Zwei Männer im Anzug ges­ti­ku­lie­ren Jeanette Dietl, Fotolia

14. April 2015, 8:34 Uhr

Mit dem Chef sprechen Unbe­zahl­ter Urlaub: Dann dürfen Sie ihn nehmen

Unbezahlter Urlaub ist immer dann ein Thema, wenn die vertraglich vereinbarten beziehungsweise die Ihnen gesetzlich zustehenden Urlaubstage nicht ausreichen. Ein Blick in den Arbeitsvertrag kann sich lohnen, denn hier ist ein möglicher Anspruch auf unbezahlten Urlaub unter Umständen von vorneherein geregelt. Beachten Sie jedoch: Grundsätzlich haben Sie keinen Anspruch, unbezahlt von der Arbeit freigestellt zu werden.

Mit uns sitzen Sie fest im Sattel. Haben Sie keine Angst, für Ihr Recht zu kämpfen. >>

Situa­tio­nen, in denen Sie Anspruch auf unbe­zahl­ten Urlaub haben

Es gibt jedoch etliche Situationen, in denen Ihr Arbeitgeber Sie ausnahmsweise von der Arbeit freistellen muss. Einige gängige gesetzliche Regelungen machen es möglich: So bestimmt etwa § 45 Abs. 3 Satz 1 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch, dass Sie freigestellt werden müssen, wenn Ihr Kind krank ist. Auch wenn Sie plötzlich und unverschuldet in eine Zwangslage geraten, die Sie nur mithilfe ein paar zusätzlicher freier Tage auflösen können, steht Ihr Arbeitgeber in der Pflicht, Sie unbezahlt freizustellen. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn Ihr Vater plötzlich schwer erkrankt und Sie Vorkehrungen treffen müssen, die Sie nicht außerhalb Ihrer regulären Arbeitszeiten regeln können. Ist die Situation sehr ernst und Sie entscheiden sich einen nahen Angehörigen zu pflegen, können Sie Pflegezeit von bis zu sechs Monaten beantragen oder durch eine "kurzzeitige Arbeitsverhinderung" bis zu zehn Tage von der Arbeit freigestellt werden.

Bei Arbeitsrechtsfragen sind wir Ihr Partner!Diese Folgen hat unbe­zahl­ter Urlaub

Seien Sie sich darüber im Klaren, dass das Arbeitsverhältnis von dem Moment des Urlaubsantritts an ruht. Das bedeutet, dass Sie für den vereinbarten Zeitraum nicht dazu verpflichtet sind, Ihre Arbeitsleistung zu erbringen. Im Umkehrschluss muss Ihr Arbeitgeber Sie auch nicht länger bezahlen. Auch der sonst vom Arbeitgeber entrichtete Betrag an Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung wird bei unbezahltem Urlaub nicht länger getragen, informiert Stiftung Warentest. Sie müssen sich für diese Zeit selbst versichern.

Tipp: Unbezahlter Urlaub sollte stets in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten werden. So haben Sie im Zweifel einen Beweis vorliegen und Ihr Arbeitgeber kann nicht behaupten, er hätte sein Einverständnis nicht erteilt.

Denken Sie über eine längere Auszeit in Form eines Sabbatjahrs nach? Im Streitlotse-Ratgeber "Sabbatjahr: Wer darf es nehmen?" erfahren Sie mehr dazu.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema: Urlaubsanspruch

Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.