In einer Zugewinngemeinschaft lebt automatisch, wer bei der Hochzeit keinen Ehevertrag geschlossen hat Andrey Popov, Fotolia

Vermögensausgleich nach Trennung Zugewinn­ge­mein­schaft: Was Ehepaare wissen sollten

Wer keinen Ehevertrag schließt, lebt nach dem Bürger­lichen Gesetzbuch (BGB) automa­tisch im Güter­stand der Zugewinn­ge­mein­schaft. Das bedeutet, dass Sie im Schei­dungs- oder Todesfall womöglich finan­zielle Ansprüche haben (§ 1362 BGB).

Für den Ernstfall abgesi­chert. >>

Was ist eine Zugewinn­ge­mein­schaft?

Der Güter­stand der Zugewinn­ge­mein­schaft bedeutet, dass beide Ehepartner das Vermögen behalten, das sie vor der Eheschließung besaßen. Auch das Vermögen, das während der Ehe entsteht, gehört dem Ehepartner, der es erwirt­schaftet. Mit geringen Einschrän­kungen kann jeder Ehepartner mit seinem Hab und Gut tun und lassen, was ihm beliebt. Gemein­sames Eigentum gibt es in diesem Güter­stand nur, wenn die Eheleute bewusst gemeinsam einen Vertrag eingehen – also beispiels­weise gemeinsam einen Kaufvertrag unter­schreiben. Lediglich wenn einer der Partner sein komplettes Vermögen auflösen möchte, hat der andere ein Einspruchs­recht (§ 1365 BGB) – hier unter­scheidet sich die Zugewinn­ge­mein­schaft von der Güter­trennung.

Zugewinn­aus­gleich – wenn der Güter­stand wichtig wird

Wirklich wichtig wird der Güter­stand meist bei der Trennung; dann kommt es zwischen den Expartnern zum sogenannten Zugewinn­aus­gleich: Das Vermögen vor der Eheschließung und zum Zeitpunkt der Scheidung wird gegen­über­ge­stellt; die Differenz ist der Zugewinn (§ 1373 BGB). Hat Partner A während der Ehe weniger Zugewinn erwirt­schaftet als Partner B, steht Partner B die Hälfte der Differenz zwischen den Zugewinn­be­trägen als Ausgleich zu. Schulden werden berück­sichtigt, aller­dings kann der Zugewinn nicht kleiner als null Euro sein.

Ein Beispiel: A hatte vor der Ehe Vermögen im Wert von 100.000 Euro und bei der Scheidung von 300.000 Euro, also einen Zugewinn von 200.000 Euro. Partner B hatte bei der Hochzeit 25.000 Euro und bei der Scheidung 50.000 Euro, also einen Zugewinn von 25.000. Die Differenz der Zugewinne beträgt 175.000 Euro, wovon 87.500 Euro als Zugewinn­aus­gleich an Partner B gehen.

Ihre Ansprüche, wenn die Zugewinn­ge­mein­schaft endet

Rechtsschutz

Stichtage für die Berechnung sind, sofern nicht anders vereinbart, das Datum der Hochzeit und das Datum des Schei­dungs­ur­teils. Aller­dings haben Sie schon ab dem Tag der Trennung einen Auskunfts­an­spruch gegenüber Ihrem Partner (§ 1379 BGB).

Ein vor der Hochzeit angelegtes Vermö­gens­ver­zeichnis kann später Streit vermeiden. Der Ausgleich erfolgt in Geld – ein Anspruch auf bestimmte Vermö­gens­werte besteht nicht. Beim Tod des Partners ist der Zugewinn­aus­gleich als Erbe steuerfrei.

 

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