Ärger im Internet: Richtig reagieren bei Mobbing, Datenklau, Spam & Co. © istock.com/PeopleImages

23. November 2021, 9:00 Uhr

Ärger im Internet: Richtig reagieren bei Mobbing, Datenklau, Spam & Co.

So sehr das Internet uns den Alltag erleichtert: Es kann auch für eine Menge Ärger sorgen – in verschiedensten Lebensbereichen. Manche nutzen die Anonymität im Netz, um zu pöbeln und zu beleidigen bis hin zu richtig fiesem Cybermobbing. Kriminelle stehlen Daten oder sogar ganze Identitäten und können damit finanziellen Schaden anrichten. Von Spam ist wohl fast jeder Internetnutzer genervt und selbst ein privater Strick-Blog kann dir Ärger mit dem Gesetz einbringen. Wir geben einen Überblick, wie du mit diesen Phänomenen richtig umgehst.

Inhalt 

>> Wichtige Gesetze bei Ärger im Netz

>> Ärger mit Cybermobbing und Trollen

>> Ärger mit Cyberkriminellen: Daten- und Identitätsdiebstahl

>> Ärger mit unerwünschten Mails: Spam

>> Ärger mit der eigenen Website: Rechtliche Fallstricke
 
>> Weitere Artikel zum Thema Ärger im Internet
 

Wichtige Gesetze bei Ärger im Netz

Grundsätzlich gilt: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Im Gegenteil: Rechtlich gesehen, macht es keinen Unterschied, ob du online oder offline unterwegs bist. Was im direkten Umgang miteinander nicht erlaubt ist, ist auch im Internet illegal. Es gibt zwar einige Gesetze, die sich explizit nur auf das Internet beziehen. Aber im Großen und Ganzen gelten für dein Verhalten im Netz dieselben Regeln wie in der realen Welt. Zum Beispiel das

  • Zivil­recht bei Ver­trags­ab­schlüs­sen, etwa beim Onlineshopping
  • Straf­recht bei Betrug, Belei­di­gun­gen oder Volksverhetzung
  • Urhe­ber­recht beim Ver­öf­fent­li­chen von Inhalten

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelt unter anderem, wofür persönliche Daten von Internetnutzern verwendet werden dürfen. Aber auch als Privatperson bist du verpflichtet, die Daten Dritter zu schützen.

Das Telemediengesetz (TMG) legt die rechtlichen Rahmenbedingungen für nahezu alle Onlinedienste fest. Darunter fallen unter anderem Webshops, Suchmaschinen, Podcasts, Dating-Portale und auch private Webseiten und Blogs. Das TMG enthält zum Beispiel Regelungen zur Impressumspflicht, zur Herausgabe von Daten und zur Bekämpfung von Spam.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) soll dazu beitragen, dass die Verbreitung von strafbaren Inhalten, Hassnachrichten und Fake News in sozialen Netzwerken identifiziert und geahndet werden kann. Seit 2021 sind Anbieter sozialer Netzwerke darüber hinaus verpflichtet, besonders schwere Straftaten direkt an das Bundeskriminalamt (BKA) zu melden.

 
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Ärger mit Cybermob­bing und Trollen

Hetze und Beleidigungen sind online leider ein verbreitetes Phänomen. Im Schutze der Anonymität, die das Internet bietet, pöbelt es sich eben deutlich leichter als im echten Leben. Aber: Betroffene haben Rechte und müssen nicht alles auf sich sitzen lassen.

Trolle und Hater: Hauptsache Ärger

In sozialen Netzwerken, in Foren, aber auch in Kommentarspalten auf Webseiten und Blogs, sind sogenannte Internet-Trolle auf der Suche nach Streit. Manche provozieren nur durch unsachliche Kommentare. Oft wird es aber auch persönlich – obwohl solche Hater ihre Opfer in den meisten Fällen gar nicht kennen. Das hält sie allerdings nicht davon ab, ausfallend und beleidigend zu werden.

Wen sie attackieren, ist ihnen dabei meist völlig egal. Wenn du aus heiterem Himmel im Netz angepöbelt wirst, hat das oft gar nichts mit dir persönlich zu tun. Letztendlich geht es Trollen nur um Aufmerksamkeit. Wenn du einige Verhaltensregeln beachtest, kannst du ihnen oft schon den Wind aus den Segeln nehmen. Wie du richtig auf Hater reagierst, liest du in diesem Streitlotse-Ratgeber.

Ist bei den verbalen Attacken die Grenze zur Straftat überschritten, können sich Nutzer sozialer Netzwerke auf ihre Rechte nach dem NetzDG berufen. Sie haben unter anderem ein Beschwerderecht und der Netzwerk-Anbieter muss entsprechende Inhalte innerhalb einer bestimmten Frist löschen. Die Frage, was noch von der Meinungsfreiheit gedeckt ist und was strafbar ist, ist dabei aber nicht immer auf den ersten Blick eindeutig zu beantworten. Wer von Beleidigungen und Hass im Netz betroffen ist, sollte sich daher juristisch beraten lassen.
 

© Fotolia/sdecoret

Streitkultur im Internet – das Experteninterview
Warum eskaliert Streit im Netz so häufig? Wie beeinflusst das Internet unsere Kommunikation? Welche Auswirkungen hat Cybermobbing auf Betroffene? Dr. Eva Wlodarek hat Antworten und verrät im Interview, wie du Streit im Internet deeskalierst. Mehr erfährst du hier.

 
Damit sich niemand mehr hinter Nicknames oder Fake-Accounts verstecken kann, wird zudem immer wieder über eine Klarnamenpflicht für soziale Netzwerke diskutiert.

Bislang gibt es dafür allerdings keine rechtlich bindenden Regelungen. Immer wieder geht es dabei um § 13 Absatz 6 Telemediengesetz (TMG): Demnach müssen es Diensteanbieter ermöglichen, dass ihre Nutzer anonym auftreten können. Dagegen steht, dass zum Beispiel Facebook von seinen Nutzern verlangt, ihren bürgerlichen Namen anzugeben.
 

© istock.com/yacobchuk

Du bist Unternehmer und ärgerst dich über negative Google-Bewertungen, die dein Geschäft in einem schlechten Licht dastehen lassen? Meinungen lassen sich nicht verbieten – aber gegen falsche Tatsachenbehauptungen kannst du dich wehren. Wie du mit schlechten Google-Bewertungen umgehst, erfährst du hier.

 
Cybermobbing: Gezielte Schikane

Beim Cybermobbing wird eine Person online ganz gezielt schikaniert und gedemütigt. Das Internet bietet dafür vielfältige Möglichkeiten, zum Beispiel Bloßstellungen in sozialen Netzwerken, anonyme Beleidigungen oder Drohnachrichten. Für die Betroffenen ist dies eine große psychische Belastung. Anders als bei Trollen, ist Ignorieren bei Cybermobbing in den meisten Fällen keine Lösung. Auch wenn es schwerfällt: Wenn du online gemobbt wirst, solltest du schnell handeln. Denn beleidigende Inhalte können sich im Internet rasend schnell verbreiten. Diese Maßnahmen sind wichtig:

  • Doku­men­tie­ren: Speichere die betref­fen­den Nach­rich­ten und mache Screen­shots. Im Idealfall so, dass Datum und Medium ersicht­lich sind. Halte in jedem Fall fest, wann und wo das Cybermob­bing statt­ge­fun­den hat.
  • Löschung ver­an­las­sen: Sind belei­di­gen­de Inhalte im Internet öffent­lich sichtbar, solltest du dafür sorgen, dass sie schnellst­mög­lich ver­schwin­den, bevor sie sich wei­ter­ver­brei­ten. Nimm nach Mög­lich­keit Kontakt zum Mobber auf und verlange, dass er oder sie den Beitrag löscht. Wenn das nicht möglich ist oder dir der Mut fehlt, meldest du den Vorfall an den Webseitenbetreiber.

Ausführliche Informationen zum weiteren Vorgehen findest du im Streitlotse-Ratgeber Cybermobbing: Was kann man tun?“ >>

Cybermobbing ist übrigens alles andere als ein harmloser Spaß: Auch im virtuellen Raum sind Bedrohungen, Beleidigungen und Angriffe auf die Persönlichkeitsrechte, zum Beispiel durch Veröffentlichung von Fotos, strafbar.

Ebenso strafbar ist Cyberstalking, also die Nachstellung mithilfe von elektronischen Medien oder sozialen Netzwerken. Wie du dich wehren kannst, liest du hier: „Was tun gegen Stalking? Gesetzeslage und Rechte von Betroffenen
 

Swatting: Erstes Urteil in Deutschland gefallen. Blaulicht.

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Urteil zu Swatting: Cybermobbing mit vorgetäuschtem Notruf

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Lehrer-Beleidigung im Internet: Schülerin verurteilt. Ein junges Mädchen sitzt vor einem Laptop und stützt ihre Stirn auf einer Hand.

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Lehrer-Beleidigung im Internet: Schülerin verurteilt

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Ärger mit Cyber­kri­mi­nel­len: Daten- und Identitätsdiebstahl

Daten sind im digitalen Zeitalter fast so wertvoll wie Geld. Jedenfalls für Cyberkriminelle, die wissen, wie sie persönliche Daten anderer für ihre illegalen Zwecke nutzen. Dabei sind längst nicht nur Kreditkartendaten und Onlinebanking-Zugänge interessant für Datendiebe, wie viele Verbraucher irrtümlich denken.

Die Gefahr des Missbrauchs besteht grundsätzlich überall im Netz, wo du ein Nutzerkonto anlegst und persönliche Daten hinterlässt. Wenn Kriminelle zum Beispiel deine Zugangsdaten zu Konten bei Onlineshops abgreifen, können sie auf deine Rechnung einkaufen, ohne dass die Ware je bei dir ankommt. Und mit ergaunerten Zugangsdaten für Online-Auktionshäuser werden Artikel in deinem Namen angeboten. Der Betrüger kassiert den Verkaufspreis und du hast den Ärger mit dem Käufer.
 

Der Klassiker beim Datenklau: Phishing

©Fotolia/adiruch na chiangmai

Persönliche Daten auf einer gefälschten Website eingeben? Könnte dir nie passieren! Täusche dich nicht, manche Betrüger sind äußerst professionell. Hier liest du, worauf du achten solltest.

 
Besonders perfide: Wenn nicht nur einzelne Daten missbraucht werden, sondern gleich deine gesamte Identität gestohlen wird. Wer neben deinem Namen auch dein Geburtsdatum, deine Adresse und deine Personalausweisnummer kennt, kann sich zumindest in der virtuellen Welt ohne Probleme als du ausgeben.

Welche Folgen das haben kann und wie du dich davor schützt, liest du im Streitlotse-Ratgeber „Identitätsdiebstahl im Internet: Schutz und Tipps für Betroffene“.

INFO

Identitätsschutz im Netz: Mit ADVOCARD auf der sicheren Seite

Mit Identity Protection bieten wir dir einen Service, der dich vor Identitätsdiebstahl und -missbrauch im Netz schützt und dir hilft, wenn deine Daten doch in falsche Hände gelangt sein sollten. Mit dabei:

  • Online-Moni­to­ring deiner per­sön­li­chen Daten
  • Repu­ta­ti­ons­ma­nage­ment mit dem Online-Cleaner
  • 24-Stunden-Notfall-Hotline
  • Warnung vor Phishing-Webseiten und Schutz vor Trojanern und Spyware

Wenn du dich außerdem an diese Regeln hältst, machst du es Cyberkriminellen noch schwerer:

  • Verwende unter­schied­li­che Pass­wör­ter für JEDEN deiner Accounts und ändere sie regel­mä­ßig. Ein Pass­wort­ma­na­ger-Programm kann dabei helfen.
  • Nur Nut­zer­kon­ten anlegen, wenn es zwingend notwendig ist.
  • Gebe nur not­wen­di­ge Daten an, keine optionalen.
  • Daten nur über ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dun­gen übermitteln.
  • Mehrere Mail-Adressen nutzen: Eine für Wichtiges, die andere für die Anmeldung bei Online-Diensten.

 

Ärger mit uner­wünsch­ten Mails: Spam

Günstiges Viagra, lukrative Heimarbeit, sensationelle Zufallsgewinne: Über unerwünschten Nachrichten-Müll im E-Mail- oder Messenger-Eingang hat sich wohl jeder schon einmal geärgert. Spam-Mails sind aber nicht nur lästig, sondern können auch Schaden anrichten.

Wenn unerwünschter Spam in deinem Postfach landet:

  • Spam-Mails nicht öffnen, sondern sofort löschen. Deak­ti­vie­re möglichst auch die Vor­schau­funk­ti­on deines E-Mail-Programms.
  • Links in Spam-Mails niemals anklicken.
  • Keine Datei­an­hän­ge von unbe­kann­ten Absendern öffnen.

Nicht antworten! Damit bestätigst du dem Spammer nur, dass es deine Mailadresse wirklich gibt und handelst dir weiteren E-Mail-Müll ein.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn solche Nachrichten Links oder Dateianhänge enthalten. Bei sogenannten Phishing-Mails (s. o.) will der Absender auf der verlinkten Seite vertrauliche Daten abgreifen. Es ist aber auch möglich, dass über den Link Schadsoftware auf deinem Rechner installiert wird. Bei Nachrichten im HTML-Format können gefährliche Skripte, mit denen dein Rechner ausgespäht werden kann, sogar direkt in der Nachricht versteckt sein.
 

Mehr zum Thema Spam liest du in diesen Streitlotse-Ratgebern:

Besorgte Frau schaut auf Laptop.

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E-Mail-Konto gehackt: Spam-Mails vom eigenen Konto

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Genervte Frau vor dem Laptop

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Spam melden: So können Sie gegen die ärgerlichen E-Mails vorgehen

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In den meisten Fällen haben es die Absender von Spam-Mails auf dein Geld abgesehen. Bei E-Mail-Kettenbriefen und sogenannten Hoaxes, also gezielten Falschmeldungen mit Bitte um Weiterleitung, geht es dem Urheber dagegen oft nur darum, im Netz für Unruhe zu sorgen. Wie du damit umgehen solltest, liest du im Streitlotse-Ratgeber „Kettenbriefe über WhatsApp und Co.: So reagierst du richtig“.
 

Blaue Weltkarte mit roten Punkten.

© iStock.com/sankai

Cybercrime in Zeiten von Corona
Kriminelle nutzen häufig aktuelle Ängste und Sorgen der Menschen für ihre Zwecke aus. Wo im Zuge der Corona-Pandemie auch im Netz Betrüger lauern, liest du hier.

 

Ärger mit der eigenen Website: Recht­li­che Fallstricke

Wer selbst eine Webseite oder einen Blog betreibt, kann sich relativ leicht Ärger mit dem Gesetz und infolgedessen eine Abmahnung einhandeln. Dabei musst du nämlich inzwischen einige rechtliche Vorschriften beachten. Allein mit der Frage nach einem rechtskonformen Impressum ist es längst nicht mehr getan.

Ärger wegen deiner privaten Homepage? Wir unterstützen dich. >>

Seit Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist auch für private Webseiten eine Datenschutzerklärung Pflicht. Und möglicherweise brauchst du selbst für deinen persönlichen Strick-Blog einen Cookie-Hinweis, um nicht gegen Datenschutzrechte deiner Besucher zu verstoßen.

Klingt kompliziert? Mit uns bist du auf der sicheren Seite. In diesen Streitlotse-Artikeln liest du, wie du es richtig machst:

 

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