Schutz vor Enterbung Robert Kneschke, Fotolia

4. September 2015, 15:44 Uhr

Schutz vor Enterbung Wer hat einen Pflicht­teils­an­spruch?

"Wenn du das tust, enterbe ich dich!" Pflichtteilsanspruch sei Dank, kann diese Drohung jedoch nicht so einfach in die Tat umgesetzt werden. Der erbrechtliche Anspruch besteht für enge Angehörige: In erster Linie betrifft er Kindern des Verstorbenen, im Juristensprech: Abkömmlinge. Doch auch anderen Personen kann ein Pflichtteil vom Erbe zustehen.

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Diese Personen haben einen Pflich­teils­an­spruch

Das Erbrecht schützt enge Angehörige davor, dass sie im Testament nicht erwähnt oder ausdrücklich enterbt werden. Zu den Personen mit einem Pflichtteilsanspruch gehören in erster Linie direkte Abkömmlinge. Falls diese bereits verstorben sind haben die Enkel (leiblich und adoptiert) oder deren direkte Nachfahren einen Pflichtteilsanspruch. Außerdem auch zum Zeitpunkt des Todes vorhandene Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner.

Eltern haben nur dann einen Pflichtteilsanspruch, wenn der Erblasser keine Abkömmlinge hatte. Genaueres zur gesetzlichen Erbfolge erfahren Sie in dem Streitlotsen-Ratgeber: "Gesetz­li­che Erbfolge: Dies sollten Sie wissen". Geschwister, Schwager, Nichten, Neffen, Tanten, Onkel und andere Verwandte kann der Erblasser im Testament ohne Weiteres vom Erbe ausschließen.

Auch Personen mit Pflicht­teils­an­spruch kann Enterbung wider­fah­ren

Aber auch Personen mit einem Pflichtanteil können am Ende gegebenenfalls leer ausgehen. Dazu muss der Erblasser eine Anordnung auf Entziehung des Pflichtteilsanspruchs stellen. Möglich ist dies, wenn die betroffene Person dem Erblasser oder seinen engen Angehörigen nach dem Leben getrachtet hat oder ein Verbrechen gegen ihn begangen hat. Auch wenn die Person wegen einer vorsätzlichen Straftat mindestens ein Jahr lang im Gefängnis, in einer psychiatrischen Klinik oder Entzugsanstalt verbracht hat und es dem Erblasser nicht zuzumuten ist, der betreffenden Person etwas hinterlassen zu müssen, ist eine Enterbung möglich. Gleiches gilt, wenn der Erbe mit Pflichtteilsanspruch seiner Unterhaltspflicht gegenüber dem Erblasser nicht nachgekommen ist.

Pflicht­teils­an­spruch geltend machen

Falls Sie einen Pflichtteilsanspruch haben, erhalten Sie jedoch nicht automatisch einen Teil des Erbes. Sie müssen den Anspruch gegenüber anderen Erben geltend machen. Geschieht dies nicht innerhalb von drei Jahren, nachdem Sie von dem Testament erfahren haben, erlischt Ihr Pflichtteilanspruch. Für den Fall, dass Sie beispielsweise nach einem Streit keinen Kontakt mehr zu Ihrem Vater hatten und erst Jahre später von seinem Tod erfahren, verjährt der Anspruch erst nach 30 Jahren

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