Werden Geschwister im Testament nicht bedacht, gehen sie leer aus Daniela Stärk, Fotolia

Erbfolge für Geschwister Pflichtteil für Geschwister: Wann Bruder und Schwester erben

Stirbt ein Angehö­riger, ist einiges zu klären. Besonders inter­essant, aber gleich­zeitig auch konflikt­trächtig dabei: das Erbe. Einen Pflichtteil für Geschwister gibt es dabei nicht. Werden Bruder und Schwester des Verstor­benen nicht im Testament des Verstor­benen bedacht, gehen sie daher mit großer Wahrschein­lichkeit leer aus. Denn auch in der gesetz­lichen Erbfolge werden sie nur nachrangig berück­sichtigt.

Rechts­fragen? Wir beraten Sie gern und helfen weiter. >>

Testament und gesetz­liche Erbfolge

Wenn der Verstorbene ein Testament oder einen Erbvertrag hinter­lassen hat, wird über dieses Dokument geregelt, wer im Todesfall was erbt. Gibt es aber keinen nieder­ge­schrie­benen letzten Willen, muss die Erbfolge nach den gesetz­lichen Bestim­mungen gemäß § 1924 ff Bürger­liches Gesetzbuch (BGB) geklärt werden.

Sind Bruder oder Schwester im Testament berück­sichtigt, ist die Sache klar. Kommt aber die gesetz­liche Erbfolge zum Tragen, müssen erst einige Bedin­gungen erfüllt sein, bevor Geschwister erben. In erster Ordnung sind direkte Abkömm­linge erbbe­rechtigt, also die Kinder und Enkel­kinder des Verstor­benen. Sind Nachkommen dieser Art vorhanden, gehen außer einem etwaigen Ehepartner alle anderen leer aus. Existieren keine direkten Abkömm­linge des Verstor­benen, kommen die Erben zweiter Ordnung zum Zug. Dabei handelt es sich um Eltern und Geschwister.

Wann Geschwister erben können

Die Eltern sind zwar wie Geschwister Erben zweiter Ordnung. Aufgrund des sogenannten Reprä­sen­ta­ti­ons­prinzips haben sie aber Vorrang vor den Geschwistern, weil über die Eltern die Verwandt­schaft zum Verstor­benen herge­stellt wird. Mutter und Vater bekommen dabei jeweils 50 Prozent der Erbmasse. Sind beide Eltern noch am Leben, erhalten die Geschwister also nichts vom Erbe. Ist bereits ein Elternteil verstorben, wird sein Anteil unter den Geschwistern aufge­teilt. Bei zwei Geschwistern erhält also jeder jeweils 25 Prozent. Sind bereits beide Eltern verstorben, wird das Erbe vollständig unter den Geschwistern aufge­teilt.

Rechtsschutz

Halbge­schwister können immer nur über den Elternteil in die Erbfolge gelangen, über den sie verwandt sind. Haben sie zum Beispiel den gleichen Vater wie der Verstorbene, geht dessen Eltern­anteil auf sie über, sollte er nicht mehr leben. Auf den Anteil der verstor­benen Mutter des Erblassers haben Halbge­schwister in diesem Beispiel hingegen keinen Anspruch, da sie nicht mit ihr verwandt sind.

Kein Pflichtteil für Geschwister

Einige Verwandte haben einen gesetz­lichen Anspruch auf einen Pflichtteil und können daher nicht vollständig enterbt werden. Ehegatten zum Beispiel können 50 bis 75 Prozent des Erbes beanspruchen, sodass erbbe­rech­tigte Geschwister des Verstor­benen entspre­chend weniger erhalten. Einen Pflichtteil für Geschwister gibt es aller­dings nicht. Werden Bruder oder Schwester im Testament explizit ausge­schlossen, gehen sie also leer aus.

So einfach ist Rechtsschutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren