Rest­ur­laub: Bis wann muss er genommen werden? Gina Sanders, Fotolia

20. März 2017, 16:20 Uhr

Fristen und Aus­nah­me­re­ge­lun­gen Rest­ur­laub: Bis wann muss er genommen werden?

Das erste Jahresviertel neigt sich dem Ende zu – ein Zeitpunkt, an dem viele Arbeitnehmer mit Resturlaub aus dem Vorjahr leicht hektisch werden, um ihre ungenutzten Urlaubstage zu nehmen. Doch verfällt Resturlaub tatsächlich am 31. März des Folgejahres? Erfahren Sie hier mehr über die rechtlichen Grundlagen.

Sie haben Streit mit dem Arbeit­geber? Ein Berufs-Rechts­schutz hilft weiter. >>

Bis wann Rest­ur­laub genommen werden muss, ist gesetz­lich geregelt

Bis wann Resturlaub genommen werden muss, ist tatsächlich gesetzlich geregelt – und zwar im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Das sieht in § 7 Absatz 3 sogar vor, dass Urlaub in dem Kalenderjahr genommen werden muss, in dem der Urlaubsanspruch entstanden ist, damit er nicht verfällt – also in der Regel bis zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres. Liegen allerdings triftige Gründe dafür vor, dass Sie nicht alle Urlaubstage bis zu diesem Stichtag nehmen konnten, müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass Ihr Resturlaub verfällt. Gemäß § 7 Abs. 3  BUrlG können Urlaubstage aus dem Vorjahr ins folgende Jahr übertragen werden, wenn "dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen".  Bis wann dieser Resturlaub im Folgejahr genommen werden muss, ist ebenfalls dort geregelt, nämlich im Regelfall bis zum 31. März.

Gründe für die Über­tra­gung von Rest­ur­laub ins Folgejahr

Dringende betriebliche Gründe, die die Mitnahme von Resturlaub in das folgende Kalenderjahr rechtfertigen, sind beispielsweise Urlaubssperren oder ein hohes Arbeitsaufkommen. Unter "in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe" fällt zum Beispiel eine längere Erkrankung, durch die es ihm nicht möglich war, seinen Urlaub fristgerecht zu nehmen. Sollte eine Erkrankung über den 31. März des Folgejahres hinaus andauern, verfällt der Resturlaub nicht. In einem solchen Fall sollten Sie die verbleibenden Urlaubstage allerdings möglichst zeitnah nehmen.

Bei Arbeitsrechtsfragen sind wir Ihr Partner!Auch wenn ein Arbeitnehmer seinen Urlaub nicht nehmen konnte, weil er sich noch in seiner sechsmonatigen Probezeit befand und daher noch nicht den vollen Urlaubsanspruch erworben hatte, gelten andere Fristen. In diesem Fall kann der Resturlaub noch bis zum Ende des Folgejahres genommen werden. Wenn keine derartigen Ausnahmefälle vorliegen, verfällt der Resturlaub allerdings nach dem 31. März.

Sollten Sie ungenutzte Urlaubstage in das Folgejahr übertragen müssen, ist es empfehlenswert, wenn Sie sich dies von Ihrem Arbeitgeber schriftlich bestätigen lassen. Denn kommt es zum Streit, ist der Arbeitnehmer in der Pflicht, seinen Anspruch auf Resturlaub nachzuweisen. Kann der Arbeitgeber den Resturlaub aus betrieblichen Gründen nicht bis zum Ende des ersten Quartals im Folgejahr gewähren, haben Sie Anspruch auf Schadenersatz. Das bedeutet in der Praxis, dass Sie den Vorjahresurlaub auch nach Ablauf der Frist noch nehmen können und er nicht verfällt.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema: Urlaubsanspruch

Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.