Gemein­sa­mes Sor­ge­recht: Erteilung und Ent­schei­dun­gen. Ein Mann und eine Frau in Karo­hem­den spazieren durch einen Wald. Dabei schwingen sie ein kleines Mädchen in ihrer Mitte in die Luft. vvvita, Fotolia

26. September 2016, 9:58 Uhr

Gemein­sa­me Ent­schei­dun­gen Gemein­sa­mes Sor­ge­recht: Erteilung und Ent­schei­dun­gen

Miteinander verheiratete Eltern haben automatisch ein gemeinsames Sorgerecht für ihr Kind. Dieses bleibt auch bestehen, wenn sich die Eltern trennen oder scheiden lassen. Unverheiratete Paare können das gemeinsame Sorgerecht über eine Sorgerechtserklärung erreichen.

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Sor­ge­rechts­er­klä­rung bei unver­hei­ra­te­ten Eltern

Bei unverheirateten Elternpaaren hat zunächst nur die Mutter das Sorgerecht für das Kind. Ist ein gemeinsames Sorgerecht gewünscht, müssen die Eltern eine Sorgerechtserklärung gemäß § 1626a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) abgeben. Diese Willenserklärung, die auch als Sorgeerklärung bezeichnet wird, muss entweder beim zuständigen Jugendamt oder durch einen Notar öffentlich beurkundet werden. Lehnt die Mutter ein gemeinsames Sorgerecht ab, kann der Vater sich gerichtlich dagegen wehren. Seit 2013 ist dies durch eine Reform des Sorgerechts in einem vereinfachten Verfahren vor dem Familiengericht möglich. Im Prinzip gilt dabei: Kann die Mutter keine Gründe nennen, die gegen ein gemeinsames Sorgerecht sprechen, so wird dieses erteilt.

Wichtige Ent­schei­dun­gen: Eltern müssen sich einig werden

Unter das Sorgerecht fallen verschiedene Rechte und Pflichten, die das Kind betreffen. Dazu gehören etwa das Aufenthaltsbestimmungsrecht – also zum Beispiel die Entscheidung über die Teilnahme an Klassenfahrten oder Urlaubsreisen –, das Umgangsrecht, welches auch die Großeltern einschließen kann, sowie die religiöse Erziehung und die Wahl der Schule. Besteht gemeinsames Sorgerecht, so müssen sich auch getrennte Eltern in diesen wichtigen Punkten einig werden. Alltägliche Entscheidungen, etwa zum Essen, zur Schlafenszeit oder zum Ausmaß des Fernseh- und Internetkonsums, darf jeweils der Elternteil allein treffen, bei dem sich das Kind gerade aufhält. Auch hier sollte jedoch sinnvollerweise eine grundsätzliche Einigkeit bestehen, zum Wohle des Kindes und auch um keinen Streit mit dem Ex-Partner zu provozieren.

RechtsschutzZer­strit­te­ne Eltern: Gemein­sa­mes Sor­ge­recht auf dem Prüfstand

Grundsätzlich gilt nach einer Scheidung weiter gemeinsames Sorgerecht für beide Elternteile. Problematisch wird es, wenn die Eltern stark zerstritten sind oder einer der beiden den Kontakt zu Ex-Partner und Kind weitgehend abbricht, sodass es unmöglich wird, in wichtigen Punkten zu gemeinsamen Entscheidungen zu gelangen. Stellt sich heraus, dass dadurch auf Dauer das Kindeswohl gefährdet ist, kann ein Familiengericht entscheiden, einem Elternteil das alleinige Sorgerecht zu übertragen.

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