Zeit für die Familie nehmen Kzenon, Fotolia

30. September 2014, 10:01 Uhr

Zeit für die Familie nehmen Pflege von Ange­hö­ri­gen: Wann können Sie Pfle­ge­zeit bean­tra­gen?

Die Pflege von Angehörigen ist für Betroffene nicht immer leicht. Sie kann mit Stress und hohem zeitlichen Aufwand einhergehen. Daher ist es umso wichtiger, im eingetretenen Pflegefall Streit am und um den Arbeitsplatz zu vermeiden. Grundsätzlich können Sie zur Pflege von Angehörigen Pflegezeit in Anspruch nehmen. Hier erfahren Sie mehr zu den gesetzlichen Bestimmungen und der möglichen Regelung mit dem Arbeitgeber.

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Berufs­tä­ti­ge haben grund­sätz­lich Anspruch auf Pflege von Ange­hö­ri­gen

Wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird, können Sie bei Ihrem Arbeitgeber Pflegezeit beantragen. Mit dieser haben Sie Anspruch auf unbezahlte, sozialversicherte Freistellung von der Arbeit im Zeitraum von bis zu sechs Monaten, wie das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in einem Online-Bericht erläutert. Ein Rückkehrrecht ist normalerweise Teil der Freistellung.

Anspruch auf Pflegezeit können Sie bekommen, wenn Sie einen nahen Verwandten mit Pflegestufe 1 in häuslicher Umgebung pflegen. Als nahe Verwandte gelten unter anderem Eltern, Großeltern, Kinder, Ehegatten, Lebenspartner und Enkelkinder. Ein Nachteil für Arbeitnehmer im Kleinbetrieb: Der Anspruch auf Pflegezeit mit Rückkehrrecht besteht nur dann, wenn Ihr Arbeitgeber mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt.

Pfle­ge­zeit bean­tra­gen: Schrift­lich und recht­zei­tig

Wenn Sie die Pflege von Angehörigen im Rahmen der Pflegezeit antreten möchten, müssen Sie dies Ihrem Arbeitgeber spätestens zehn Tage vor Beginn schriftlich ankündigen. Unterrichten Sie Ihre Vorgesetzten generell am besten so früh es geht, um potentielle Probleme, die durch Ihre Freistellung auftreten können, zu vermeiden.

Informieren Sie, wenn möglich, persönlich und erklären Sie Ihre private Situation, damit es nicht aufgrund von Unklarheiten zu Streit kommt. Ihr Arbeitgeber wird die Situation sicherlich verstehen und Ihnen entgegenkommen. In der Regel müssen Sie Ihrem Arbeitgeber einen Nachweis über die Pflegebedürftigkeit des Angehörigen vorlegen. Das kann beispielsweise eine Bescheinigung der Pflegekasse sein. Wenn Sie unsicher sind, können Sie sich von einem Anwalt oder Experten zum Thema beraten lassen.

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