.

Einzelne Posten auf Neben­kos­ten­ab­rech­nung prüfen

Eine Nebenkostenabrechnung hat oft mehrere Seiten, auf denen die einzelnen Posten wie Kosten für Heizung, Wasser, Abwasser, Müllabfuhr und Hausreinigung aufgelistet werden. Trotz der vielen Zahlen muss die Abrechnung lesbar bleiben, entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem Urteil (AZ 24 U 99/02). Danach muss der Mieter ohne besondere juristische oder betriebswirtschaftliche Kenntnisse imstande sein, die Nebenkostenabrechnung zu prüfen und nachzuvollziehen. Dafür sollte die Abrechnung stets in Schriftform zugestellt werden. Achten Sie beim Prüfen nicht nur auf die korrekten Summen für einzelne Posten, sondern auch auf den Verteilerschlüssel.

Wurde Frist gewahrt?

Wenn Sie Ihre Nebenkostenabrechnung prüfen, sollten Sie auch darauf achten, dass Ihr Vermieter die Frist wahrt: Der Abrechnungszeitraum beträgt nach § 556 III BGB in der Regel zwölf Monate. Um Streit zu vermeiden, steht der Vermieter in der Pflicht, die Abrechnung der Mietnebenkosten innerhalb eines Jahres nach Ende des Abrechnungszeitraums zu erstellen und dem Mieter zukommen zu lassen.

Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.