Bestat­tungs­kos­ten: Wer zahlt die Beer­di­gung? Eine in schwarz geklei­de­te Frau grift in einen Korb mit Blü­ten­blät­tern. Im Hin­ter­grund ist ein Sarg zu sehen. Kzenon, Fotolia

29. November 2016, 10:22 Uhr

Kos­ten­tra­gungs­pflicht Bestat­tungs­kos­ten: Wer zahlt die Beer­di­gung?

Die Bestattungskosten sind bei der Beerdigung eines verstorbenen Verwandten meist hoch: Im Durchschnitt kostet die Bestattung die Angehörigen eine vierstellige Summe. Aber wer zahlt die Beerdigung? Auch wenn sich die Hinterbliebenen darüber nicht einig sind und es zum Streit kommt, greifen klare gesetzliche Regeln.

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Wer zahlt die Beer­di­gung? Das ist gesetz­lich fest­ge­legt

In § 1968 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ist die Kostentragungspflicht für eine Beerdigung festgelegt: "Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers." Die Erben können und dürfen die Bestattungskosten aus dem Nachlass des Verstorbenen bestreiten. Gibt es mehrere Erben, so sind alle kostentragungspflichtig und können sich die Kosten daher teilen.

Kos­ten­tra­gungs­pflicht und Bestat­tungs­pflicht

Die Kostentragungspflicht ist nicht zu verwechseln mit der Bestattungspflicht, auch wenn beide Pflichten meist dieselben Personen betreffen, da die Erben in der Regel die nächsten Angehörigen sind. Bestattungspflichtig ist zunächst der Ehegatte oder Lebenspartner. Lebt dieser nicht mehr, sind gemäß gesetzlicher Festlegung die Kinder des Verstorbenen in der Pflicht, ansonsten nach absteigender Reihenfolge die Eltern, die Geschwister und weitere Verwandte bis zum dritten Grad. In einigen Bundesländern gelten besondere Regelungen: So können zum Beispiel mancherorts auch nichteheliche Lebenspartner unter bestimmten Umständen bestattungspflichtig sein.

RechtsschutzBestat­tungs­kos­ten: Was, wenn man sie sich nicht leisten kann?

Wer ein Erbe antritt, muss somit für die Beerdigung zahlen – zumindest anteilig, je nach Zahl der Erben. Wenn Sie sich jedoch entscheiden, das Erbe auszuschlagen, sind Sie auch nicht kostentragungspflichtig. Die Bestattungskosten müssen dann von den verbliebenen Erben übernommen werden.

Manchmal reicht der Nachlass des Verstorbenen auch nicht aus, um daraus die Bestattungskosten zu  bestreiten. Wer als Erbe selbst nur über ein geringes Einkommen verfügt oder von Sozialleistungen lebt, steht dann schnell vor Problemen. Wenn Sie verpflichtet sind, die Kosten für eine Beerdigung zu zahlen, sich diese aber nicht leisten können, kann eine Sozialbestattung in Betracht kommen. Dazu stellen Sie beim zuständigen Sozialamt einen Antrag auf Übernahme der Bestattungskosten.

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