Urlaub auszahlen lassen: Wann es möglich ist. Ein Mann in blauem Sakko ges­ti­ku­liert gegenüber einer Frau in einem Büro. con­trast­werk­statt, Fotolia

14. Oktober 2016, 11:32 Uhr

Geld statt Urlaub? Urlaub auszahlen lassen: Wann es möglich ist

Sich den Urlaub auszahlen lassen – für manche Arbeitnehmer erscheint das als attraktive Option. Nicht benötigte Urlaubstage werden dabei zu Geld gemacht, doch Vorsicht: Diese Praxis der sogenannten Urlaubsabgeltung ist nur in Ausnahmefällen möglich.

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Wann die Urlaubs­ab­gel­tung erlaubt ist

§ 7 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) sieht die Möglichkeit vor, dass Arbeitnehmer sich ihren Urlaub auszahlen lassen. Das kann aber nicht auf bloßen Wunsch des Angestellten erfolgen, sondern ist dann möglich, wenn bei einem bald endenden Arbeitsverhältnis Resturlaub besteht, der nicht mehr genommen werden kann. Zum Beispiel kann der Fall eintreten, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag mit sofortiger Wirkung schließen, sodass kein Urlaub mehr möglich ist. Unter Umständen benötigt der Arbeitgeber nach einer Kündigung die Dienste des Angestellten während der verbleibenden Arbeitstage und möchte ihm deshalb den Urlaub ganz oder teilweise auszahlen. Auch bei einer fristlosen Kündigung ist der Arbeitgeber zu einer Urlaubsabgeltung verpflichtet.

Da der Urlaub der Erholung des Arbeitnehmers dient, ist eine frei gewählte Auszahlung im Bundesurlaubsgesetz nicht vorgesehen. In der Praxis kommen solche Absprachen aber gelegentlich vor.

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Um die Höhe der Urlaubsabgeltung zu berechnen, müssen Sie zunächst wissen, wie viele Urlaubstage Sie sich auszahlen lassen. Ein Urlaubstag entspricht dabei dem Wert eines Arbeitstages. Diesen ermitteln Sie folgendermaßen: Sie berechnen Ihr Quartalsgehalt, indem Sie Ihr Brutto-Monatsgehalt mal drei nehmen. Da ein Quartal 13 Wochen hat, teilen Sie das Quartalsgehalt durch 13, um Ihr Wochengehalt zu ermitteln. Dieses teilen Sie durch fünf, um zu erfahren, wie viel ein Arbeitstag brutto wert ist – sofern Sie fünf Tage pro Woche arbeiten. Multipliziert mit der Anzahl der auszuzahlenden Urlaubstage, erhalten Sie die Summe, mit der Sie rechnen können. Bedenken Sie allerdings, dass es sich dabei ebenfalls um sozialversicherungspflichtiges Einkommen handelt und außerdem noch Steuern anfallen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema: Urlaubsanspruch

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