Erbe aus­schla­gen oder annehmen? Zerbor, Fotolia

30. September 2014, 10:01 Uhr

Erbe aus­schla­gen oder annehmen? Erbe aus­schla­gen: Wann könnte es sinnvoll sein?

Als Erbe stehen Sie vor der Wahl: Erbe ausschlagen oder annehmen. Erben bedeutet leider nicht immer, reich zu werden. Neben Vermögen gehen nämlich auch Schulden oder sonstige Verbindlichkeiten vom Erblasser auf den Erben über. Und nicht selten kommt es rund ums Erbe zum Streit mit den Lieben, der auch rechtliche Konsequenzen haben kann. Rechtsberatung hilft, aber Sie sollten auch wissen, dass jeder sein Erbe ausschlagen kann. Wie mit dem Nachlass umgegangen wird, sollte dabei stets gut überlegt sein.

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Erbe aus­schla­gen: Vermögen oder Schulden erben?

Erben bekommen das Vermögen des Erblassers. Doch können mit dem Testament oder dem Erbvertrag auch Verbindlichkeiten wie Steuerschulden, Kredite, Kontoüberziehungen oder offene Rechnungen auf den Erben übergehen. Auch ein vererbtes Haus kann beispielsweise zu einer Schuldenfalle werden, wenn es noch nicht abbezahlt ist oder unter Denkmalschutz steht und teure Instandhaltungsmaßnahmen anfallen.

Über diese Bestimmungen sollten Sie sich im Klaren sein, falls ein Erbe ansteht. Ob Sie Ihr Erbe ausschlagen oder nicht, sollte in jedem Fall ein gut überlegter Schritt sein.

Wenn Sie den Nachlass ordnen beziehungsweise herausfinden möchten, was sich hinter dem Nachlass verbirgt, stehen Sie unter Umständen vor einer schwierigen Aufgabe, wie aus einem Bericht der Stiftung Warentest zum Thema Erbrecht hervorgeht: Sie können sich zwar bei Banken Auskunft darüber einholen, allerdings müssen Sie dafür normalerweise einen Erbschein vorweisen, das Erbe also bereits angenommen haben. Bestehen Unklarheiten über den Nachlass, lassen Sie sich am besten von einem Experten beraten. Gut informiert können Sie einen Rechtsstreit oder sonstigen Ärger vermeiden.

Erbrecht: Fristen bei Erbaus­schla­gung beachten

Wenn Sie ein Erbe ausschlagen möchten, sollten Sie das Erbrecht beziehungsweise die gesetzlichen Fristen beachten. § 1944 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) besagt, dass der Erbe binnen von sechs Wochen nach Kenntnisnahme das Erbe ausschlagen muss. Verstreicht diese Frist, gilt das Erbe laut Erbrecht als angenommen. Ausnahme: Wenn sich der Erbe zum Fristbeginn im Ausland aufhalten sollte oder wenn der Erblasser seinen Wohnsitz nur im Ausland gehabt hat, beträgt die Frist sechs Monate.

Tipp: Wenn Sie Ihr Erbe ausschlagen, erbt unter Umständen der Nächstberufene. Um Streit zu vermeiden, sollten Sie diesen – falls vorhanden – rechtzeitig informieren.

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