Güter­tren­nung: Die Folgen für Ehepaare. Ein Paar sitzt in einem Büro einer brünetten Frau gegenüber und lacht. con­trast­werk­statt, Fotolia

17. Februar 2017, 14:34 Uhr

Kein Ausgleich nach Scheidung Güter­tren­nung: Die Folgen für Ehepaare

Die Gütertrennung unter Eheleuten ist ein sogenannter Wahlgüterstand. Das bedeutet: Vor der Eheschließung muss ausdrücklich festgehalten werden, dass die Partner die Gütertrennung wünschen. Für welche Partnerschaften sie sich besonders eignet und was zu beachten ist, lesen Sie hier.

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Güter­tren­nung ver­ein­ba­ren: Ehe­ver­trag nötig

Gütertrennung bedeutet, dass die Vermögen beider Partner voneinander getrennt bleiben und auch nach einer Scheidung kein Zugewinnausgleich stattfindet. Die Partner können ihr jeweiliges Vermögen allein verwalten und brauchen dafür keine Zustimmung des anderen. Gemäß § 1414 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) tritt Gütertrennung ein, wenn Ehe- oder eingetragene Lebenspartner die Zugewinngemeinschaft oder einen anderen Güterstand per Vertrag ausgeschlossen haben. Gibt es keine vertragliche Regelung, gilt für die Ehe- oder Lebenspartner automatisch der Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Für wen ist die Güter­tren­nung besonders geeignet?

Vor allem Doppelverdiener ohne Kinder entscheiden sich für die Gütertrennung, wenn sie eine Ehe oder Lebenspartnerschaft eingehen. Grund ist, dass dieser Güterstand sich besonders für Paare eignet, bei denen beide Partner Vermögen besitzen oder ein annähernd gleiches Gehalt beziehen und keiner finanziell auf den anderen angewiesen ist. Bei einer Scheidung entfallen dann langwierige Diskussionen über Ausgleichs- und Unterhaltsverpflichtungen.

Wer auf eine komplette Gütertrennung verzichten möchte, kann auch Teile seines Vermögens vertraglich vom Zugewinnausgleich im Fall einer Scheidung ausschließen lassen. Dies empfiehlt sich zum Beispiel, wenn einer der Partner ein Unternehmen besitzt. Die sogenannte modifizierte Zugewinngemeinschaft ist für viele Paare die individuellere und damit passendere Lösung. Ein Anwalt kann Sie dazu beraten.

RechtsschutzDiese Risiken bringt der Güter­stand mit sich

Auch wenn beide verdienen, gibt es in jeder Ehe oder Lebenspartnerschaft einen finanziell schwächeren Partner. Dieser ist bei einer Scheidung im Nachteil, wenn Gütertrennung vereinbart wurde. Ein weiterer Nachteil tritt ein, wenn ein Partner verstirbt: Der Überlebende erhält dann nicht automatisch ein Viertel des Vermögens des Verstorbenen steuerfrei.

Wer sich für die Gütertrennung entscheidet, sollte zudem wissen, dass diese nicht für gemeinsame Ersparnisse sowie für gemeinsam erworbene Güter greift, in deren Kaufvertrag die Namen beider Partner stehen. Hier muss trotz Gütertrennung im Fall einer Scheidung eine Lösung zur Aufteilung gefunden werden. Auch der Versorgungsausgleich für Rentenanwartschaften wird durch die Gütertrennung nicht automatisch ausgeschlossen. Wer dies wünscht, muss es entsprechend vertraglich regeln.

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