Stor­no­kos­ten müssen gezahlt werden Hans-Jörg Nisch, Fotolia

28. Januar 2015, 14:28 Uhr

Stor­no­kos­ten müssen gezahlt werden Urteil: Kein Wider­rufs­recht bei Pau­schal­rei­sen

Urlauber haben kein Widerrufsrecht bei Pauschalreisen: Ist eine Reise erst einmal gebucht, können Verbraucher nicht einfach so ein paar Tage später wieder vom Vertrag zurücktreten. Ein Reiserücktritt kann nicht stornokostenfrei vonstattengehen, indem sich der Urlauber auf sein Widerrufsrecht beruft. So entschied das Amtsgericht Idstein (AZ 31 C 201/13 (23)) einen aktuellen Rechtsstreit.

Auch bei anderen Reisen kann es immer wieder zu Ärger kommen. Sorgen Sie vor. >>

Der Fall: Mann besteht auf Wider­rufs­recht bei Pau­schal­rei­sen

Laut des Amtsgerichts Idstein herrscht kein Recht auf Widerruf und einen damit einhergehenden kostenlosen Reiserücktritt. Im konkreten Fall buchte der Beklagte eine Pauschalreise für zwei Personen nach Zypern, berichtet die "Welt" unter Berufung auf einen Artikel der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell". Dabei wurde keine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen. Der Mann ließ dem Reiseveranstalter ein paar Tage nach der Buchung schriftlich zukommen, dass er die Reise widerrufe. Daraufhin kündigte der Veranstalter den Reisevertrag und stellte Stornokosten in Höhe von 90 Prozent des Gesamtpreises in Rechnung – der Reisebeginn lag nur wenige Tage in der Zukunft, weshalb der hohe Preis gerechtfertigt war. Der Beklagte war empört und erklärte, dass er die Reise nicht storniert, sondern widerrufen habe und die Stornokosten daher nicht zahlen müsse. Das Gericht war anderer Meinung und stärkte die Rechte des Reiseveranstalters.

Rei­se­rück­tritt nach Buchung mit Stor­no­kos­ten verbunden

Ein Rücktritt vom Reisevertrag ist nach der (Online-)Buchung in der Regel mit Stornokosten verbunden, sofern keine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen wurde. Zwar kann es Ausnahmen geben, wie bei einer Reisewarnung vom Auswärtigen Amt, doch zeigt die Praxis meist, dass gezahlt werden muss. Die Stornokosten ergeben sich daraus, dass Reiseveranstalter normalerweise bereits zu einem bestimmten Zeitpunkt vor Reisebeginn gewisse Kosten wie etwa Unterbringung und Beförderung erbringen müssen.

Hier erfahren Sie mehr zu den Verbraucherrechten von Reisenden, zum Beispiel was die Anzahlung für Pauschalreisen oder neue Storno-Regelungen betrifft.

Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.