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11. Februar 2016, 11:12 Uhr

Testament Tes­tier­fä­hig­keit und Tes­tier­wil­le: Das bedeuten sie

Bei einem Testament sind Testierfähigkeit und Testierwille grundlegende Voraussetzungen, damit es als gültig anerkannt wird. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Erblasser in der Verfassung ist, ein Testament zu errichten, und dass es sich dabei auch tatsächlich um das Dokument handelt, das seinen letzten Willen darstellt.

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Tes­tier­fä­hig­keit muss vorliegen

Um ein rechtskräftiges Testament zu errichten, muss eine Person testierfähig sein. Gemäß § 2229 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) muss dafür mindestens das 16. Lebensjahr vollendet worden sein. Außerdem darf keine krankhafte Störung der Geistestätigkeit vorliegen, also zum Beispiel eine Bewusstseinsstörung, durch die die Bedeutung des Testaments dem Erblasser nicht klar ist. Gehörlose oder blinde Menschen sind grundsätzlich nicht testierunfähig, sie brauchen unter Umständen aber die Hilfe eines Notars, um ein Testament zu verfassen. Auch Personen, die unter Betreuung stehen, verlieren dadurch nicht automatisch ihre Testierfähigkeit. Durch ein ärztliches Attest kann bewiesen werden, dass sie testierfähig sind. Die Testierfähigkeit ist nicht mit der Geschäftsfähigkeit zu verwechseln: Auch wer geschäftsunfähig ist, kann unter bestimmten Umständen ein rechtswirksames Testament errichten.

PrivatrechtsschutzTes­tier­wil­le als Grund­vor­aus­set­zung

Auch der Testierwille ist Voraussetzung für die Wirksamkeit des Testaments. Er liegt vor, wenn dem Erblasser klar war, dass es sich bei dem angefertigten Dokument um sein Testament handelt. So kann zwischen einem Entwurf und dem finalen Dokument unterschieden werden. Wenn ein Testament den Formvorschriften entspricht, also zum Beispiel mit "Testament" oder "Letzter Wille" überschrieben ist und die Unterschrift des Erblassers trägt, wird der Testierwille in der Regel nicht angezweifelt. Wenn der Erblasser zum Verfassen des Testaments gezwungen wurde, liegt kein Testierwille vor und das Testament ist ungültig. Allerdings lässt sich dieser Umstand meist schwer beweisen. Grundsätzlich gilt: Bestehen Zweifel am Testierwillen, ist die Person in der Beweispflicht, die von dem Testament profitieren würde.

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