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29. Mai 2020, 14:07 Uhr

Achtung, das wird teuer Die Aus­wir­kun­gen der Corona-Krise auf die Rente

Zahlreiche Unternehmen ordnen wegen der Corona-Pandemie Kurzarbeit an. Die Folge: Das Gehalt der Beschäftigten sinkt. Damit verringern sich auch automatisch ihre Beiträge für die Rentenversicherung. Was bedeutet das für das künftige gesetzliche Altersruhegeld? Und hat die allgemein angespannte Wirtschaftslage auch Folgen für die Höhe der bereits laufenden Renten?

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Kurz­ar­beit senkt künftige Ren­ten­an­sprü­che – aber nur gering­fü­gig

Weniger Gehalt heute = weniger Rente morgen. Die schlechte Nachricht: An dieser Formel ändert auch die Corona-Pandemie nichts. Bist du von Kurzarbeit betroffen, musst du deshalb mit geringeren Altersbezügen als bisher erwartet rechnen. Die gute Nachricht: Der Verlust hält sich in Grenzen. Dazu ein Beispiel:

Der durchschnittliche Bruttoverdienst eines rentenversicherten Arbeitnehmers liegt momentan bei rund 3.400 Euro. Angenommen, er ist von der aktuell oft angewendeten Kurzarbeit „Null“ betroffen, dann arbeitet er vorübergehend gar nicht. Trotzdem muss sein Unternehmen weiter Rentenbeiträge für ihn einzahlen. Allerdings nicht in voller Höhe, sondern auf Grundlage von 80 Prozent seines üblichen Gehalts. Das entspricht hier 2.720 Euro. Mehr Informationen zum Thema Rechtsschutz

Sechs Monate Arbeit würden den Rentenanspruch dieses Arbeitnehmers normalerweise um 16,63 Euro erhöhen. Mit Kurzarbeit auf der 2.720-Euro-Basis sind es nur 13,30 Euro. Die Rentenkürzung beträgt also nur 3,33 Euro.

Dämpfend wirkt sich weniger Gehalt wegen Kurzarbeit auch auf die betriebliche Altersvorsorge (bAV) aus, weil dadurch die Bemessungsgrundlage geringer ist. In welchem Maße sich das auswirkt, hängt vom Einzelfall ab. Es sei denn, dein Arbeitgeber überweist vertraglich vereinbarte Festbeträge für dich an die bAV. Dann ändert sich durch die Kurzarbeit nichts an deiner Betriebsrente.

Gesetz­li­che Rente bleibt stabil

Wer bereits in Rente ist, der muss sich um seine Bezüge keine Sorgen machen – trotz Coronavirus. Eine Rentenkürzung ist gesetzlich nicht möglich. Sogar die beschlossene Rentenerhöhung ab Juli 2020 um 3,45 Prozent im Westen beziehungsweise um 4,20 Prozent im Osten ist nicht in Gefahr. Das liegt an der sogenannten „Rentengarantie“. Sie bestimmt, dass die Altersbezüge grundsätzlich nicht sinken dürfen. Deshalb sind Bezieher von gesetzlichem Altersruhegeld momentan nicht direkt von der Corona-Krise betroffen. Aber wahrscheinlich langfristig.

So könnte der erwartete wirtschaftliche Einbruch wegen der Pandemie künftig für langsamer ansteigende Renten sorgen. Das liegt mit an der Kurzarbeit. Sie betrifft momentan rund 10,1 Millionen Beschäftigte in Deutschland. Das sind so viele wie noch nie. Dadurch wird die allgemeine Lohnsumme in Deutschland zurückgehen. Und die wiederum ist wesentlich, weil sie – neben anderen Faktoren – die Höhe der Rente bestimmt. Vereinfacht gesagt: Je weniger die Lohnsumme wächst, desto weniger wachsen die mit ihr gekoppelten Renten.

Früh­rent­ner: Hin­zu­ver­dienst­gren­ze für 2020 deutlich angehoben

Gehen Senioren erst mit Beginn ihrer Regelaltersgrenze in Rente, dann dürfen sie die in unbegrenzter Höhe mit Geld aus Nebentätigkeiten aufbessern, ohne dafür Rentenabzüge zu bekommen. Ziehen sie sich jedoch früher aus dem Arbeitsleben zurück und nutzen zum Beispiel die Rente mit 63, dann gilt das nur für einen Zuverdienst von derzeit maximal 6.300 Euro pro Jahr. Nehmen sie mehr als das ein, wird ihnen ein Teil der Rente abgezogen.

Für 2020 jedoch hat die Bundesregierung diese Regel aufgehoben und den abschlagsfreien Hinzuverdienst deutlich auf 44.590 Euro erhöht. Das entspricht 3.715 Euro pro Monat. Hintergrund ist die zu erwartende Lage auf dem Arbeitsmarkt: Wegen Corona-Erkrankungen oder Quarantäne-Anordnungen vieler Beschäftigter wird mit allgemeinen Personalengpässen gerechnet. Der höhere Hinzuverdienst soll es besonders für Frührentner interessanter machen, verstärkt Nebentätigkeiten zu übernehmen und so die Situation zu entschärfen. 2021 soll die übliche Hinzuverdienstgrenze wieder eingeführt werden.

FAZIT
  • Als Folge der Corona-Pandemie ver­rin­gert die momentane Phase der Kurz­ar­beit die Ren­ten­an­sprü­che, aller­dings in relativ geringem Maße.
  • Die Aus­wir­kun­gen auf die Höhe der Betriebs­ren­ten hängt von den ver­trag­li­chen Bedin­gun­gen im Ein­zel­fall ab.
  • Wer bereits eine gesetz­li­che Rente erhält, wird sie weiterhin ohne Abzüge bekommen. Aller­dings könnte sie künftig langsamer ansteigen.
  • Wegen der Corona-Pandemie wurde für Früh­rent­ner die Hin­zu­ver­dienst­gren­ze für das Jahr 2020 auf 44.590 Euro erhöht.
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