Über­stun­den auszahlen: Das sagt das Arbeits­recht. Ein junge Frau sitzt vor einem großen Monitor, tele­fo­niert und fasst sich erschöpft an den Kopf. con­trast­werk­statt, Fotolia

9. März 2016, 9:30 Uhr

Aus­gleichs­zah­lung Über­stun­den auszahlen: Das sagt das Arbeits­recht

Als Arbeitnehmer haben Sie grundsätzlich das Recht, sich Überstunden auszahlen zu lassen. Allerdings können Ausnahmen gelten, wenn in Ihrem Unternehmen eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde oder in Ihrem Arbeitsvertrag etwas anderes steht. Häufig erfolgt statt der Bezahlung auch ein Freizeitausgleich.

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Gibt es eine Pflicht zu Über­stun­den?

In der Regel sind Sie nicht dazu verpflichtet, über die im Arbeitsvertrag festgelegte Stundenzahl hinaus zu arbeiten. Ihr Arbeitgeber kann Überstunden nur in Notsituationen anordnen, zum Beispiel bei einem Brand in der Firma – allerdings nicht, wenn lediglich ein großer Auftrag eingeht. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, durch die Überstunden rechtmäßig möglich sind. Das kann durch eine Einzelvereinbarung oder eine Betriebsvereinbarung geschehen. Auch eine Klausel in Ihrem Arbeitsvertrag oder eine Regelung im Tarifvertrag kann klären, wie die zusätzliche Arbeit gehandhabt wird.

Über­stun­den auszahlen: So funk­tio­niert es

In einer solchen Vereinbarung oder im Vertrag ist häufig auch geregelt, ob und wie Sie sich Überstunden auszahlen lassen können. In der Regel haben Sie Anspruch darauf, dass die zusätzlich geleisteten Stunden Ihnen zusätzlich zum Gehalt vergütet werden, und zwar mit dem regulären Stundenlohn. Einen Zuschlag können Sie nur erhalten, wenn dieser im Arbeits- oder Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung festgehalten ist. Eine Überstundenklausel im Arbeitsvertrag kann allerdings festlegen, dass Überstunden pauschal mit dem Gehalt abgegolten werden. Damit eine solche Klausel wirksam ist, muss sie aber eine konkrete Höchstzahl nennen. Eine Klausel, die pauschal alle Überstunden einschließt, ist unwirksam – Sie haben dann das Recht, sich die Überstunden auszahlen lassen.

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Alternativ zur Vergütung ist ein Freizeitausgleich möglich, wenn Sie mehr als die vertraglich vereinbarte Stundenzahl gearbeitet haben. Auch hierfür muss aber eine Vereinbarung vorliegen. Der Arbeitgeber kann dieses Verfahren andernfalls nicht anordnen und Sie nach Hause schicken, da Sie ein Recht auf Beschäftigung haben.

In allen Fällen gilt: Damit die Überstunden anerkannt werden, muss der Arbeitgeber sie anordnen oder zumindest dulden. Bleiben Sie auf eigene Faust und ohne Kenntnis Ihres Chefs länger im Büro, können Sie nicht mit einer Vergütung oder einem Ausgleich rechnen.

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