Gebraucht­wa­gen kaufen – aber richtig kalcutta, Fotolia

12. November 2014, 17:10 Uhr

Gebraucht­wa­gen kaufen – aber richtig Gebraucht­wa­gen kaufen: Damit es nicht kracht

Der Gebrauchtwagenmarkt hat für fast jeden Wunsch ein passendes Angebot parat. Was sollten Sie beachten, wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen möchten? Wie können Sie vermeiden, dass sich das Schnäppchen nach dem Kauf als Rostlaube entpuppt? Worüber muss der Verkäufer Sie informieren?

Generell gilt für Interessenten: Wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, lassen Sie sich nicht vom günstigen Preis, der Sonderausstattung oder der neuen Lackierung blenden. Achten Sie vor dem Kauf auf die Details – beim Fahrzeug, bei der Probefahrt und beim Vertrag.

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Gebraucht­wa­gen kaufen: Was bedeutet die Gewähr­leis­tung und wie wird die Garantie geregelt?

Wichtig ist, ob der Verkäufer des Gebrauchtwagens eine Privatperson oder ein gewerblicher Händler ist. Ein privater Verkäufer ist weder zu einer Garantie, noch zu einer Gewährleistung bei auftretenden Mängeln verpflichtet. Ein solcher Haftungsausschluss des Verkäufers beim Gebrauchtwagen kaufen lautet meist so: „Gekauft wie gesehen.“

Achten Sie darauf, wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, dass derartige Klauseln unzulässig sind, wenn der Gebrauchtwagen in einem Autohaus gekauft wird. Händler sind grundsätzlich zu einer Gewährleistung bei Gebrauchtwagen verpflichtet. Diese gesetzliche Frist beträgt 2 Jahre ab Übergabe.

Innerhalb der ersten sechs Monate nach Übergabe des Fahrzeugs wird bei Sachmängeln davon ausgegangen, dass sie bereits vor dem Kauf vorlagen. Danach muss der neue Besitzer beweisen, dass dieser Mangel schon vor dem Kauf bestand. Falls dies jedoch der Fall ist, kann es nützlich sein, einen Verkehrs-Rechtsschutz zu nutzen. In besonderen Fällen kann der Kunde sogar vom Kauf zurücktreten oder nachträglich eine Minderung des Kaufpreises durchsetzen.

Der Gebrauchtwagenhändler hat zwar eine Gewährleistungspflicht, muss jedoch nicht zwingend eine Garantie für einen Gebrauchtwagen leisten. Allerdings bieten viele dies an – manchmal auch gegen Aufpreis. Der neue Besitzer ist aber nicht wie bei einem Neuwagenkauf dazu verpflichtet, die Vertragswerkstatt aufzusuchen, sondern kann den Wagen zu einer freien Werkstatt seiner Wahl bringen – ohne dass der Garantieanspruch verfällt.

Somit kann mit dem Kauf zwar die Verpflichtung für regelmäßige Wartungsarbeiten und Inspektionen verbunden werden, nicht jedoch die Festlegung auf eine bestimmte Werkstatt. Der Garantie- oder Gewährleistungsanspruch verfällt auch dann nicht, wenn Sie eine Standardinspektion versäumen sollten.

Wenn Sie von einer Privatperson einen Gebrauchtwagen kaufen, gibt es in der Regel keine Garantie.

Gebraucht­wa­gen-Check: Welche Infos zum Fahrzeug gegeben werden müssen

Als Käufer sollten Sie sich so gut wie möglich über das Auto informieren, bevor Sie den Gebrauchtwagen kaufen. Dabei ist der Verkäufer – egal ob Privatmann oder Unternehmer – verpflichtet, über die Eigenschaften des Wagens auf Nachfrage genau Auskunft zu geben. Gibt es am Fahrzeug Unfallschäden, muss der Verkäufer über diese auch vollumfassend informieren. Tut er dies wissentlich nicht, besteht eine arglistige Täuschung und der neue Besitzer kann vom Kaufvertrag zurücktreten. Gibt es keine konkreten Anhaltspunkte für Vorschäden, besteht für den Händler keine Pflicht zur Einsichtnahme in die Reparaturhistorie des Kraftfahrzeugs.

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