Das Kindergeld kann gleich ans Kind gezahlt werden underdogstudios, Fotolia

Abzweigungsantrag Kindergeld ans Kind auszahlen: Wann es in Frage kommt

Die Famili­en­kasse kann das Kindergeld ans Kind auszahlen, wenn die Eltern ihrer Unter­halts­pflicht dauerhaft nicht nachkommen. Dafür muss das volljährige Kind einen sogenannten Abzwei­gungs­antrag stellen. Auf keinen Fall sollte ein kinder­geld­be­rech­tigter Elternteil das Geld inoffi­ziell an das Kind weiter­leiten, denn das kann rechtlich schwierig werden.

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Kinder­geld­be­rech­tigter ist immer ein Elternteil

Eltern sind ihren Kindern gegenüber unter­halts­pflichtig. Daher wird das Kindergeld an einen der Eltern­teile ausge­zahlt, auch wenn die Leistungen explizit dem Kind zu Gute kommen sollen. Kinder­geld­be­rech­tigter ist bei getrennt lebenden Eltern derjenige, bei dem das Kind lebt oder der den höheren Barun­terhalt leistet, sofern das Kind bereits einen eigenen Haushalt hat.

Möglich­keiten Kindergeld ans Kind auszu­zahlen

Wenn Ihr Kind bereits ausge­zogen ist, möchten Sie als kinder­geld­be­rech­tigter Elternteil womöglich das Kindergeld ans Kind auszahlen lassen. Statt selbst das Geld von Ihrem Konto an Ihr Kind weiter­zu­leiten, kann das Kind einen sogenannten Abzwei­gungs­antrag stellen. Nach der Bewil­ligung zahlt die Famili­en­kasse das Kindergeld direkt an Ihr Kind aus.

Warum ein Abzwei­gungs­antrag?

Es kommt vor, dass der Kinder­geld­an­spruch erlischt, zum Beispiel, weil Ihr volljäh­riges Kind die Ausbildung abbricht. Fordert die Famili­en­kasse dann zu viel geleistete Zahlungen zurück, werden Sie als Kinder­geld­be­rech­tigter in die Pflicht genommen – auch wenn Sie das Kindergeld vollständig an Ihr Kind weiter­ge­leitet haben. Das hat der Bundes­fi­nanzhof (BFH) entschieden (AZ VI R 83/​99).

Mit einem Abzwei­gungs­antrag sind Sie als Kinder­geld­be­rech­tigter auf der sicheren Seite, da eventuelle Rückfor­de­rungen gegebe­nen­falls an das Kind gerichtet werden.

Abzwei­gungs­antrag: Voraus­set­zungen

Das Amt wird nur dann das Kindergeld ans Kind auszahlen, wenn das Kind nicht im elter­lichen Haushalt lebt und der kinder­geld­be­rech­tigte Elternteil:

• dauerhaft keinen oder nur unregel­mäßig Unterhalt zahlt
• dauerhaft zu wenig Unterhalt leistet
• dauerhaft keinen Unterhalt leisten kann

Auch bei Zweit­aus­bil­dungen, zu deren Finan­zierung die Eltern nicht verpflichtet sind, kann mitunter eine Abzweigung möglich sein (BFH AZ VIII R 50/​01).

Rechtsschutz

Das sollten Sie bedenken

Wenn Ihr Kind einen Abzwei­gungs­antrag stellt, bekommen Sie als Kinder­geld­be­rech­tigter die Möglichkeit, sich zum Sachverhalt zu äußern. Bis zu einer endgül­tigen Entscheidung über die Bewil­ligung des Antrags werden die Kinder­geld­zah­lungen einge­froren.

Die offizielle Bearbei­tungszeit durch die Famili­en­kasse liegt bei sechs Wochen, sie kann sich aber – je nach Prüfungs­aufwand – auch über mehrere Monate hinziehen. Eine rückwir­kende Antrag­stellung ist nicht möglich.

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