Recht­zei­tig infor­mie­ren apops, Fotolia

8. Januar 2015, 13:30 Uhr

Recht­zei­tig infor­mie­ren Darf Rest­ur­laub auf neues Jahr über­tra­gen werden?

Ehe Sie sich versehen, ist das Jahr vorbei und Sie haben noch immer einige Tage Resturlaub auf Ihrem Konto? Viele Arbeitnehmer stehen jedes Jahr wieder vor derselben Frage: Kann ich die verbliebenen Tage mit ins neue Jahr nehmen? Sagt der Arbeitsvertrag nichts Abweichendes, lautet die Antwort des Gesetzgebers: Nein – der Urlaub muss im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden, bestimmt § 7 Abs. 3  des Bundesurlaubsgesetzes (BurlG).

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Rest­ur­laub kann zugunsten der Arbeit­neh­mer über­tra­gen werden

Es kann viele Gründe haben, warum Arbeitnehmer den Ihnen zustehenden Urlaub im Laufe eines Jahres nicht genommen haben. Oft gestatten Arbeitgeber unabhängig den geltenden gesetzlichen Voraussetzungen, dass Angestellte ihren Resturlaub im ersten Quartal des neuen Jahres nehmen dürfen. Meist gilt in diesen Fällen der 31. März als Stichtag, bis zu dem der Resturlaub aus dem Vorjahr verbraucht sein muss. Danach verfallen die übrig gebliebenen Urlaubstage. Sind Sie nicht sicher, wie die Frage des Resturlaubs in Ihrem Unternehmen geregelt ist, sprechen Sie Ihren Vorgesetzten direkt an. Erklären Sie, warum Sie nicht alle Urlaubstage verbrauchen konnten. Lagen hierfür wichtige Gründe vor, wird Ihr Chef sicher Verständnis zeigen und gestatten, den Resturlaub zu übertragen. Bitten Sie am besten um eine kurze schriftliche Erklärung zu dieser Übereinkunft – so vermeiden Sie, dass es später zu Missverständnissen oder gar Streit kommt.

Dringende betrieb­li­che Gründe können Übertrag recht­fer­ti­gen

Der § 7 Abs. 3 BurlG sieht zwei große Ausnahmen vor, in denen Resturlaub aus dem Vorjahr in jedem Fall noch im ersten Quartal des Folgejahrs abgefeiert werden darf: Dies können zum einen dringende betriebliche Gründe wie Personalengpässe oder ein unvorhergesehenes hohes Arbeitspensum sein, aus denen der Arbeitgeber Sie bitten kann, auf Ihren Urlaub zu einer bestimmten Zeit zu verzichten. Aber auch persönliche Gründe wie zum Beispiel eine Krankheit gelten als Begründung, warum Urlaub nicht komplett verbraucht werden konnte. Wird ein Arbeitnehmer nach längerer Krankheit erst so spät im laufenden Kalenderjahr gesund, dass er seinen Urlaub nur noch teilweise bis zum Jahresende nehmen kann, darf der Resturlaub übertragen werden. Für chronisch Kranke und Arbeitnehmer, die sich bis zum 31. Dezember noch in der sechsmonatigen Probezeit befinden, gelten ebenfalls Ausnahmen.

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