Was ist eine Pau­schal­rei­se? Defi­ni­ti­on und BGB-Regelung. Ein junge Familie, bestehend aus Eltern und zwei Mädchen, winken aus einem kleinen roten Auto. Alle tragen Son­nen­bril­len. Dasha Petrenko, Fotolia

24. September 2019, 16:52 Uhr

Darf ich eigent­lich? Was ist eine Pau­schal­rei­se? Defi­ni­ti­on und recht­li­che Regelung

Urlauber, die eine Pauschalreise gebucht haben, können gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) besondere Rechte und Ansprüche geltend machen. Aber was ist eine Pauschalreise genau? Rechtlich abzugrenzen ist sie nicht nur von der Individualreise, sondern seit 2018 auch von der sogenannten verbundenen Reiseleistung.

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Defi­ni­ti­on: Was ist eine Pau­schal­rei­se?

Um als Pauschalreise zu gelten, muss eine Reise gemäß § 651a BGB folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie umfasst die kom­bi­nier­te Buchung von min­des­tens zwei Rei­se­leis­tun­gen. Als Rei­se­leis­tun­gen können dabei zum Beispiel der Flug, das Hotel­zim­mer oder die Buchung eines Miet­wa­gens gelten.
  • Alter­na­tiv: Eine der genannten Rei­se­leis­tun­gen wird zusammen mit einer weiteren tou­ris­ti­schen Leistung gebucht, etwa einer Kon­zert­kar­te, deren Preis min­des­tens 25 Prozent des gesamten Rei­se­wer­tes beträgt.

Wichtiges Merkmal: Bei einer Pauschalreise ist ein Gesamtreisepreis zu zahlen, die Leistungen werden also nicht einzeln berechnet. Vertragspartner und damit auch zentraler Ansprechpartner bei Problemen ist der Reiseveranstalter.

 

Pau­schal­rei­se, ver­bun­de­ne Rei­se­leis­tung oder Indi­vi­du­al­rei­se: Was ist der Unter­schied?

Bei einer Individualreise werden einzelne Reiseleistungen getrennt gebucht und der Reiseablauf vom Reisenden selbst organisiert.

  • Ein Rechts­ver­hält­nis besteht jeweils direkt zu den Unter­neh­men, die die einzelnen Leis­tun­gen erbringen – zum Beispiel Flug­ge­sell­schaft, Hotel­be­trei­ber oder Auto­ver­mie­ter.
  • Wenn etwas schief geht, muss der Reisende seine Ansprüche direkt dort anmelden und versuchen, sein Recht durch­zu­set­zen.

Die sogenannte verbundene Reiseleistung bildet seit Juli 2018 neben Individual- und Pauschalreise eine dritte Kategorie im Reiserecht.

  • Hier bucht der Kunde zwar ebenfalls min­des­tens zwei Rei­se­leis­tun­gen für dieselbe Reise über einen Ver­mitt­ler, aller­dings zahlt er sie jeweils getrennt.
  • Damit von einer ver­bun­de­nen Rei­se­leis­tung die Rede sein kann, müssen beide Buchungen innerhalb von 24 Stunden erfolgen.
  • Das Rechts­ver­hält­nis geht der Urlauber wie bei einer Indi­vi­du­al­rei­se mit dem jewei­li­gen Leis­tungs­er­brin­ger ein, er kann also bei Mängeln keine Ersatz­an­sprü­che nach dem Pau­schal­rei­se­recht geltend machen.
  • Aller­dings muss ihm der Rei­se­ver­mitt­ler für die einzelnen gebuchten Leis­tun­gen einen Siche­rungs­schein aus­stel­len, der Schutz etwa im Insol­venz­fall bietet.

 

Pau­schal­rei­se gebucht: Urlauber haben weit­rei­chen­de Rechte

Im Juli 2018 haben sich in Deutschland die gesetzlichen Regelungen zu Pauschalreisen geändert. Hintergrund ist das vereinheitlichte EU-Pauschalreiserecht.Advocard-Privatrechtsschutz

Ein großer Vorteil: Pauschalurlauber müssen ihre Ansprüche gegenüber dem Reiseveranstalter seitdem nicht mehr innerhalb eines Monats nach Ende der Reise geltend machen, wenn Reisemängel auftreten. Sie haben nun zwei Jahre lang Zeit dafür. Was du tun kannst und welche Ansprüche du hast, wenn im Urlaub nicht alles nach Plan läuft, erfährst du auf unserer Themenseite “Reisemängel”.

Auch für den Fall einer Insolvenz des Reiseveranstalters sind Pauschalurlauber abgesichert. Sie erhalten den gezahlten Reisepreis zurück und müssen in jedem Fall vom Urlaubsort wieder zurück in die Heimat befördert werden.

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